Tag Archiv | "Insulin"

Lebenslange Zusatzaufgabe: keinen Tag Urlaub vom Diabetes

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In Deutschland leben 200.000 Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus Typ 1. Die öffentliche Aufklärung über die oftmals als „Zuckerkrankheit“ verunglimpfte Stoffwechselerkrankung lässt noch immer sehr zu wünschen übrig. Selbst einfachstes Diabeteswissen ist in der Öffentlichkeit nicht bekannt: Diabetes bekommt man nicht vom Naschen oder vom Zucker, Diabetes ist nicht harmlos und an der Diabetes-Erkrankung ist niemand schuld, wie der Medizinjournalist und Diabetesberater Sven-David Müller vom Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet.

Kinderdiabetes-Projekte mit dem „Fine Star“ geehrt
Ende Oktober erhielten die Gewinner des Bayer Vital Preises für kreative Kinderdiabetes-Projekte aus Anlass des Kirchheim-Forum Diabetes in Wiesbaden ihre Preise. Der „Fine Star“ ist mit 17.500 Euro dotiert und hat wie im vergangenen Jahr drei Preisträger. In diesem Jahr gingen 42 Bewerbungen auf den Fine Star beim Preiskuratorium ein. Bayer Diabetes Care hat den diesjährigen „Fine Star“ unter das Motto „Fine macht stark“ gestellt. Die Auszeichnung erhalten Projekte, die sich in besonderer Weise dafür einsetzen, diabetische Kinder und Jugendliche auf ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Leben mit der Stoffwechselerkrankung vorzubereiten. Die Plätze eins bis drei belegten das Team Diabetes des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschlands (CJD) in Berchtesgaden, die Internetseite www.diabetes-kids.de und ein Projekt der Ubbo-Emmius-Klinik Aurich. Der großartige Erfolg des Fine Star 2009 war für die Verantwortlichen von Bayer Diabetes Care Anlass genug, den Preis auch für 2010 auszuschreiben.

Eine Giraffe soll Diabetikern Mut machen
Namensgeberin und Patin für die Auszeichnung ist das Maskottchen Fine – eine kleine Giraffe mit großem Auftrag. Fine macht sich stark für diabetische Kinder und Jugendliche und deren Eltern. Das Ziel sind selbstbewusste Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus. Grundsätzlich heißt es bei Diabetes, ein bisschen aufpassen, rund um die Uhr, ein Leben lang.

Offensichtliche Benachteiligung von Diabetikern
Erschreckend ist, dass jugendliche Diabetiker keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, in der Regel nicht verbeamtet werden und in einigen Bundesländern sogar nur unter Schwierigkeiten einen Führerschein machen können. Nicht alle männlichen diabetischen Jugendlichen empfinden es als Vorteil, dass sie weder zum Wehrdienst noch zum Zivildienst herangezogen werden, erläutert Medizinjournalist Sven-David Müller, der selbst im Alter von sieben Jahren an der chronischen Stoffwechselkrankheit erkrankte.

Was Diabetes für junge diabetische Patienten bedeutet, hat Müller zusammengefasst:

  • 2000 Insulin-Injektionen pro Jahr
  • 2000 Blutzuckermessungen mit Pieks in Fingerbeere oder Ohrläppchen im Jahr
  • 2000 berechnete, diabetesgerechte Mahlzeiten im Jahr

Der erste Platz beim Fine Star ist mit 10.000 Euro dotiert und ging an das Team Diabetes des CJD Berchtesgaden. In der Reha-Einrichtung in Berchtesgaden erfahren 35 diabetische Kinder und Jugendliche eine ganzheitliche Langzeitbetreuung. In der ausgezeichneten CJD-Einrichtung erhalten die jungen Diabetiker eine umfassende Betreuung und Schulung sowie schulische Ausbildung. Die oftmals aus schwierigen häuslichen Verhältnissen stammenden Diabetiker bleiben mindestens ein Jahr in Berchtesgaden. Hier ist das Ziel, unter dem Motto „Keiner soll verloren gehen“ den Körper der Patienten zu kräftigen, die Diabeteseinstellung zu optimieren und die Seele stark zu machen.

Den zweiten, mit 5.000 Euro dotierten Platz erhielt die Internet-Initiative www.diabetes-kids.de. Dies ist die reichweitenstärkste virtuelle Gemeinschaft für und von diabetischen Kindern und Jugendlichen. Den Preis nahm Michael Bertschs für sein Projekt entgegen, das er im Sommer 2000 startete, als seine Tochter Carolin im Alter von anderthalb Jahren an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankte. Er stellte damals fest, dass es viel zu wenig Informationen und überhaupt keine Dialogmöglichkeiten für diabetische Kinder und Jugendliche sowie deren Angehörige gibt.

Mit dem dritten Platz und 2.500 Euro wurde das Projekt der Ubbo-Emmius-Klinik Aurich ausgezeichnet. Die Klinik gestaltete eine phantasievolle Diabetes-Schulungswoche für Kinder und Jugendliche mit dem Zirkus Tausendtraum. 30 junge Diabetiker traten als Artisten auf und erhielten tosenden Applaus vom Publikum. Diese Vorstellung war der krönende Abschluss der einwöchigen Diabetesschulung. Inzwischen bietet auch die Uni-Kinderklinik in Düsseldorf ambulante Schulungswochen mit dem Zirkus Tausendtraum an. Und mit dem Preisgeld von 2.500 Euro gibt es 2011 eine Wiederholung der Aktion in Aurich.

Zu einem gesunden und aktiven Leben gehört regelmäßige körperliche Aktivität einfach dazu – auch und gerade für Menschen mit Diabetes mellitus. Lesen Sie weiter in den imedo-Gesundheitsnews: Diabetiker brauchen viel Bewegung

Das Gesundheitsportal www.imedo.de bietet zum Thema “Diabetes” zahlreiche Informationen, Gruppen und Medizinlexikoneinträge. Surfen Sie sich gesund.

Redaktion: Sven-David Müller, Andreas Köster
Bildquelle: Bayer Healthcare

Diabetiker brauchen viel Bewegung

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Zu einem gesunden und aktiven Leben gehört regelmäßige körperliche Aktivität einfach dazu – auch und gerade für Menschen mit Diabetes mellitus. Man unterscheidet hier zwischen Typ 1 und Typ 2 Diabetes. Professor und Sportwissenschaftler Dr. Ingo Froböse* aus Köln berichtet als Kolumnist des Internet-Gesundheitsportals www.imedo.de, wie körperliche Aktivität die Insulinwirkung verbessern kann und wie Diabetiker sich trainieren können.


Diabetes in jungen Jahren
Der Typ 1 Diabetes tritt am häufigsten in frühen Lebensjahren auf. Deshalb wurde diese Diabetes-Form früher auch als jugendlicher oder juveniler Diabetes bezeichnet. Nicht selten beginnt er mit plötzlich einsetzenden Beschwerden wie beispielsweise Bewusstseinsverlust. Diabetes Typ 1 beruht auf einem absoluten Mangel an Insulin infolge zerstörter Insulin produzierender Zellen, den Beta-Zellen, in der Bauchspeicheldrüse. Als mögliche Ursachen werden bei Diabetes Typ 1 verschiedene Faktoren diskutiert: eine Fehlsteuerung des Immunsystems, eine erbliche Veranlagung und äußere Faktoren wie zum Beispiel Virusinfektionen.

Spiel und Sport hilft gegen Diabetes Typ 1
Bei der immunologisch vermittelten Form des Typ 1 Diabetes mellitus bildet der Körper Antikörper, die sich unter anderem gegen die Insulin produzierenden Zellen richten und diese zerstören. In Folge dessen kann kein Insulin mehr produziert und Glucose nicht mehr aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen werden: Der Blutzucker steigt an. Da der Körper kein eigenes Insulin mehr bilden kann, müssen Patienten sich dieses als Medikament spritzen. Sport ist hier wichtig, um langfristigen Schäden wie Gefäßveränderungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht vorzubeugen. Außerdem zeigen Studien eine deutliche Verbesserung der Blutzuckereinstellung bei jugendlichen, sporttreibenden Typ 1 Diabetikern im Vergleich zu nicht aktiven Kontrollpersonen. Des Weiteren sind Spiel und Sport in der Gruppe ein wichtiges integratives Moment für Kinder und Jugendliche mit Typ 1. Die Möglichkeit, sich zusammen mit den nicht diabetischen Freunden am Schul- und Vereinssport zu beteiligen, ist nicht zu unterschätzen. Ein gänzlicher Verzicht auf Insulinmedikation durch Sport ist im Gegensatz zum Typ 2 Diabetiker jedoch nicht möglich.

Altersdiabetes: oft spät erkannt
Bei dem Typ 2 Diabetes, auch Altersdiabetes genannt, bildet die Bauchspeicheldrüse zunächst ausreichend Insulin, das jedoch nicht ausreichend wirkt. Ärzte sprechen dann von einer Insulinresistenz. Im weiteren Verlauf kann die Insulinproduktion abnehmen, sodass auch bei dieser Diabetes-Form eine Insulintherapie notwendig werden kann. Die Erkrankung kann lange symptomlos bleiben und macht meist erst nach dem 40. Lebensjahr durch Folgekomplikationen auf sich aufmerksam. Der Krankheitsverlauf ist hauptsächlich durch die Folgen der Gefäßschäden bestimmt: Etwa drei Viertel der Betroffenen sterben an Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Leider finden sich immer mehr jüngere Menschen, die Altersdiabetes haben.
Risikofaktoren zur Entstehung des Typ 2 Diabetes sind Übergewicht, Bewegungsmangel und eine falsche Ernährungsweise. Häufig tritt diese Diabetes-Form im Rahmen des Zivilisationsproblems „metabolisches Syndrom“ auf, bei dem der Organismus eine Resistenz gegenüber dem Insulin entwickelt. Deshalb ist es wichtig, dass zum einen Energie verbrannt und zum anderen der Blutzucker besser verwertet wird. Dies ist durch körperliche Aktivität möglich, da nur die Muskeln ausreichend Zucker verbrennen.

Körperliche Aktivität verbessert die Insulinwirkung
Regelmäßige Bewegung verbessert das körperliche Wohlbefinden, hilft Stress abzubauen, beeinflusst den Blutzuckerspiegel günstig und wirkt sich vorteilhaft auf Gewicht und Herz-Kreislauf-System aus. Risikofaktoren des Typ 2 Diabetes mellitus, wie erhöhte Blutfettwerte oder zu hoher Blutdruck werden dadurch günstig beeinflusst. Sport kann je nach Schweregrad der Erkrankung in Einzelfällen zu einem völligen Rückgang des Typ 2 Diabetes verhelfen.
Die Muskelzellen können den Blutzucker besser aufnehmen und die Muskeln brauchen bei Bewegung mehr Energie – das verbraucht zusätzlich Blutzucker und senkt die Werte. Auch langfristig verbessert Bewegung die Blutzuckerwerte, da der Körper Muskulatur aufbaut und Muskelzellen auch im Ruhezustand zusätzlichen Blutzucker verbrauchen. Die körperliche Aktivität wirkt sich jedoch bei jedem in individuellem Maße aus. Daher ist es gerade während des Sports wichtig, den Blutzuckerspiegel im Blick zu haben: Man sollte vor, eventuell während sowie ein bis zwei Stunden nach der körperlichen Aktivität den Blutzucker messen, um möglichen Stoffwechselentgleisungen vorzubeugen und die Reaktionen des Körpers kennenzulernen. Von diesen Komplikationen sind nur Diabetiker betroffen, die Insulin spritzen oder Tabletten einnehmen, die die Insulinproduktion steigern.

Auch bei Diabetikern fängt Bewegung im Alltag an
Alle Diabetiker sollten daher jede Gelegenheit nutzen, sich zu bewegen. Zum Beispiel kleinere Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen, statt mit dem Auto und besser die Treppen nutzen als den Aufzug. Auch Hausarbeiten, wie Staub saugen, Fenster putzen und Gartenarbeiten, sind körperliche Betätigungen und gehören zu einem körperlich aktiven Alltag.
Regelmäßiges Training kann das Risiko an Diabetes zu erkranken um 69 Prozent senken. Ausdauersport wirkt sich dabei ebenso positiv aus, wie Krafttraining oder eine Mischung aus beiden. Ausdauertraining wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen beeinflusst das Herz-Kreislauf-System, die Atmung, den Stoffwechsel sowie die Durchblutung der großen Muskelgruppen positiv. Auch Krafttraining wirkt sich positiv auf den Organismus aus und kann das Risiko für Bluthochdruck erheblich senken: Unsere Muskeln stellen das größte Stoffwechselorgan in unserem Körper dar und verbrennen am meisten Zucker und Fett. Sport optimiert also den Blutzucker und die Figur.
Ein erster Erfolg tritt schon nach acht bis vierzehn Tagen ein, tiefgreifende Körperumstellungen finden allerdings erst nach vier bis sechs Monaten statt. Um einen optimalen Erfolg zu erreichen, ist es optimal dreimal pro Woche zu trainieren.

Fazit: Sport tut Diabetikern gut
Körperliche Aktivität beeinflusst den Körper im Hinblick auf Diabetes sehr positiv: Sport kann das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 deutlich senken und auch die Betroffenen von Typ 1 Diabetes profitieren nachhaltig von Bewegung. Die Sekundärschäden werden deutlich reduziert und die Leistungsfähigkeit bleibt erhalten. Ist es zur Erkrankung gekommen, kann Sport den Blutzuckerspiegel so günstig beeinflussen, dass Typ 2 Diabetiker Medikamente deutlich reduziert beziehungsweise weggelassen werden können. Diabetiker sollten den Nutzen und die Vorgehensweise mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Bei imedo.de erhalten Sie nicht nur umfangreiche Informationen zu Diabetes, sondern können sich auch in der Gruppe „Diabetes“ mit anderen Betroffenen austauschen und von deren Erfahrungen mit Sport und Bewegung profitieren.

In den imedo-Gesundheitsnews erfahren Sie mehr über den Wandel von Diabetes und über synthetisches Hightech-Insulin.

Dr. Prang warnt im imedo-Gesundheits-TV vor den Folgekomplikationen unbemerkter Diabetes und erklärt, wie man Diabetes rechtzeitig erkennen kann.

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*Professor Dr. Ingo Froböse ist als Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule in Köln tätig und leitet dort das Zentrum für Gesundheit und das Institut für Rehabilitation. Er ist Autor einer Vielzahl von Beiträgen und Artikeln in den Publikums- und Fachmedien. Professor Froböse ist Beirat und Vorstandsmitglied sowie Berater einer Vielzahl von renommierten Fachgesellschaften und Gremien.

Bildquelle: RainerSturm, pixelio.de

Diabetes im Wandel: Vom Schweineinsulin zum synthetischen Hightech-Insulin

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Die Lebenssituation der Diabetiker ist heute viel besser, als sie es noch vor einigen Jahren war. Die Forschung kommt immer weiter und die Abläufe im Körper werden klarer. Damit verbessert sich der Lebensstandard der Betroffenen beträchtlich. Reiner Tippel vom Deutschen Diabetiker Bund, selbst seit 45 Jahren Diabetiker, berichtete dem Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de von den Veränderungen in der Vergangenheit und der heutigen Situation.

Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus

Der Begriff Diabetes mellitus kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „honigsüßer Durchfluss“. Im Volksmund wird er auch „Zuckerkrankheit“ genannt. Beides beschreibt das ursprüngliche Symptom: Die Ausscheidung von Zucker im Urin. Die Entwicklung des Autoimmundefekts Diabetes ist bis heute nicht endgültig geklärt. Was man weiß, ist, dass beim sogenannten Typ I, die Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse die Produktion des Hormons Insulin fast oder ganz einstellen. Das Insulin bewirkt die Verstoffwechselung von Glukose im Gewebe sowie die Hemmung der Zuckerproduktion in der Leber. Fällt dieser Vorgang aus, sammelt sich Glukose im Körper an und die Leber stellt unkontrolliert Zucker her. Dieser findet sich dann im Blut und im Urin. Bis 1780 konnte Diabetes durch eine Geschmacksprobe des Urins diagnostiziert werden. In diesem Jahr fand der englische Arzt Francis Home einen Weg, den Zucker im Urin chemisch nachzuweisen. Doch diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Heute lässt sich durch Schnelltests mit Blut ein erhöhter Zuckerspiegel sehr schnell nachweisen.

Diabetes Typ II: längst kein Altersdiabetes mehr

Momentan gibt es in Deutschland schätzungsweise acht Millionen Diabetiker, doch die Zahl steigt weiter an. „Manche Prognosen gehen von bis zu 10 Millionen Betroffenen in den nächsten Jahren aus“, sagt Reiner Tippel, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin des Deutschen Diabetiker Bundes DBB. Eine offizielle Statistik gebe es aber nicht. Besonders die durch Bewegungsarmut und Fehlernährung größer werdende Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Diabetes Typ II, der bisher eher als Altersdiabetes angesehen wurde, macht Tippel Sorgen: „Da kommt einiges auf uns zu.“ Beim Diabetes des Typ II stellt der Körper die Produktion von Insulin nicht gänzlich ein, viele Diabetiker dieses Typs kommen mit einer oralen Therapie und ohne Spritzen aus. Je nachdem, wie der Patient seine Ernährung gestaltet, wie viel er sich bewegt und ob der Diabetes erblich bedingt ist, kann er den Weg von den oralen Medikation bis zur Insulinspritze aktiv verlängern, betont Tippel.

Diabetesbehandlung: Vom Schweineinsulin zur Insulinpumpe

Bis in die 80er Jahre hinein bedeutete die Diagnose Diabetes für den Patienten einen strikten Zeitplan für das Essen und Spritzen sowie eine Verbotsliste für Lebensmittel. Die damaligen Insuline waren aus Tieren gewonnene Substanzen und nur wenige Stunden wirksam. Hauptsächlich wurde Schweineinsulin benutzt, weil das Schwein dem Menschen genetisch sehr ähnlich ist, es gab aber auch Insulin von Schafen oder Rindern. In den 80er Jahren gelang es, Insulin synthetisch herzustellen.Seitdem schreitet die Forschung immer weiter fort und versucht, der natürlichen Herstellung des Insulins im Körper so nahe wie möglich zu kommen. Zum Einen gibt es die kurzwirkenden Insulinanaloga, die wie das natürliche Insulin sofort wirksam werden, dafür aber recht schnell wieder abfallen. Zum Anderen wurden mittels Molekülmanipulation Insuline hergestellt, die bis zu 24 Stunden wirksam sind. Anhand des HbA1C-Wertes, dem „Blutzucker-Gedächtnis“ des Körpers, das zusammen genommen mit regelmäßigen Blutzuckermessungen und eventuellen Störfaktoren Auskunft darüber gibt, wie gut oder schlecht der Diabetiker auf sein Insulin eingestellt ist, können Mediziner die Qualität der Therapie bewerten.

Heute ist die Therapie-Kombination aus Langzeitinsulinen und Insulinanaloga als adäquate Behandlung weltweit anerkannt. Sie hat die Lebensqualität der Betroffenen um ein Vielfaches verbessert. Es ist nicht mehr zwingend notwendig, bestimmte Essenszeiten einzuhalten und auch die Verbotsliste von Lebensmitteln verschwunden. Ein Diabetiker ist heute sehr viel unabhängiger, nicht zuletzt durch die stete Weiterentwicklung der Spritz-Pens oder auch der Erfindung von Insulinpumpen. Reiner Tippel ist selbst seit einigen Jahren Pumpenträger und „sehr zufrieden damit“.

Informationen über die Insulinpumpe halten die imedo-Gesundheitsnews bereit: Insulinspritze adé: Leben mit der Insulinpumpe.

Bildquelle: Hans-Peter Häge, pixelio.de

Insulinspritze adé: das Leben mit der Insulinpumpe

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Heike Angele ist 22 Jahre alt, Studentin, Diabetikerin und Insulinpumpenträgerin. Damit ist sie eine von schätzungsweise 25.000 Diabetikern in Deutschland, die diese Form der Therapie gewählt haben. Ein noch sehr geringer Anteil bei geschätzten acht Millionen Diabeteserkrankten hierzulande. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de hat Heike Angele gefragt, wie sich ihr Leben durch die Pumpe verändert hat.

imedo: Wann wurde der Diabetes bei Ihnen festgestellt?

Heike Angele: Ich war sechs Jahre alt, als man es bei mir entdeckte. Ich musste ziemlich häufig auf die Toilette und habe extrem viel getrunken, also die typischen Merkmale. Mein Kinderarzt war nicht der Beste, aber er vermutete, dass es Diabetes ist und hat uns ins Krankenhaus geschickt. Da musste ich dann auch direkt vier Wochen lang bleiben, zum Einstellen.

imedo: War die Insulinpumpe die erste Wahl der Therapie?

Heike Angele: Ich habe zuerst gespritzt und wegen meines schlechten Glykohämoglobin-Wertes hat meine Mutter beim Arzt das Thema Pumpe angesprochen. Die Pumpe habe ich jetzt seit fünf Jahren. Davor war es so, dass ich dreimal am Tag regulär gespritzt habe. Bis zur Einstellung auf die Pumpe habe ich ab und zu auch sechs bis sieben Mal täglich spritzen müssen.

imedo: Was ist mit der Pumpe anders als mit der Spritze vorher?

Heike Angele: Mein Leben mit der Pumpe ist sehr gut, ich möchte sie nicht mehr missen. Das Größte daran ist, dass ich ausschlafen kann. Wenn ich mal nichts essen möchte, dann lass ich es einfach. Früher beim Spritzen war es so, dass ich, wenn ich gespritzt hatte, auch essen musste. Jetzt führe ich mir nur dann Insulin zu, wenn ich auch etwas essen möchte. Meine Werte haben sich verbessert und es ist einfach sehr angenehm, nur noch auf einen Knopf drücken zu müssen. Ich habe auch weniger Unterzuckerungen, weil mein Zucker durch die Pumpe sehr gut eingestellt ist. Auch das Essen in der Öffentlichkeit ist einfacher, da ich nicht mehr auf die Toilette gehen muss, um zu spritzen. Wobei meine Freunde sich nie daran störten, wenn ich am Tisch gespritzt habe, aber man weiß ja nie, wie fremde Menschen darauf reagieren.

imedo: Inwiefern schränkt der Diabetes Sie ein?

Heike Angele: Eingeschränkt bin ich schon, aber nicht sehr. Ich kann beispielsweise keine Cola trinken und es gibt durchaus noch Restaurants und Bars, die keine Light-Cola führen, aber dann trinke ich eben etwas anderes. Auch, wenn ich mich unvorbereitet viel bewege, bin ich eingeschränkt, weil ich dann schnell mal eine Unterzuckerung bekomme. Für solche Notfälle muss ich immer etwas Traubenzucker oder Geld dabei haben, um mich schnell versorgen zu können. Auch muss ich mein Testgerät immer bei mir führen. Wenn ich auf Reisen gehe, habe ich durchaus mehr zu tragen als andere. Ich muss an meine Blutzuckertestsachen denken und an mein Pumpenzubehör. Da ist es mit dem Spritzen einfacher, weil man weniger mitnehmen muss. Aber das hat mich alles nicht davon abgehalten, für drei Monate allein nach Australien zu gehen.

imedo: Ist die Pumpe zu sehen und werden Sie darauf angesprochen?

Heike Angele: Meine Pumpe ist recht groß. Tagsüber trage ich sie immer in der Hosentasche und für die Nacht habe ich einen Gürtel, an dem ich die Pumpe festmache und hin- und herbewegen kann. So stört sie mich nicht beim Schlafen. Ich wurde schon öfter angesprochen, dass ich mein Handy weglegen soll, wenn ich die Pumpe in der Hand hatte. Bisher hatte ich aber noch nie ein wirklich negatives Erlebnis, ich bin eher auf positives Interesse gestoßen. Ich habe kürzlich ein vierwöchiges Praktikum in einer Schule gemacht und war überrascht, dass mich niemand auf die Pumpe angesprochen hat. Man kann sie leicht mit einem Handy verwechseln, wenn sie in der Hosentasche getragen wird. Ab und zu kommt der Schlauch der Pumpe aber eben doch zum Vorschein, auch wenn ich sehr darauf achte, dass immer alles bedeckt ist.

imedo: Was möchten Sie anderen Diabetikern mit auf den Weg geben?

Heike Angele: Ich finde, man sollte seine Krankheit akzeptieren. Gerade mit Diabetes kann man heute wirklich gut leben. Ich möchte auch jedem ans Herz legen, sich über eine Insulinpumpe zu informieren, da es einem das Leben doch erleichtert. Klar muss man immer etwas bei sich tragen, aber das wird zur Gewohnheit und ich sehe meine Pumpe nicht als etwas Negatives oder Lästiges, sondern als etwas sehr Positives.

Patienten mit Diabetes haben es derzeit sehr viel leichter, als noch vor wenigen Jahren. Die imedo-Gesundheitsnews informieren über Diabetes im Wandel.

Bildquelle: B.Stolze, pixelio.de

Erleichterung bei Diabetes: Gel statt Spritze

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Die lästige Insulinspritze könnte bald der Vergangenheit angehören. Erste Tests mit einem neuartigen Gel verliefen nach Angaben der Technischen Hochschule Zürich erfolgreich. Das Gel soll ein bis zu vier Wochen reichendes Insulindepot anlegen, das durch Tabletten exakt dosiert freigesetzt werden kann. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de informiert über Insulingel für Diabetiker.

Insulingel

Die tägliche Insulinspritze ist für Diabetiker eine belastende Prozedur. Zudem birgt jeder Stich auch ein Infektionsrisiko. Bislang ist es aber noch nicht gelungen, Insulin beispielsweise in Tablettenform darzureichen. Nach Angaben der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, kurz ETH, entwickelten nun Forscher ein neuartiges Verfahren, das bereits in wenigen Jahren eine Alternative zur täglichen Spritze bieten könnte. Dabei handele es sich um eine gelartige Substanz, die nur noch alle zwei bis vier Wochen als Medikamentendepot gespritzt werden müsse.

Den Wissenschaftlern zufolge besteht das Gel aus winzigen, dünnen Polymerfäden, an denen Proteine befestigt sind. In diesem Gel, das sich im Körper zu einem Klümpchen verwandle, sei der Wirkstoff eingeschlossen. Wenn die Betroffenen nun das Antibiotikum Novobiocin in Form einer Tablette zu sich nähmen, löse sich eine definierte Menge des Gels auf, und der Wirkstoff Insulin gelange in der gewünschten Dosis in den Blutkreislauf.

Tabletten setzen Insulin aus dem Depot frei

Diabetiker sollen also zukünftig eine Pille schlucken können, um das lebensnotwendige Insulin freizusetzen statt sich wie bisher eine Spritze zu verabreichen. Über die Dosis des Antibiotikums könne genau bestimmt werden, welche Menge Insulin freigesetzt werde, erklären die Forscher.

Obwohl Novobiocin nur wenige Nebenwirkungen habe, lasse sich aber nicht ganz ausschließen, dass Bakterien dagegen resistent werden könnten. Deshalb werde nun eine zweite Generation des Gels entwickelt, das ohne dieses Antibiotikum auskommen solle. Das neuartige Gel solle in den nächsten Monaten zunächst im Tierversuch getestet werden.

Warum Diabetiker viel Bewegung brauchen, verraten die imedo-Gesundheitsnews.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren über Diabetes im Wandel.

Die imedo-Gesundheitscommunity ermöglicht Diabetikern durch die Gruppe „Diabetes“ den Austausch über die Krankheit.

Bildquelle: B.Stolze, pixelio.de

Drei von vier Diabetes-Erkrankungen nur zufällig erkannt

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40 Prozent der Bevölkerung besitzt die genetische Veranlagung, im Laufe ihres Lebens an Diabetes mellitus zu erkranken. Doch nur selten deuten Betroffene die Symptome von den Patienten richtig und konsultieren einen Arzt. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de rät bei einem Verdacht auf Diabetes umgehend einen Mediziner aufzusuchen.

Drei von vier Diabetes-ErkrankungenIn Deutschland leiden elf Prozent der Erwachsenen an Diabetes. Bei dieser Stoffwechselkrankheit kommt es zu einer zu hohen Blutzuckerkonzentration. Verursacht wird diese durch einen Mangel an Insulin, einem Hormon, das der Körper für den Transport von Glucose in die Körperzellen benötigt. Die meisten Typ 2 Diabetiker leiden an Insulinresistenz. Die Folgen des Diabetes können drastisch sein und viele Bereiche betreffen. Üblicherweise kommt es zu Nieren- und Nervenerkrankungen, aber auch Augen und Füße können betroffen sein.

Symptome von Diabetes und Stress können leicht verwechselt werden

Trotz dieser schweren Folgeerkrankungen sind die wenigsten Menschen ausreichend über die typischen Symptome eines Diabetes aufgeklärt oder verwechseln sie mit anderen, einfacheren Erkrankungen wie Überforderung und Stress. Wer bei sich häufiges Wasserlassen, Durst, Abgeschlagenheit und Müdigkeit sowie eine deutliche Gewichtsabnahme beobachtet, sollte dringend einen Arzt konsultieren. Eine Diagnose kann durch einen einfachen Blutzuckertest gestellt werden.

Die Risikogruppe hinsichtlich Diabetes mellitus ist groß

Vor allem Personen mit besonders hohem Diabetes-Risiko sollten auf diese Anzeichen achten. Zu diesen Personen zählen stark Übergewichtige und Menschen, bei denen ein Verwandter ersten Grades bereits an Diabetes leidet. Auch wenn bei Familienangehörigen bereits in jungen Jahren ein Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftraten, besteht ein erhöhtes Risiko. Verstärkt wird dieses durch Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Frauen, die an einem Schwangerschaftsdiabetes litten, sind ebenfalls stark gefährdet, später an einem manifesten Diabetes mellitus zu erkranken. Bei Verdacht auf Diabetes sollte man sich unbedingt testen lassen, damit die notwendige Therapie umgehend eingeleitet werden kann.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren ausführlich über Diabetes mellitus. Lesen Sie auch: Zusammenhang zwischen Diabetes und Herpes und Diabetiker brauchen viel Bewegung

Diabetes: Tai Chi Chuan reduziert Blutzucker

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Sport soll ja bekanntlich Wunder wirken. Eine Studie hat ergeben, dass fernöstliches Schattenboxen hilft, den Blutzucker von diabeteskranken Menschen vom Typ 2 zu senken. Gleichzeitig wird die körpereigene Produktion von Entzündungshemmern gesteigert. Das Internet-Gesundheitspotal www.imedo.de berichtet.

Die Diabetes mellitus Typ 2 ist eine altersbedingte Diabetes-Form, bei der das Insulin an den Zellmembranen zwar vorhanden ist, die Wirkung dessen jedoch ausbleibt. Auf Grund dessen ist der Körper nicht mehr in der Lage, die Aufgabe der Bauchspeicheldrüse zu übernehmen und die benötigte Menge Insulin zu produzieren. Die benötigte Insulinproduktion kann so nicht mehr gewährleistet werden und die zur Verfügung stehende Menge an produziertem Insulin reicht nicht mehr aus, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Folgen der Insulinresistenz

In Folge dessen entwickeln die Betroffenen eine Insulinresistenz. Ihr Stoffwechsel ist nicht mehr in der Lage, den vorhandenen Zucker im Blut zu verarbeiten. Der überwiegende Teil der Betroffenen weist einen relativen Insulinmangel auf. Ihr Körper produziert zwar immer noch Insulin, dies jedoch nicht mehr in der erforderlichen Menge. Die Hauptursache für diese Stoffwechselkrankheit ist Fettleibigkeit, weitere Ursachen sind genetische Veranlagung und Bewegungsmangel.

Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2

Typ 2 Diabetes mellitus Patienten können ohne weiteres auf Medikamente verzichten, wenn sie sich nach einem Ernährungs- und Sportprogramm richten. Zu diesen essentiellen Maßnahmen gehören die Reduktion des Körpergewichtes und genügend Bewegung. Diese führen dazu, dass die Körperzellen ihre Insulin-Aufnahmefähigkeit zurückgewinnen und das körpereigene Insulin besser wirken kann. So kann der Blutzuckerspiegel normalisiert werden und der Patient sorgenfrei den Alltag bewältigen.

Zur medikamentösen Therapie gibt es verschiedene Therapieansätze. In Taiwan wurde in einer kleinen Studie nachgewiesen, dass nicht unbedingt ein schweißtreibendes Bewegungsprogramm abgehalten werden muss, um die erwünschte Wirkung zu erreichen. Mitarbeiter vom Chang Gung Memorial Hospital haben in einem Kurs, der sich über zwölf Wochen erstreckt hat, interessante Erkenntnisse gewonnen. An diesem Kurs nahmen 30 Typ-2-Diabetiker und ebenso viele gesunde Testpersonen teil.

Sichtbare Erfolge von Diabetes-Patienten

Die Auswertungen belegen, dass die Blutzuckerwerte der Diabetiker von durchschnittlich 7,59 Prozent auf 7,16 Prozent gesunken sind. Außerdem beruhigten sich während des Kurses die unterschwelligen Entzündungsprozesse im Körper der Diabetiker.

Forscher nehmen an, dass sich die langsamen und flüssigen Bewegungen auf diese Prozesse besänftigend auswirken. Doch nicht nur diese beeinflussen die Entzündungsprozesse positiv, sondern auch die gewonnene Fitness und das damit verbundene Gefühl des Wohlbefindens.

Diabetiker brauchen viel Bewegung. Die imedo-Gesundheitsnews verraten, warum. Lesen Sie auch: Drei von vier Diabetes-Erkrankungen werden nur durch Zufall erkannt

Bildquelle: Michael Raab, pixelio.de

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