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Macht Sport schlank?

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Endlich, der Sommer ist da, das heißt: Schnellstens weg mit dem Winterspeck. Bewegung und Sport sind da das beste Mittel, um die lästigen Kilos wieder los zu werden. Viele Kalorien werden dadurch zusätzlich verbraucht und dann kann auch eine fettreiche Nahrung dem gut gebauten Körper nichts anhaben… Doch stimmt das eigentlich? Professor Dr. Ingo Froböse, Sportwissenschaftler und Buchautor aus Köln, nimmt als Kolumnist des Internet-Gesundheitsportals www.imedo.de Stellung zu diesem Klischee.

Sport macht schlank
Das stimmt leider nicht so ganz! Die Kalorienaufnahme muss immer in Relation zu den verbrauchten Kalorien gesehen werden. Entscheidend für eine Körpergewichtsabnahme ist und bleibt die Energiebilanz. Das bedeutet Sport macht zunächst erst einmal nur dann schlank, wenn der Energieverbrauch höher ist als die Energieaufnahme pro Tag durch Nahrung. Um ungefähr ein Kilogramm Fett zu verbrennen, müssen Untrainierte mehr als 30 Stunden joggen (bei einem Fettverbrennungsanteil von 50-60%), denn dieses Kilogramm Fett besitzt einen Brennwert von 7000 Kilokalorien. Und auch wenn man regelmäßig zwei bis dreimal pro Woche Sport treibt, liegt der Kalorienverbrauch meist weit unter 2000 Kilokalorien pro Woche. Das ist häufig zu wenig, um weiter abzunehmen, da man zudem bei regelmäßigem Sporttreiben zusätzlich häufig ein größeres Appetitverhalten aufweist. Bei der Energieaufnahme ist somit vor allen Dingen auch auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass der Kalorienverbrauch je nach Sportart, Intensität und Dauer des Trainings unterschiedlich ist. So verbraucht beispielsweise ein 80 kg schwerer und 1,80 m großer Mann nach 30min Joggen ca. 470 kcal, während er in der gleichen Zeit beim Inline-Skaten lediglich ca. 290 kcal verbrennt. Weiterhin ist der Kalorienverbrauch vom individuellen Trainingszustand, dem Körpergewicht und der Muskelmasse einer Person abhängig. Allein das Körpergewicht beeinflusst den Verbrauch erheblich. Egal wie viel man isst und wie viel Sport man treibt, Energieaufnahme und Energieverbrauch müssen im Gleichgewicht stehen. Wenn Sie mehr essen als Sie umsetzen können, halten Kohlenhydrate oder auch Proteine Sie nicht schlank. Wenn Sie aber nicht mehr essen als Sie verbrauchen, macht Fett Sie folglich auch nicht dick. Ist dies jedoch der Fall, wird die überschüssige Energie in Form von Fettreserven gespeichert und das Ziel der „Sommerfigur“ wird schwer zu erreichen sein.

Sport erhöht den Grundumsatz
Die besondere Bedeutung von Sport und Aktivität liegt somit nicht alleinig im Verbrennen von Kalorien. Das ist nur eine Facette von Sport. Sport sowie regelmäßige körperliche Aktivität kurbelt den Stoffwechsel –als auch den Verbrau- an, beschleunigt die Energieverbrennung, regt den Fettstoffwechsel an, stärkt dieEnergiefresser wie Muskeln und erhöht vor allem den Grundumsatz. Das ist der Energieverbrauch, der für alle lebensnotwendigen Prozesse benötigt wird und für die Gesundheit so unschlagbar wichtig ist. Leicht nach zu vollziehen ist dieser Trainingseffekt beispielsweise in der Bereitstellung von Energie bei moderater Aktivität. Bei Untrainierten Personen setzt die schwerpunktmäßige Übernahme der Energiebereitstellung über Fette sehr viel später bei moderater Belastung ein gegenüber trainierten Personen. Hier übernimmt bereits der eingeübte Fettstoffwechsel sehr viel früher die hauptsächliche Energiebereitstellung. Zum anderen ist für die Höhe des Ruheumsatzes neben Körpergewicht, Alter und Geschlecht vor allem auch die Muskelmasse entscheidend, da Muskulatur auch in Ruhe ein stoffwechselaktives Organ ist.

Denn: Jedes Kilogramm Muskulatur, welches Sie so aufbauen, steigert den tägliche Grundumsatz um ungefähr 50 kcal, selbst wenn sie nicht beansprucht werden. Somit wird es auf lange Sicht viel einfacher für Sie, Ihr Gewicht auch zu halten, denn je mehr Muskelmasse man besitzt, umso höher ist der Grundumsatz. Das heißt nun nicht, dass Sie keiner Ausdauerbewegung nachgehen sollen, aber um effektiv abzunehmen sollten sie auf ein Krafttraining nicht verzichten.

Fazit: In einem gesteigerten Stoffwechsel liegt somit der eigentliche Wert des Sporttreibens. Aus einem lahmen Stoffwechsel mit nur wenig PS wird durch Sport der Stoffwechsel zu einem Turbo-Motor und schluckt viel Benzin. Und wenn das erreicht wird, dann macht auch die „Sahneschnitte“ kaum Probleme mehr.

Im Januar erscheint dazu übrigens mein neues Buch “Das Anti-Jojo-Prinzip“ mit vielen interessanten Details wie auch Sie einen Turbo-Stoffwechsel erreichen können.

*Professor Dr. Ingo Froböse ist als Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule in Köln tätig und leitet dort das Zentrum für Gesundheit und das Institut für Rehabilitation. Er ist Autor einer Vielzahl von Beiträgen und Artikeln in den Publikums- und Fachmedien. Professor Froböse ist Beirat und Vorstandsmitglied sowie Berater einer Vielzahl von renommierten Fachgesellschaften und Gremien.

Bildquelle: ddp

Gesundheitskolumne: Muskelkater vermeiden und ein gesundes Training beginnen

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Sportmediziner, Allergologen, Schwimmweltmeister, Kabarettisten und Ernährungsmediziner gehören zum großen Expertenteam des Internet-Gesundheitsportals www.imedo.de. Ab sofort berichten die Experten aus Funk und Fernsehen im wöchentlichen Wechsel darüber, was wirklich gesund ist, was Anfänger beim Sport beachten sollten und wie Pollen-Allergiker unbeschadet durch den Frühling und Sommer kommen. In dieser Woche: Professor Ingo Froböse erklärt, wie Sport schmerzfrei verlaufen kann.

Entstehung des Muskelkaters

Muskelkater ist keine Krankheit und meist auch völlig unproblematisch – nur eben ein wenig schmerzhaft. Allerdings gibt es auch Möglichkeiten, das Entstehen von Muskelkater zu vermeiden oder wenigstens zu minimieren. Die wichtigste Regel lautet daher, es langsam angehen zu lassen und das Trainingspensum nur schrittweise zu erhöhen oder zu verändern.

Wer besser werden will, muss auf den Körper einen gewissen Reiz ausüben, der ihn dazu veranlasst, sich einzustellen, anzupassen oder auf ein erhöhtes Ausgangsniveau zu bringen. Der Organismus reagiert auf jeden Reiz, der „überschwellig“ ist und ihn positiv stimuliert. Das geschieht zum Beispiel dadurch, dass mehr Energie gespeichert wird, sich neue Kraftwerke bilden, mehr Enzyme gebildet werden, mehr Eiweiß in die Muskelfasern eingelagert wird und so weiter.

Das Training bedarf Pausen

Untrainierte Personen brauchen nur ganz niedrige und auch seltene Reize, um diese ersten positiven Anpassungen des Körpers auszulösen. Erst wenn der Körper sich an diesen Reiz gewöhnt hat und leistungsfähiger geworden ist, werden häufigere Reize sinnvoll. Der Körper darf sogar bei untrainierten oder schlechter trainierten Personen nicht häufiger oder – wie wir es oft sehen – täglich belastet werden. Denn zu häufige Reize machen das gesamte Training mit seinen Effekten zunichte. Letztlich machen nämlich die Pause und die Erholung den Effekt. Denn nur in der Ruhephase baut der Körper neue Energien auf und wird leistungsfähiger. Und dazu braucht der Organismus eines Untrainierten eben länger als der eines Trainierten und deswegen auch mehr Ruhetage.

Die Mindestpause beträgt bei Untrainierten für:

  • Ausdauertraining (aerob) 12 bis 36 Stunden
  • Muskelaufbau 36 bis 48 Stunden
  • neuromuskuläres Training 48 bis 56 Stunden
  • Koordinationstraining 56 bis 72 Stunden

Muskelkater vermeiden: Ausdauertraining in den Alltag integrieren

Jedoch kann und sollte ein moderates Ausdauertraining so oft wie möglich, das heißt am besten täglich, in den Alltag integriert werden. Moderat bedeutet in diesem Fall, dass der Organismus während der Belastung noch mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Kann man sich während des Walkens, Radfahrens etc. noch mit seinem Trainingspartner unterhalten, so wird dieses Kriterium mit Sicherheit erfüllt. Zudem stellt sich noch der positive Nebeneffekt ein, dass neben den Kohlenhydraten auch vermehrt Fette zur Energiebereitstellung herangezogen werden. Sinnvoll ergänzt wird ein Ausdauertraining durch ein paralleles Kräftigungs- und Koordinationstraining, das zweimal die Woche unter fachmännischer Anleitung praktiziert werden sollte. Je mehr Muskelmasse an der Energiebereitstellung beteiligt ist, desto mehr Kalorien können auch verbrannt werden.

Muskelkater: Überlastung der Muskulatur

Wird man dennoch von Muskelkater eingeholt, so ist er dadurch entstanden, dass die Muskulatur überfordert und somit überbelastet wurde. Das passiert nicht nur Anfängern, sondern auch gut trainierten Sportlern, wenn sie ungewohnte Übungen ausführen. Besonders häufig tritt der Muskelkater nach „abbremsenden“ Bewegungen auf. So besonders häufig dann beim Bergabgehen, wo die Muskulatur bei jedem Schritt den Körper bremsen muss. Innerhalb der Muskeln kommt es daher bei Anspannung zu einer Dehnung und Fasern werden auseinander gezogen. Geschieht dies oft und ermüden die Muskeln, dann zerreißen sogar die kleinen Eiweiß-Strukturen, aus denen die Muskelfasern gebildet werden. Muskelkater ist also das Ergebnis von winzigen Verletzungen und Zerreißungen von Gewebe als auch ein Aufblähen von Zellen, was zwangsläufig zu Schmerzen führt.

Bewegung hilft gegen Muskelkater

Um diese Miniverletzungen zu reparieren, reagiert der Organismus mit einer lokalen Entzündung und einem leichten Anschwellen an den verletzten Stellen. Dadurch erhöht sich die Durchblutung, das zerrissene Material wird abgebaut und abtransportiert und Neues angeliefert. Die Steigerung der Durchblutung und damit einhergehend eine Steigerung der Stoffwechselaktivität ist notwendig, damit die Wunden schnell wieder repariert werden. Und dabei hilft natürlich auch Bewegung und Aktivierung des Muskels, denn auch dabei wird die Durchblutung erhöht und der Stoffwechsel angeregt. Bewegung hilft und unterstützt den Heilungsvorgang. Leichte Bewegungen aber sollten es sein und man sollte auf keinen Fall übertreiben. Wärme, wie ein Bad oder auch Sauna, kann ebenfalls sinnvoll sein. Wer sich aber gar nicht bewegt, der hat mehr vom Muskelkater, denn die Heilung dauert länger.

Die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten gegen Schmerzen ist allerdings nicht zu empfehlen, da sie den Erholungsprozess der Muskeln hemmen können.

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Ingo Froböse ist als Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule in Köln tätig und leitet dort das Zentrum für Gesundheit und das Institut für Rehabilitation. Er ist Autor einer Vielzahl von Beiträgen und Artikeln in den Publikums- und Fachmedien. Professor Froböse ist Beirat und Vorstandsmitglied sowie Berater einer Vielzahl von renommierten Fachgesellschaften und Gremien.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren über Bauchmuskeltraining und realistische Ziele und Erwartungen im Projekt Sommerkörper.

Bildquelle: Rainer Sturm, pixelio.de

Projekt Sommerkörper: Realistische Ziele und Erwartungen

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15 Kilo weniger in zwei Wochen, den Sixpack in drei Tagen und das bitte mit möglichst wenig Aufwand – überzogene Anforderungen, mit denen Personal-Trainer und Fitnessmanager Ingo Simon aus Bonn täglich konfrontiert wird. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de hat nachgefragt, welche Ziele realistisch, welche Einschränkungen nötig sind und wann es Zeit wird, das Projekt Sommerfigur in Angriff zu nehmen.

imedo: Was sind die häufigsten Anforderungen bei Ihnen im Fitnessstudio?

Simon: Bei uns wollen die meisten Menschen zwischen 15 und 20 Kilo abnehmen und das möglichst schnell.

imedo: Wie können Sie diesen Menschen helfen, ohne deren Illusionen zu zerstören?

Simon:
Es ist wichtig, dass wir die Menschen ernst nehmen. Wir vermitteln zum einen Spaß und wenn es dann um die konkreten Ziele geht, wird es ernst. Wir erklären dann den Menschen, dass die Priorität darauf liegt, dass sie erstmal etwas fitter werden. Je fitter die Leute werden, desto mehr nehmen sie dann ab. Oft halten sie am Anfang keine fünf oder zehn Minuten auf dem Cross-Trainer durch. Kleine Erfolge sind wichtig. Auf dem Weg zur besseren Kondition verlieren die Menschen meist schon einiges an Gewicht.

imedo: Wann werden die Leute ungeduldig?

Simon: Nach den ersten zwei bis drei Wochen. Wenn sie merken, dass es doch nicht so schnell geht, wie sie sich das vorgestellt haben. Dann werden sie ungeduldig.

imedo:
Wie fangen Sie diese Menschen dann wieder auf?

Simon: Wir versuchen die Mitglieder über die ersten Wochen intensiv zu betreuen. Mit Personal-Training über Termine und Animation. So helfen wir ihnen das erste Loch zu überstehen. Anders sieht es aus, wenn sich in den ersten drei Wochen schon gute Erfolge eingestellt haben – zwei, drei Kilo weniger.

imedo:
Welche Anforderung ist Ihnen besonders im Kopf geblieben?

Simon: Eine Frau kam zwei Wochen vor ihrer Hochzeit und wollte 15 Kilo abnehmen.

imedo:
Hat sie es geschafft?

Simon: Nein, das ist unmöglich. Sie kam dann schon nach dem zweiten Tag nicht mehr, weil sie das dann auch verstanden hat.

imedo:
Wie viel Prozent Ihrer Kunden sind erfolgreich bei der Umsetzung der Ziele?

Simon:
Bei mir sind es etwa 90 Prozent, die zumindest nah an die gesetzten Ziele rankommen.

imedo: Was sind denn realistische Ziele in Sachen abnehmen?

Simon: Ein halbes Kilo pro Woche ist noch in einem gesunden Rahmen. Die Menschen sollen Körperfett verlieren und keine Muskulatur. Wenn die Betroffenen nichts mehr essen, bauen sie an Muskelmasse ab, das ist nicht das Ziel. Wenn die Menschen dann aber doch mal durch den Sport ein Kilo mehr in einer Woche abnehmen, motiviert das umso mehr.

imedo: Übergewicht ist nicht nur ein Problem mangelnder Bewegung, sondern liegt meist auch an der schlechten Ernährungsweise. Wie bringen Sie die Menschen dazu, sich gesünder zu ernähren?

Simon: Das ist das schwierigste. Das können wir im Studio nicht kontrollieren. Viele Leute denken, dass sie bei einer Ernährungsumstellung Dinge essen müssen, die ihnen nicht schmecken. Wir versuchen ihnen nicht eine komplett neue Ernährungsweise aufzuzwingen, sondern optimieren die vorhanden Ernährungsgewohnheiten schrittweise. Bei einer radikalen Umstellung brauchen die Leute eine starke Eigenmotivation. Wir versuchen dann beispielsweise aus zwei Mahlzeiten vier kleinere zu machen oder die Fritten weglässt und diese durch Pellkartoffeln ersetzt. Das ist ein Prozess der sich entwickelt, der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

imedo: Wann sollte man das Projekt Sommerfigur beginnen?

Simon: Im März in etwa. Das kommt auf die Ausgangsfigur an.

imedo: Wie oft muss ich in dieser Zeit ins Fitnessstudio gehen, um erfolgreich in den Sommer zu starten?

Simon:
Für jemanden ohne Erfahrung, zwei- bis dreimal pro Woche, damit der Körper nicht zu sehr belastet wird. Trainierte Menschen können auch vier- bis fünfmal wöchentlich ins Studio gehen.

Die Gruppe „Abnehmen“ gehört zu den beliebtesten Gruppen in der imedo-Gesundheitscommunity. Hier können Betroffene Erfahrungen austauschen.

Die imedo-Gesundheitsnews bieten Ihnen weitere Neuigkeiten zum Thema Übergewicht und Abnehmen, so zum Beispiel: Abnehmen durch Laufen und Übergewicht: Dicke Probleme im Internet lösen.

Bildquelle: Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

Mehr Sicherheit im Alltag: Gleichgewichtstraining für Senioren

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Mehr Sicherheit im Alltag für Senioren kann durch regelmäßiges Fitnesstraining erreicht werden. Gezieltes Training im Fitnessstudio stärkt den Gleichgewichtssinn und die Kraft der Senioren. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de empfiehlt jedoch, das Training nur unter professioneller Anleitung stattfinden zu lassen.

Plötzlicher Schwindel und Gleichgewichtsstörungen schränken die Mobilität vieler älterer Menschen ein. Wenn an jeder Teppichkante eine gefährliche Stolperfalle lauert, können Senioren häufig nur noch mit fremder Hilfe gehen. Mit speziellen Übungen lässt sich allerdings wieder mehr Sicherheit gewinnen. „Gezieltes Gleichgewichtstraining reduziert die Häufigkeit von Stürzen im Alter deutlich“, betont der Sportwissenschaftler Urs Granacher von der Universität Basel. Verschiedene Studien hätten gezeigt, dass ältere Menschen nach einem solchen Training wieder ein merklich verbessertes Reflexverhalten zeigten.

Ab dem 60. Lebensjahr stellen sich laut Granacher die ersten Einschränkungen des Gleichgewichtssinns ein und die Reaktionen verlangsamen sich. Gleichzeitig schwindet vor allem die Kraft in den Beinen. Deshalb sei es wichtig, insbesondere die Schnellkraft zu trainieren, also die Fähigkeit, die verfügbaren Kräfte rasch zu mobilisieren, um Stolpersituationen zu meistern, erklärt der Sportwissenschaftler.

Gleichgewichtstraining unter Aufsicht hilft Senioren

Hierfür bieten sich verschiedene Übungen an, die Senioren allerdings nur unter fachkundiger Aufsicht absolvieren sollten, wie Granacher betont. Anfänger könnten zunächst damit beginnen, auf einer stabilen Unterlage den Schwerpunkt ihres Oberkörpers vor, zurück und seitwärts zu verlagern. Der nächste Schwierigkeitsgrad erfordere dann, diese Gewichtsverlagerungen auf einem Bein stehend zu meistern.

Wenn die Senioren diese Übungen sicher beherrschten, könnten weitere Trainingseinheiten auf instabilem Untergrund folgen, erklärt Granacher. Hierfür bieten sich unter anderem spezielle Gleichgewichtstrainer oder „Balance Pads“ an, also mit Luft oder Schaumstoff gefüllte Kissen, auf denen es gilt, das Gleichgewicht zu halten. „Es bringt aber nichts, ältere Menschen gleich zu Anfang auf solche Geräte zu stellen, weil sie damit meistens überfordert sind“, warnt der Sportwissenschaftler.

Empfehlung: Dreimal in der Woche ein kurzes Training für Senioren

Zusätzlich kann auch Krafttraining im Alter sinnvoll sein. Dafür eignen sich klassische Trainingsmittel wie die Beinpresse, erläutert Granacher. Auf einem speziellen Trainingsgerät müssen mit den Beinen Gewichte bewegt werden. Ergänzend empfehlen sich Übungen für die Schien- und Wadenbeinmuskulatur. „Optimal wäre, wenn ältere Menschen dreimal in der Woche zwischen 30 und 45 Minuten trainieren“, sagt der Sportexperte.

Präventiver Gedanke ist bei den Krankenkassen noch nicht angekommen

Auf jeden Fall sollte jedoch vor Beginn des Trainings ein fachkundiger Arzt zu Rate gezogen werden, etwa ein Geriater, Orthopäde oder Sportmediziner, wie Granacher betont. Spezielle Trainingsprogramme für Senioren würden von Physio- und Sporttherapeuten, orthopädischen Reha-Einrichtungen oder Fitnessstudios angeboten. Die Krankenkassen tragen den Angaben nach allerdings nur einen Teil der Kosten. „Der präventive Gedanke ist dort noch nicht so richtig angekommen“, bemängelt Granacher. Dabei könnten durch geeignetes Training viele Millionen Euro gespart werden, weil ältere Menschen nach Stürzen oft pflegebedürftig würden.

Angehörige sollten Koordinationsfähigkeit von Senioren überprüfen

Für Angehörige bietet sich überdies ein einfacher Test an, um die Koordinationsfähigkeiten von Senioren zu überprüfen. „Man sollte ältere Menschen ansprechen, während sie gehen“, rät Granacher. Wenn sie dann stehenblieben, um die Frage zu beantworten, sei dies ein Hinweis auf eine erhöhte Sturzanfälligkeit, weil motorische und kognitive Prozesse in ähnlichen Gehirnregionen verarbeitet werden. „Dann ist es höchste Zeit, etwas für das Gleichgewicht zu tun“, betont der Sportwissenschaftler.

Auch geistig sollten sich Senioren fit halten. Die imedo.Gesundhitsnews informieren darüber, dass glücklicherweise immer mehr Senioren mt der Maus unterwegs sind, um sich zu bilden.

Hilfe beim Schulranzenkauf

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Jedes Jahr, pünkltlich zum erste Schultag nach den Sommerferien kommt die Diskussion um die Schulranzen erneut auf. Wie groß dürfen sie für welches Alter sein? Wie schwer sollten sie maximal sein? Führen zu schwere Ranzen wirklich zu Haltungsschäden? Viele Eltern sind unsicher, wollen sie für ihr Kind doch nur das Beste. Aber was ist denn nun das Beste? Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berät Sie.

Jedes Jahr dieselbe Diskussion: Schulranzen machen den Kinderrücken kaputt. Genauso oft gibt es Gegenstudien, die sagen, dass das Gewicht relativ unerheblich sei. Im Allgemeinen gilt die DIN-Norm 58124 als Richtlinie, welche besagt, dass das Gewicht des Ranzens nicht mehr als 10 Prozent des Körpergewichtes des Kindes betragen sollte. Woher diese Empfehlung kommt, wissen selbst die Mitarbeiter der Normierung nicht. Die Arbeitsgruppe „Kidcheck“ von der Universität des Saarlandes fand in ihren Recherchen dazu heraus, dass dies eine Empfehlung aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ist, die verhindern sollte, dass Rekruten auf langen Märschen ab 20 Kilometern Schäden davontragen.

Das Tragen der Schulranzen kann die Muskulatur stärken

Der durchschnittliche Schulweg in Deutschland dauert aber laut den Untersuchungen maximal zwischen zwölf und 15 Minuten. Und diese Zeit reiche nicht aus, um bleibende Schäden zu verursachen. „Diesen Wert auf Ranzen und Schulkinder anzuwenden, ist völlig unrealistisch“, sagt Fritz-Uwe Niethardt, Direktor der orthopädischen Klinik in Aachen. Im Rahmen der „Kidcheck“-Studie untersuchten Experten die Kinder hinsichtlich ihrer Körperhaltung und der Muskelkraft, die benötigt wird, um den Körper gerade zu halten, untersucht. Dabei stellten die Forscher fest, dass die im Durchschnitt 17 Prozent des Körpergewichtes wiegenden Ranzen die Kinder nicht nennenswert belasteten. Bis zu einem gewissen Grad kann das Tragen schwerer Schulranzen die Muskulatur sogar stärken. Wohl aber wäre das viele Sitzen der Schulkinder auf zum Teil unphysiologischen Schulmöbeln sowie nach der Schule zuhause am PC ein Grund für die Haltungsschäden bei Kindern.

Praktische Hinweise zum Schulranzenkauf vom Experten

Worauf sollten Eltern also achten, um ihrem Kind den bestmöglichen Ranzen zu kaufen? Stefan Maurer, Manager von Kofferprofi.de, einem der führenden Online-Shops für Gepäckartikel, beschäftigt sich tagtäglich mit Schulranzen und berät seine Kunden in allen Fragen rund um Gepäck. Er gibt praktische Hinweise für Eltern und Kinder zum Schulranzen-Kauf. „Wichtiger als das Gewicht des Schulranzens ist seine optimale Passform. Diese muss genau auf Statur und Größe des Kindes abgestimmt sein“, so Stefan Maurer. Eltern sollten den Schulranzen aus diesem Grund alle paar Jahre erneuern. „Der Ranzen zur Einschulung ist nach ein paar Jahren oft nicht nur modisch passé, sondern häufig auch zu klein und schmal für das größer werdende Kind.“

Tragekomfort zeichne sich nicht nur durch ein leichtes Gewicht des Schulranzens, sondern auch durch ergonomische Rückenpolster und gepolsterte Tragegurte aus, weiß Maurer, „Das Gewicht des Ranzens sollte sich gleichmäßig auf dem Rücken verteilen, damit es nicht zu einer einseitigen Belastung kommt, sondern die Wirbelsäule entlastet wird.“ Besonders in der dunklen Herbst- und Winterzeit steht das Thema Sicherheit bei Eltern und Kindern an erster Stelle. Fluoreszierendes Material und retroflektierende Leuchtstreifen, die Licht bereits aus großer Entfernung zurückstrahlen sind ein unverzichtbarer Schutz in der Dunkelheit. „Mindestens ein Drittel des äußeren Materials des Schulranzens sollte damit ausgestattet sein“, rät Stefan Maurer. Damit teure Schulbücher und Utensilien vor Regen und Schnee geschützt sind, sollte man bei der Wahl des Materials auf eine wasserundurchlässige Beschichtung und eine wasserabweisende Außenseite achten.

Kranke Kinder gehören nicht in die Schule – Die imedo-Gesundheitsnews informieren auch zu diesem Thema.

Kinder gehören zur Generation MP3. Die Schwerhörigkeit nimmt immer mehr zu. Mit den imedo-Gesundheitsnews erfahren Sie mehr.

Bildquelle: rebel, pixelio.de

Aktuelle Interviews auf www.1000aerzte.de

Mein Favorit unter Omas Hausmitteln ist Zuhören! Das hat mir damals auch das Gefühl gegeben, verstanden zu werden und wichtig zu sein.

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