Tag Archiv | "Gesundheitskosten"

Märchen der explodierenden Krankenkassen-Verwaltungskosten

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Kein anderer Kostenfaktor des Gesundheitswesens prägte die Debatte über das deutsche Gesundheitssystem seit Jahrzehnten wie die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Die Verwaltungskosten aller Krankenkassen machen aber gerade einmal 5,2 Prozent der Gesamtausgaben im Gesundheitswesen aus, wie das Gesundheitskostenplakat von imedo zeigt, stellt Medizinjournalist Sven-David Müller vom Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de klar. Dennoch erwecken Experten und Medien immer wieder den Anschein, eine Reduzierung der Verwaltungskosten der  Krankenkassen könne die finanziellen Löcher im Gesundheitssystem stopfen. Wie jedoch Einsparungen bei den 13,2 Milliarden Euro Verwaltungskosten die Gesamtausgaben von 253 Milliarden Euro deutlich senken sollen, ist unklar.

Verwaltungsapparat bei privaten Krankenkassen ist teuer

Viele Kritiker der gesetzlichen Krankenversicherungen sprechen sich für eine Privatisierung der Gesundheitsversorgung aus und bevorzugen ein Modell mit ausschließlich privaten Krankenversicherungen (PKV).  Dabei lassen sich die PKV im prozentualen Vergleich zu den GKV ihren Verwaltungsapparat deutlich mehr kosten. Während die privaten Krankenversicherungen 15 Prozent ihrer Einnahmen in die Verwaltung steckten, betrug der Anteil bei den gesetzlichen Krankenversicherungen gerade einmal 6 Prozent.

Verwaltungskosten der Krankenkassen „explodieren“ nicht

Die Behauptung der „explodierenden“ Verwaltungskosten entspricht nicht der Realität, wie die Zahlen des imedo-Gesundheitskostenplakates zeigen. Im Jahr 2007 sind diese um gerade einmal 0,7 Prozent angestiegen. Die Gesamtausgaben für das deutsche Gesundheitswesen stiegen hingegen um 3 Prozent und auch die Inflationsrate lag beträchtlich höher. Von einer Explosion, wie viele Medien behaupten, kann also gar keine Rede sein, betont Müller. Einsparungen bei der Verwaltung sind sicher möglich und notwendig, stellen jedoch keinen großen Wurf dar, um die Gesamtkosten signifikant zu senken.

Weitere Artikel über die Kosten im deutschen Gesundheitswesen bieten die Gesundheitsnews.

Mehr Informationen zum imedo-Gesundheitskostenplakat im Internet unter http://www.gesundheitskostenplakat.de.

Oder gleich in den Buchhandel und das imedo-Gesundheitskostenplakat mit Begleitbroschüre unter der ISBN 978-3-89574-726-7 bestellen.

Redaktion: Danny Böckmann und Sven-David Müller (Medizinjournalist)
Bildquelle: imedo GmbH

Ärztemangel in Deutschland ist traurige Realität

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Ärztemangel trotz steigender Arztzahlen klingt für viele Menschen, die nicht im deutschen Gesundheitswesen aktiv sind, wie ein Widerspruch. Die Bedrohung für die medizinische Grundversorgung durch Ärztemangel ist aber gerade in ländlichen Gebieten real. Das Gesundheitskostenplakat der imedo GmbH mit dem richtungweisenden Gesundheitsportal www.imedo.de zeigt, dass das Durchschnittsalter niedergelassener Ärzte seit 1995 kontinuierlich angestiegen ist und im Jahr 2007  über 51 Jahren lag. Gleichzeitig sank die Zahl der Medizin-Absolventen an Hochschulen und Universitäten von 10.300 auf 9.600. Immer weniger junge Ärzte können die überalteten Praxisärzte ersetzen, informiert Medizinjournalist und imedo-Kommunikationsleiter Sven-David Müller.

Spezialisierungen der Ärzte und der medizinische Fortschritt gefährden die Grundversorgung

Fast 315.000 Ärzte praktizierten im Jahr 2007 in Deutschland. Gerade einmal knapp über 80.000 von ihnen waren in den Fachbereichen Innere Medizin und Allgemeinmedizin aktiv. Doch genau diese Fachbereiche sind für die medizinische Grundversorgung zuständig. Also treffen bei der alltäglichen medizinischen Versorgung auf einen Arzt etwa 1.000 Patienten. Lange Wartezeiten für die Patienten und Zeitdruck für die Ärzte sind die Folge. Besonders Kassenpatienten müssen immer länger warten.

Sinkende Arbeitszeiten von Ärzten

Von 1991 bis 2007 sank die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Ärztinnen und Ärzten von durchschnittlich 38,1 auf 33,2 Stunden. Die sinkende Zahl an Medizin-Absolventen konnte die auf Grund der Arbeitszeitverkürzungen entstandenen Kapazitäten nicht decken. Folge war ein Wettbewerb um Praxisstandorte. Viele Mediziner vernachlässigten daher die ländlichen Gebiete, weil sie dort weniger Umsatz und mehr Aufwand erwartete. Das Gesundheitskostenplakat von imedo liefert einen Überblick über die gesamten Kostenströme im deutschen Gesundheitswesen und deckt weitere Missstände auf. Das Gesundheitskostenplakat ist im Buchhandel mit einer Begleitbroschüre erhältlich (ISBN 978-3-89574-726-7).

Mehr Informationen zum imedo-Gesundheitskostenplakat unter http://www.imedo.de/artikel/gesundheitswesen.

Der Unternehmensblog bietet allen Interessenten Neuigkeiten über das Unternehmen imedo.

Redaktion: Danny Böckmann und Sven-David Müller (Medizinjournalist)

Sonderleistungen im deutschen Gesundheitswesen hauptsächlich von gesetzlichen Krankenkassen getragen

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Die Sonderleistungen des deutschen Gesundheitswesens in Höhe von 34,6 Milliarden Euro wurden in 2007 größtenteils von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt. Wie aus dem neuen Gesundheitskostenplakat der imedo GmbH hervorgeht, trugen diese 62 Prozent, während es bei den privaten Krankenversicherungen nur 16 Prozent waren. Zu Sonderleistungen gehören fachärztliche Tätigkeiten, Leistungen, die in der Grundversorgung anfallen, sowie sämtliche ärztliche Leistungen in Krankenhäusern. Die Sonderleistungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent gestiegen und stellen den größten Posten der ärztlichen Leistungen dar, die in 2007 um 3,5 Prozent auf 68,9 Milliarden Euro anstiegen.

Sonderleistungen umfassen auch die individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL)
Zu den Sonderleistungen gehören auch die individuellen Wahlleistungen, die Patienten privat bezahlen müssen. Der Gesetzgeber hat sie dem Leistungsangebot der Ärzte hinzugefügt, um auf Wunsch eine flexible Ausgestaltung des Behandlungsangebotes zu ermöglichen. Der Arzt muss dabei den Patienten über die Kosten und Rechtsfolgen der Inanspruchnahme aufklären und eine kurze, schriftliche Vereinbarung mit dem Patienten treffen. Wie die Gesundheitslupe der imedo GmbH zeigt, gaben die privaten Haushalte 3,8 Milliarden Euro für Sonderleistungen aus – hauptsächlich für individuelle Wahlleistungen. In den 5,5 Milliarden Euro, die die privaten Krankenversicherungen für Sonderleistungen ausgaben, sind die für Privatpatienten übernommenen IGeL enthalten.

Knapp 30 Prozent der Gesundheitsausgaben fließen in ärztliche Leistungen
Weitere Posten der ärztlichen Leistungen sind Laborleistungen, strahlendiagnostische Leistungen und Grundleistungen, wie beispielsweise die Beratung, Untersuchung und das Schreiben eines Rezeptes. Das Gesundheitskostenplakat zeigt, dass 27,2 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen, die in 2007 insgesamt 253 Milliarden Euro betrugen, auf die ärztlichen Leistungen entfallen. Zu diesen Gesamtausgaben steuerten die privaten Krankenversicherungen (PKV) etwa ein sechstel des Anteils der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bei, die 58 Prozent trugen.

So viel kostet Gesundheit in Deutschland

Das Gesundheitskostenplakat der imedo Gesundheitsredaktion bietet Transparenz in den Kostenströmen des Gesundheitswesen, wie keine andere Quelle. Zusätzlich zu den neuesten verfügbaren Zahlen und Daten präsentiert es weitreichendes Hintergrundwissen und klar erkennbare Entwicklungen des Gesundheitssystems. Unter anderem schlüsselt der Kostennavigator auch die Ausgabenträger 2007 nach ihrer Verwendung des Geldes auf. Ersichtlich ist hier, wie viel Geld die PKV und GKV für stationäre und ambulante Einrichtungen und für die Verwaltung ausgeben.

Kosten-Transparenz auch für Patienten
Viele Gesundheitszentren und Arztpraxen möchten ihre Patienten über die Situation im Gesundheitswesen aufklären. Daher ist das Gesundheitskostenplakat großformatig nicht nur als PDF-Download, sondern auch über den Verlag Dr. Köster oder im Buchhandel als Printversion erhältlich (ISBN 978-3-89574-726-7). Sämtliche Einzelgrafiken stellt die imedo GmbH im Rahmen des Journalistenservice selbstverständlich honorarfrei zur Verfügung und trägt somit zu einem sachlichen Diskurs zu notwendigen Reformen im Gesundheitswesen bei.

Redaktion: Andreas Köster

Deutsches Gesundheitssystem ist effizienter geworden

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Die Gesamtausgaben des Gesundheitswesens betrugen im Jahr 2007 rund 253 Milliarden Euro: Das ist eine Steigerung der Gesundheitskosten um 3 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt betrug zur gleichen Zeit 2.423 Milliarden Euro. Damit liegt der Anteil der Ausgaben im Gesundheitswesen vom Bruttoinlandsprodukt bei 9,6 Prozent – eine Verbesserung um ein Prozent in einem Jahr. Diese und weitere interessante Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen zeigt das neue Gesundheitskostenplakat des Internet-Gesundheitsportals imedo. Die aktuelle Auswertung zeigt, dass von einer Kostenexplosion keine Rede sein kann, macht Kommunikationsleiter Sven-David Müller deutlich.

Gesundheitswesen einfach aufgeschlüsselt: Das Gesundheitskostenplakat
Nach wie vor gehört Deutschland zusammen mit den USA, der Schweiz und Frankreich zu den Staaten mit den höchsten Ausgaben im Gesundheitswesen weltweit. Das komplizierte System der Gesundheitsausgaben setzt sich aus einer Vielzahl von Kostenträgern zusammen: Die Gesetzliche Krankenversicherung trägt mit 58 Prozent den mit Abstand größten Anteil. Private Haushalte und Non-Profit-Organisationen steuern zur Finanzierung der Gesundheit in Deutschland 13 Prozent und die Private Krankenversicherung 9 Prozent bei. Die weiteren Ausgabenträger, von denen Leistungen fließen, sind Pflegeversicherung, Öffentliche Haushalte, Arbeitgeber sowie Unfallversicherung und Rentenversicherung. Wohin die Geldströme in Gesamthöhe von 253 Milliarden Euro fließen, macht der Kostennavigator Gesundheitskostenplakat von imedo großformatig transparent: Sämtliche Gesundheitsleistungen wie zum Beispiel ärztliche, pflegerische und therapeutische Leistungen, aber auch Zahnersatz, medizinische Hilfsmittel und Arzneimittel sind hier übersichtlich aufgeschlüsselt. Jeder Bereich gibt detailliert Auskunft über Gesamthöhe, Veränderung zum Vorjahr sowie Kostenaufteilung in Euro und Prozent. Diese umfassende und trotzdem übersichtliche Darstellung der Kosten des Gesundheitswesens ist einmalig.

Das deutsche Gesundheitswesen verstehen
Das Zahlen- und Datenmaterial des Gesundheitskostenplakates wird durch Hintergrundinformationen, Analysen und Infokästen zum Gesundheitssystem ergänzt. Hier sind beispielsweise aktuelle Anpassungen am Gesundheitsfonds, Trends bei den Gesundheitsausgaben oder deren Anteil am Gesamtkonsum der privaten Haushalte erläutert. Somit berücksichtigt das Gesundheitskostenplakat das Informationsbedürfnis der Menschen in Deutschland, um die sich das Gesundheitswesen als Patienten, Krankenversicherte und Arbeitnehmer in medizinischen Berufen dreht. Die Bürger geben zusätzlich zu Steuern und Versicherungsbeiträgen vier Prozent ihres Einkommens für Gesundheitspflege aus.

Informationen für Ärzte, Gesundheitszentren und Krankenkassen
Wie groß der Bedarf an umfassenden und verständlichen Informationen zu den Kosten des Gesundheitssystems ist, zeigt der Erfolg des Gesundheitskostenplakates. Gesundheitszentren, Arztpraxen und Krankenkassen möchten ihre Kunden, die Mitglieder und Beitragszahler, informieren und zur aktiven Teilnahme an den Diskussionen zur Umstrukturierung und Reform des Gesundheitswesens einladen. Themen wie der Gesundheitsfond, die Kopfpauschale und Zusatzbeiträge der Gesetzlichen Krankenkassen erfordern ein gutes Grundlagenwissen sowie einen Überblick über die Kostenströme und die Verwendung der 253 Milliarden Euro, die die Menschen in Deutschland bezahlen.

Das Gesundheitskostenplakat ist online und offline erhältlich
Die Redaktion stellt allen Internetnutzern das Gesundheitskostenplakat kostenlos zur Verfügung.
Eine hochauflösende, druckbare Version des Gesundheitskostenplakates steht gegen eine Gebühr zum Download bereit.
Der Berliner Wissenschaftsverlag Dr. Köster hat das Gesundheitskostenplakat als Druckwerk im DIN A1 Format herausgebracht, das mit begleitendem Booklet und Vorwort von Dr. Ellis Huber und MdB Dr. Rudolf Henke im Buchhandel erhältlich ist (ISBN 978-3-89574-726-7).

Redaktion: Andreas Köster

Mythos Gesundheitssystem

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Wieder einmal sollen Krankenkassenbeiträge steigen, diesmal über einen sogenannten Zusatzbeitrag. Gleichzeitig wird der Kassenpatient das Gefühl nicht los, die Kasse wolle sich immer öfter um die Übernahme der Kosten drücken und der Patient müsse immer mehr Leistungen und Arzneimittel selbst zahlen. Die Krankenkassen gelten als riesiger geldverschlingender Apparat und das deutsche Gesundheitssystem bereits als erkrankt. 253 Milliarden Euro kostete 2007 die Gesundheit in Deutschland und damit drei Prozent mehr als im Vorjahr, informiert Medizinjournalist Sven-David Müller. Das Gesundheitskostenplakat von imedo räumt mit den Mythen des Gesundheitssystems auf. Eines ist sicher: massiv steigen die Kosten des Gesundheitswesens nicht an, aber eine effektive Gesundheitsreform, die Lobbyisten überhört, ist notwendig.

Mythos 1: Die Gesundheitskosten je Einwohner steigen massiv an.
Falsch!
Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sind die prozentualen Gesundheitsausgaben je Einwohner konstant und liegen bei etwa zehn Prozent des BIP. Von einer Kostenexplosion kann keine Rede sein.

Mythos 2: Die allgemeinen Verwaltungskosten sind immens.
Falsch!
Die Verwaltungskosten des Gesundheitssystems machen einen Anteil von nur fünf Prozent der gesamten Kosten aus. 13,2 Milliarden Euro von insgesamt 253 Milliarden Euro flossen in die Verwaltung. An den Verwaltungskosten der Krankenkassen geht das Gesundheitssystem also nicht zugrunde.

Mythos 3: Die Kosten für die Pflege alter und kranker Menschen steigen rasant an.
Falsch!
Tatsächlich sind die Kosten für Pflegeleistungen im Jahr 2007 nur um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Mit 45,7 Milliarden Euro betrug der Anteil der Pflegekosten an den Gesamtkosten 18 Prozent.

Mythos 4: Die Ausgaben für Investitionen sind zu hoch.
Falsch!
2007 sanken die Investitionen in Neubaumaßnahmen und Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten sogar um 2,3 Prozent. Mit 8,8 Milliarden Euro werden für solche Investitionen nur 3,5 Prozent aufgewendet. Ein riesiger Investitionsstau entsteht.

Mythos 5: Für die Gesundheitsförderung wird zu wenig ausgegeben.
Falsch!
Für die Gesundheitsförderung wurden 15,5 Prozent mehr Geld zur Verfügung gestellt. In keinem anderen Bereich der Gesundheitskosten ist der Anstieg so stark. Ob das Geld jedoch in Broschüren und Werbespots richtig angelegt ist, darüber lässt sich streiten.

Mythos 6: Die Verwaltungskosten steigen stark an.
Falsch!
Um gerade einmal 0,7 Prozent sind die Ausgaben für Verwaltung 2007 gestiegen. Von einem starken Anstieg kann keine Rede sein.

Mythos 7: Die Früherkennung von Krankheiten verschlingt zu viel Geld.
Falsch!
Die Ausgaben für die frühzeitige Erkennung von Krankheiten sind sogar um 7,7 Prozent zurückgegangen. Das ist erschreckend und nicht zu rechtfertigen.

Mythos 8: Die Kosten für Zahnersatz sind zu hoch.
Falsch
! Tatsächlich ist der Anteil der Kosten für Zahnersatz an den Gesamtkosten gerade einmal 2,3 Prozent. 5,8 Milliarden Euro von 253 Milliarden Euro Gesamtkosten werden für Zahnprothesen ausgegeben.

Mythos 9: Deutsche Privathaushalte geben wenig Geld für Gesundheit aus.
Falsch!
Im europäischen Vergleich geben die Deutschen privat mehr Geld aus als andere Europäer. Vier Prozent ihres Einkommens berappen deutsche Haushalte für die Gesundheitspflege, der europäische Durchschnitt liegt bei 3,6 Prozent.

Mythos 10: Die Deutschen sind zu oft und zu lange krankgeschrieben.
Falsch!
Der Krankenstand in Deutschland ist seit mehr als zehn Jahren rückläufig. Waren 1995 noch fünf Prozent aller Beschäftigten mit Krankenschein zu Hause, so waren es 2007 nur noch knapp über drei Prozent.

Mythos 11: Die ärztlichen Leistungen sind unterfinanziert
Falsch!
Der größte Anteil der Gesundheitskosten fließt in ärztliche Leistungen und in Waren mit jeweils 27 Prozent der gesamten Ausgaben. Auch wenn Ärzte-Lobbyisten nach noch mehr Geld schreien, ist das nicht zu rechtfertigen.

Mythos 12: Aufgrund der Zuzahlungspflicht bei Medikamenten wird weniger für Arzneimittel ausgegeben.
Falsch!
Die Ausgaben für Arzneimittel sind im Jahr 2007 um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Besonders Schmerzmittel werden immer mehr zum Bestseller der Apotheken: sieben der zehn am häufigsten verkauften frei verfügbaren Medikamente sind Präparate mit schmerzlindernden  Wirkstoffen. Der Gesetzgeber ist aufgefordert, die Pharmaindustrie zu kostendämpfenden Verhalten und Preisen zu „zwingen“ und Schmerzmittel rezeptpflichtig zu machen.

Mythos 13: Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) geben zu viel Geld für ihren Verwaltungsapparat aus.
Falsch!
Tatsächlich lassen sich die privaten Krankenversicherungen (PKV) ihre Verwaltung prozentual deutlich mehr kosten als die gesetzlichen: 15 Prozent der Einnahmen flossen bei den PKV in die Verwaltung. Bei den GKV waren es nur sechs Prozent.

Der bekannte Gesundheitsreformer und langjährige Präsident der Berliner Ärztekammer Dr. med. Ellis Huber begrüßt, dass das Gesundheitskostenplakat als Kostennavigator mehr Transparenz in das Kostensystem des Gesundheitswesens bringt. Mit dem Gesundheitskostenplakat steht erstmals in Deutschland eine umfassende Landkarte der Kosten und Strukturen der Gesundheitswirtschaft zur Verfügung, so Müller abschließend.

Das Gesundheitskostenplakat ist erschienen im Wissenschaftsverlag Dr. Köster Berlin.

Sie haben Interesse am Kostennavigator? Auf den Seiten von imedo.de können Sie sich das Gesundheitskostenplakat herunterladen.

Weitere Artikel zum Gesundheitskostenplakat und Kosten des deutschen Gesundheitswesens finden Sie auf den imedo-Seiten.

Redaktion: Marcel Kresin und Sven-David Müller (Medizinjournalist)

Gesundheitskosten im Überblick

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Kurz vor Weihnachten ist die Begleitbroschüre zum Gesundheitskostenplakat im Berliner Wissenschaftsverlag Dr. Köster erschienen. Das Vorwort stammt vom langjährigen Präsidenten der Berliner Ärztekammer Dr. med. Ellis Huber, der unser einmaliges Projekt von Anfang an unterstützt und fachlich bereichert hat, so imedo-Kommunikationsleiter und Medizinjournalist Sven-David Müller. Das Grußwort verfasste Gesundheitspolitiker MdB Rudolf Henke, erster Vorsitzender des Marburger Bundes und Mitglied des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages.

Die Gesamtausgaben im Gesundheitswesen betrugen im Jahr 2007 253 Milliarden Euro und sind im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gestiegen. Im Frühjahr 2008 hat die Medizinredaktion der imedo GmbH zum ersten Mal alle Zahlen und Fakten zu den Kosten im Gesundheitswesen in Deutschland zusammengefasst und als Gesundheitskostenplakat herausgegeben. Innerhalb kürzester Zeit hat dieser Kostennavigator, der die notwendige Transparenz in den Gesundheitsdickicht bringt, seinen Weg zu den Gesundheitsministerien auf Landes- und Bundesebene, private und gesetzliche Krankenkassen, Parteien, Gesundheitsökonomen und vielen Gesundheitsinteressierten gefunden.

Gesundheitskostenplakat für jedermann interessant
Heute gilt das Gesundheitskostenplakat als Standardwerk für alle, die an Gesundheitsökonomie interessiert sind. Die aktuelle Auflage richtet ihr besonderes Augenmerk auf den Schmerzmittelmissbrauch in Deutschland und die zunehmende Überalterung und Engpässe in der kassenärztlichen Versorgung. Sieben von zehn der in der Apotheke am häufigsten verkauften Arzneimittel dienen der Linderung von Schmerzen. In strukturschwachen Gebieten kommt es immer mehr zu Ärztemangel, das Durchschnittsalter der Kassenärzte steigt kontinuierlich und die Zahl der Medizinstudium-Absolventen ist gefallen. Das Gesundheitswesen in Deutschland braucht einen Entwicklungsschub und Transparenz wie sie das imedo-Gesundheitskostenplakat schafft, ist ein Beitrag in die richtige Richtung, schreibt Ellis Huber im Grußwort zum Booklet. Er kreidet an, dass viel Geld mit sinnentleerten und überflüssigen Prozeduren verplempert wird. Er diagnostiziert, dass das Gesundheitssystem in Deutschland krank ist.

Gelungene Kosten-/Leistungsübersicht
Rudolf Henke betont in seinem Grußwort, dass es imedo mit dem Gesundheitskostenplakat gelungen ist, eine Übersicht über die Verwendung finanzieller Mittel zu geben und viele interessante Informationen über die Versorgungsstruktur im deutschen Gesundheitswesen bereitzustellen. Es sei eine gute Idee, „Geldströme“ und Leistungsgeschehen im Deutschen Gesundheitswesen gemeinsam darzustellen, so Henke. Autoren des Booklets sind Julia Kadauke, Philipp Kaste (Medical Advisor), Andreas Köster (Redaktionsleiter der Gesundheitsnews) und Medizinjournalist Sven-David Müller (Kommunikationsleiter). Herausgeber ist die imedo GmbH, die unter anderem die Internet-Gesundheitsportale www.imedo.de, www.medizin-netz.de, www.medsana.ch sowie www.operationauge.de betreibt. Monatlich nutzen 1,2 Millionen Unique User diese Internetangebote. Das Gesundheitskostenplakat erscheint als Poster mit Booklet im Berliner Wissenschaftsverlag Dr. Köster.

Bibliografische Daten: Gesundheitskostenplakat mit Booklet, ISBN 976-3-89574-726-7, 12,90 Euro

Redaktion: Sven-David Müller (Medizinjournalist) und Marcel Kresin

Gesundheitsvision 2010: alte Ärzte in heruntergekommenen Krankenhäusern

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Mehr als die Hälfte der gesamten Gesundheitskosten werden für Ärzte und Arzneimittel ausgegeben, informiert Medizinjournalist Sven-David Müller vom Gesundheitsportal www.imedo.de. Das deckt die zweite, jetzt erschienene, Auflage des Gesundheitskostenplakates auf, das von der Medizinredaktion der imedo GmbH herausgebracht wird. Das Gesundheitskostenplakat richtet sich an Menschen, die sich für Gesundheitskosten und das Gesundheitswesen interessieren und gehört nicht nur zur Standardausstattung von Krankenkassen und Gesundheitsministerien auf Landes- und Bundesebene. Der Berliner Wissenschaftsverlag Dr. Köster verlegt das Gesundheitskostenplakat und das begleitende Booklet. Der Gesundheitsreformer Dr. med. Ellis Huber unterstützte die Aktivitäten der imedo Medizinredaktion schon beim ersten Gesundheitskostenplakat.

Gesamtausgaben für Gesundheit steigen um drei Prozent
Das Gesundheitskostenplakat bietet die notwendige Transparenz über die Kostenströme im Gesundheitswesen. Es macht deutlich, wie sich die Gesamtausgaben in diesem Bereich verteilen. Demnach stiegen im Jahr 2008 die Gesundheitsausgaben insgesamt um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 253 Milliarden Euro. Die größten „Kostenfresser“ sind Waren, wozu Arzneimittel, Hilfsmittel wie Prothesen und Zahnersatz gehören, mit 69,3 Milliarden Euro und ärztliche Leistungen mit 68,9 Milliarden Euro. Damit stiegen diese Kosten sogar um fünf und dreieinhalb Prozent. Die Ausgaben für Zahnersatz sind mit 5,2 Prozent deutlich gestiegen, machen insgesamt aber „nur“ 5,8 Milliarden Euro aus.

Gesundheitsförderung nimmt zu
Ein positiver Trend zeigt sich in der Prävention: die Ausgaben hierfür sind insgesamt um fast acht Prozent gestiegen. Für die Gesundheitsförderung, die durch Aufklärung über Krankheiten den Gesundheitszustand der Bevölkerung verbessern soll, wurde sogar 15,5 Prozent mehr Geld ausgegeben. Fraglich ist allerdings, so Müller, ob dieses Geld in Broschüren und Werbespots richtig angelegt ist. Sinnvoller wäre es, davon Bewegungstherapeuten, Diätassistenten sowie psychologische und pädagogische Berater zu bezahlen. Das bisherige Ausgabevolumen würde ausreichen, 100.000 Beratungskräfte zu beschäftigen und das brächte mehr als Plakate, Broschüren und TV-Spots, macht Sven-David Müller deutlich.

Ausgaben für Früherkennung sinken

Erschreckend ist der gewaltige Rückgang der Ausgaben für die Früherkennung von Krankheiten wie Krebsvorsorgeuntersuchungen um 7,7 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Für keinen anderen Bereich sanken die Ausgaben so deutlich. Lediglich die Investitionen für Krankenhäuser, Forschung und Ausbildung sind überhaupt noch zurückgegangen. Patienten müssen zukünftig mit immer älteren Ärzten in schlecht ausgestatteten Krankenhäusern rechnen, die kaum Früherkennung leisten dürfen. Seit 1995 ist das Durchschnittsalter der Kassenärzte von 47,6 auf 51,4 Jahre gestiegen.

Verwaltungskosten von Krankenkassen nahezu konstant
Aber das Gesundheitskostenplakat räumt auch mit Vorurteilen auf: So ist ersichtlich, dass die Höhe und der Anstieg der Verwaltungskosten der Krankenkassen allgemein überschätzt werden. Sie stiegen um nur 0,7 Prozent, was im Vergleich zu anderen Kostenfaktoren geradezu vernachlässigbar ist. Die gesetzlichen Krankenkassen decken 58 Prozent der Ausgaben im Gesundheitswesen, die privaten gerade einmal 9 Prozent. Der Rest der Gesundheitskosten verteilt sich auf Rentenversicherung, Unfallversicherung, Arbeitgeber, Öffentliche Haushalte, Pflegeversicherung und private Haushalte, die nur 4 Prozent ihres privaten Konsums für Gesundheit ausgegeben haben.

Schmerzmittelmissbrauch in Deutschland ist ein Problem
Wie aus dem imedo-Gesundheitskostenplakat hervorgeht, sind sieben der zehn meist verkauften Arzneimittel in Deutschland Schmerzmittel. Es kommt zu einem regelrechten Schmerzmittelmissbrauch. Dr. med. Siegfried Spernau, Facharzt für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Schmerztherapie, nennt ein Beispiel: wenn ein Patient mit einem Hexenschuss sechs Wochen auf einen Termin bei einem Facharzt warten muss, versucht er, die Zeit mit frei verkäuflichen Schmerztabletten zu überbrücken. Die Schmerzmittel schlagen an, die Schmerzen gehen zurück und der Patient geht unter Umständen gar nicht mehr zum Arzt, sondern behandelt sich selbst weiterhin mit Arzneimitteln. So werden die Patienten chronisch krank, weil sie nicht behandelt werden. Das sei „unterlassene Hilfeleistung“, prangert Doktor Spernau an. Um dem Missbrauch Einhalt zu gebieten, müssen Schmerzmittel verschreibungspflichtig werden.

Ärzte fehlen auf dem Land
Doktor Huber, langjähriger Präsident der Berliner Ärztekammer möchte ein neues Konzept umsetzen: seine Idee der „Driving Doctors“ (Fahrende Ärzte) soll jungen Ärzten die Möglichkeit geben, in der Stadt zu wohnen, aber auf dem Lande zu arbeiten. Dabei fahren die Mediziner mit dem Auto, ausgerüstet mit neuester Kommunikationstechnologie und in Zusammenarbeit mit einem zentralen Kompetenzzentrum, in strukturschwache Gebiete. So könnte nicht nur Medizinabsolventen ein Anreiz gegeben werden, in Deutschland als Arzt zu arbeiten, sondern auch die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen gewährleistet werden, ist sich Huber sicher.

Lesen Sie mehr in den imedo-Gesundheitsnews: Ärztemangel auf dem Dorf: Driving Doctors gefordert

Finden Sie schnell den für Sie passenden Hausarzt oder Facharzt in der imedo-Artzsuche.

Schmerzlicher Ärztemangel: Schwächen des Deutschen Gesundheitssystems

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Die Kosten des Gesundheitswesens betrugen 253 Milliarden Euro und sind um drei Prozent gestiegen, informiert Medizinjournalist Sven-David Müller. Erstmalig und in einzigartiger Form zeigt das imedo-Gesundheitskostenplakat alle aktuellen Finanzdaten und Informationen zum Gesundheitswesen in Deutschland auf einen Blick. Das Gesundheitskostenplakat ist ein umfassender und trotzdem übersichtlicher Kostennavigator von der Medizinredaktion des Gesundheitsportals www.imedo.de. Der Gesundheitsrevolutionär Doktor Ellis Huber bietet mit den Driving Doctors die Lösung zum ärztlichen Versorgungsengpass in dünn besiedelten Gebieten. Der auf Schmerzbehandlung spezialisierte Doktor Siegfried Spernau fordert die Eindämmung der Schmerzmittelabgabe in Deutschland. Sven-David Müller macht konkrete Reformvorschläge zu den Geldern der Prävention und Gesundheitsförderung.

Prävention und Gesundheitsförderung reformieren

Prävention und Gesundheitsförderung sind in der Lage, Krankheiten zu vermeiden und Kosten einzusparen. Nach allgemeiner Ansicht sind die Ausgaben in diesem Bereich gering. Der Blick durch die Gesundheitslupe zeigt hingegen, dass die Ausgaben für Prävention und Gesundheitsschutz um 7,9 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro und davon für die Gesundheitsförderung um beachtliche 15,5 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro gestiegen sind. In der Prävention fehlt nicht das Geld, sondern der effektive Einsatz, um gesundes Verhalten bei den Menschen zu erreichen. Vor diesem Hintergrund ist zu überlegen, ob Druckwerke, Plakate und Fernsehspots mehr erreichen als die persönliche Aufklärung. Müller errechnete, dass für diese Summe 100.000 Präventions-Fachkräfte (Präventologen) wie beispielsweise Bewegungstherapeuten, Diätassistenten und Ernährungsberater DGE sowie psychologische und pädagogische Fachkräfte die Bevölkerung im Dialog persönlich beraten, schulen und informieren könnten. Ein Präventions-Fond, in den alle Kostenträger einzahlen, könnte die Prävention und den Gesundheitsschutz revolutionieren.

Geringe Kosten für Verwaltung
Als Kostentreiber stehen häufig die Verwaltungskosten der Krankenkassen im Mittelpunkt der Diskussion. Diese machen jedoch nur 5,2 Prozent der Gesundheitsausgaben aus und sind lediglich um 0,7 Prozent gestiegen. Sowohl die Inflationsrate als auch die allgemeine Steigerung der Gesundheitsausgaben liegen deutlich darüber. International muss das Deutsche Gesundheitswesen den Vergleich nicht scheuen: Das US-amerikanische System versorgt nicht alle Einwohner und verursacht trotzdem 47 Prozent mehr Ausgaben in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt als in Deutschland.

Ärztliche Leistungen verursachen Kosten in Höhe von 68,9 Milliarden Euro und Arzneimittel 41,7 Milliarden Euro. Die Steigerung der Ausgaben beträgt für die ärztliche Leistung 3,5 Prozent und für Arzneimittel 5 Prozent.

Gesundheit ist weit günstiger als viele Menschen glauben, denn die Bürger wenden durchschnittlich nur 4 Prozent ihrer Mittel dafür auf. Das ist weniger als für Urlaub, der 5 Prozent ausmacht. Damit ist das höchste Gut in Deutschland nicht zu teuer.

Volksdroge Schmerzmittel
Die Gesundheitslupe zeigt auch das Problem der zunehmenden Selbstmedikation zur Schmerzlinderung: Menschen in Deutschland gaben 213 Millionen Euro für die Schmerzbekämpfung aus. Sieben der zehn am häufigsten gekauften Arzneimittel wirken gegen Schmerzen. Immer mehr Todesfälle und Krankheiten sind das Ergebnis der zunehmenden Selbstmedikation. Schmerzmittel können die Leber und die Nieren massiv schädigen, paradoxer Weise Kopfschmerzen verursachen und zu Magengeschwüren führen. Die übermäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann zum irreversiblen Ausfall der Nierenfunktion und damit zur Notwendigkeit der Dialysebehandlung (Blutwäsche) führen. Analgetika verursachen zudem auch Krebserkrankungen.

Seit den 90er Jahren und zunehmender Arbeitslosigkeit ist der Krankenstand in Deutschland nahezu kontinuierlich rückläufig und jetzt mit 3,2 Prozent auf dem historischen Tiefstand. Parallel besitzt die Selbstmedikation eine zunehmende Tendenz. Da die Menschen in Deutschland nicht grundsätzlich gesünder geworden sind, lässt sich ableiten, dass Arbeitnehmer in Krisenzeiten seltener „krankfeiern“, häufiger krank arbeiten und mutmaßliche Bagatell-Erkrankungen selbst behandeln, um sich nicht krankschreiben lassen zu müssen. Die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust hat medizinische Konsequenzen. Extrem ist die Hinwendung der Bevölkerung zu freiverkäuflichen schmerzlindernden Arzneimitteln.

Der auf Schmerztherapie spezialisierte Mediziner Dr. Siegfried Spernau aus Neu-Isenburg prangert die Fehlversorgung der Menschen mit Schmerzmitteln an und konfrontiert die Politik mit einem Forderungskatalog. Konkret fordert Doktor Spernau, dass bestimmte Schmerzmittel nur in niedriger Dosierung und kleinen Packungsgrößen bei eingeschränkter empfohlener Anwendungsdauer freiverkäuflich in Apotheken erhältlich sein sollen. Die Indikationen sind zu beschränken, die Information durch Arzneimittelindustrie, Ärzte und Apotheker zu optimieren und einige Schmerzmittel sollten grundsätzlich nur durch einen Arzt verordnet werden können. Profitgier darf nicht zu Lasten der Gesundheit gehen. Die Kombination von schmerzlindernden Substanzen und Vitamin C ist ineffektiv und täuscht verharmlosend über das Schmerzmittel mit seinen zahlreichen Nebenwirkungen hinweg.

Immer größere Lücken bei der ärztlichen Versorgung
Seit 1995 ist das Durchschnittsalter der Kassenärzte um fast vier Jahre auf jetzt 51,4 Jahre angestiegen. Gleichzeitig nahm die Zahl der Absolventen im Fach Humanmedizin ab. Diese Entwicklung führt zu einer zunehmenden Überalterung und strukturellen Problemen in der ärztlichen Versorgung. Schon jetzt klagen Menschen in dünn besiedelten Gegenden über Ärztemangel: Die Zahl der niedergelassenen Ärzte nimmt ab und Patienten können weder zeit- noch wohnortnah versorgt werden. Zudem gibt es Defizite in der fachärztlichen Versorgung. Parallel zu diesen Entwicklungen steigt das Durchschnittsalter in Deutschland und erfordert eine intensive ärztliche Betreuung. Dr. Ellis Huber präsentiert mit der langjährigen Erfahrung als Präsident der Berliner Ärztekammer neue Versorgungskonzepte der strukturierten ärztlichen Versorgung, die den Ärztenotstand aufhalten und die Versorgungskrise vermeiden können.

Ländliche Regionen brauchen Driving Doctors
Ärztemangel muss nicht sein, wenn mit einem innovativen Versorgungsmanagement die Ärzte zu den Patienten kommen und nicht wie bisher umgekehrt. Junge Ärzte braucht das Land aber die Arztpraxis auf dem Land ist kein Anreiz für junge Mediziner aus der Stadt heraus zu ziehen: Sie entscheiden sich nach dem Abschluss ihres Medizinstudiums oder nach bestandener Facharztprüfung nicht für Haus und Praxis auf dem Dorf, sondern bleiben in den urbanen Zentren oder gehen gar nach Australien. Die Hausarztpraxis und erst recht die Facharztpraxis auf dem Land passen nicht mehr zur Lebensplanung junger Mediziner. Notwendig ist daher eine neue Organisationsstruktur für die ärztliche Versorgung ländlicher Regionen, von der Uckermark über den Bayrischen Wald bis zur Schwäbischen Alb: Der Arzt kommt mit dem Auto in das Haus des Patienten, beschreibt Huber die Lösung des Problems.

Gesundheitskostenplakat ist im Buchhandel erhältlich
Der Berliner Wissenschaftsverlag Dr. Köster verlegt das Gesundheitskostenplakat mit einer Begleitbroschüre (ISBN 978-3-89574-726-7), welches für 12,80 € im Buchhandel erhältlich ist. Im Grußwort der begleitenden Broschüre äußert sich MdB Rudolf Henke (Arzt und erster Vorsitzender des Marburger Bundes) zu Problemen und Problemlösungen im Gesundheitswesen. Im Internet ist das Gesundheitskostenplakat unter www.gesundheitskostenplakat.de zu finden.

Hier können Sie die gedruckte Version des Gesundheitskostenplakates inklusive dem Booklet bestellen.

Hier gelangen Sie zum Downloadlink für das Gesundheitskostenplakat als PDF-Version

Leib und Seele sind kostspielig: Deutsche zahlen drauf

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Seit April 2007 steht jeder Deutsche in der Pflicht, einer Krankenkassen anzugehören. Noch 2006 waren nur 78,7 Millionen der 82,3 Millionen Einwohner krankenversichert. Doch neben den Pflichtzahlungen geben die Bundesbürger noch zusätzlich rund vier Prozent ihres Brutto-Einkommens für die Gesundheitspflege aus. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de informieren über die Kosten für die Gesundheit.

2006 waren nur etwa 78,7 Millionen Menschen in Deutschland krankenversichert, rund 89 Prozent davon bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Etwa 8,5 Millionen Bundesbürger haben sich privat versichert, 3,6 Millionen Menschen waren gar nicht versichert. Seit April 2007 besteht eine Versicherungspflicht. Demnach muss jeder der 82,1 Millionen Bundesbürger einer Krankenkasse angehören – egal ob gesetzlich oder privat.  Gemessen an den Ausgaben bedeutet das, dass ein gesetzlich Versicherter jährlich rund 1991 Euro kostet, ein privat Versicherter im Schnitt 2650 Euro. Seit Januar 2009 besteht ein einheitlicher Beitragssatz zur Krankenversicherung von 15,5 Prozent. Erst ab Juli 2009 wird er im Zuge eines Konjunkturpaketes wieder auf 14,9 Prozent gesenkt.

Gesundheitskosten: Von der Pflicht zu Kür

8,2 Prozent werden derzeit vom Lohn der Arbeitnehmer für die Krankenversicherung abgezogen. Bei einem Durchschnittseinkommen von 2500 Euro brutto monatlich entspricht das 205 Euro. Doch das ist den Deutschen noch nicht genug. Getreu dem Motto: Gesundheit ist das höchste Gut, legt jeder Bundesbürger noch vier Prozent seines Brutto-Gehalts für die persönliche Gesundheitspflege oben drauf -100 Euro zusätzlich. Auf das Jahr gerechnet kommt ein Summe von 3660 Euro zustande. Der Deutsche liegt damit über dem europäischen Durchschnitt von etwa 3,4 Prozent. Die private Gesundheitsvorsorge nimmt an Bedeutung zu. Bevor die deutschen Bundesbürger ihr Geld für gesundheitliche Belange ausgeben, investieren sie in Wohnraum, Verkehrsmittel, Lebensmittel, Freizeit und Kultur, Urlaub und Bekleidung. Das wenigste Geld geben Deutsche für Bildung aus. Auch Tabak, Alkohol und Kommunikation stehen hinter den Gesundheitsausgaben.

Gesundheitskostenplakat

Die Zahlen gehen aus einer Studie hervor, die das Expertenteam vom Gesundheitsportal imedo für die Erstellung des Gesundheitskostenplakats durchgeführt hat. Das Gesundheitskostenplakat ist online abrufbar unter www.imedo.de/artikel/Gesundheitswesen.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren über das Gesundheitskostenplakat und sorgen damit für mehr Transparenz im deutschen Gesundheitswesen.

Landkarte der Geldflüsse: imedo sorgt für Transparenz im deutschen Gesundheitswesen

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Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de erklärt die Kosten und Strukturen des deutschen Gesundheitswesens. Erstmalig wird das System des Gesundheitswesens anschaulich auf einem Plakat dargestellt und erklärt die Zusammenhänge und Abhängigkeiten.

„Intransparenz, gegenseitiges Misstrauen, Geldgier und soziale Verantwortungslosigkeit, der tägliche gruppenegoistische Kampf um das knappe Geld lähmen die Produktivität des Gesundheitssystems und das organisatorische Wachstum der Gesundheitswirtschaft. Jeder im Gesundheitswesen misstraut jedem, alle fühlen sich benachteiligt und verkannt, keiner blickt wirklich durch und alle sind immer unzufrieden und kranke Menschen wissen nicht mehr, auf  wen sie sich noch verlassen können“, erklärt Ellis Huber bei der Präsentation des Gesundheitskostenplakats.

Das Gesundheitsportal imedo zeigt mit dem Gesundheitskostenplakat die Verteilung der Ein- und Ausgaben im Gesundheitswesen und sorgt damit für nötige Transparenz. Die Gesamtkosten des Gesundheitswesens belaufen sich auf rund 245 Mrd. Euro – das entspricht 86,5 Prozent des Bundeshaushaltes und ist 2,3 mal mehr als die in Fort Nox eingelagerten Goldreserven wert sind.

Das Gesundheitskostenplakat deckt auf: knapp 79 Prozent der Menschen sind krankenversichert

Der einzelne Bundesbürger gibt rund vier Prozent seines Einkommens für die eigene Gesundheitspflege aus. Bei einem Durchschnittseinkommen von 2500 Euro brutto monatlich entspricht das 100 Euro. Die Deutschen liegen damit über dem europäischen Durchschnitt von 3,4 Prozent.

Rund 78,7 Mio. Menschen sind in Deutschland krankenversichert, rund 89 Prozent bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Etwa 8,5 Mio. Bundesbürger haben sich privat versichert. Gemessen an den Ausgaben bedeutet das, dass ein gesetzlich Versicherter rund 1991 Euro pro Jahr kostet, ein privat Versicherter im Schnitt 2650 Euro.

Gesundheitskosten

Für Präventionsmaßnahmen beanspruchen mit 9,3 Mrd. Euro etwa 3,8 Prozent des Gesamthaushaltes des Gesundheitswesens. Innerhalb der Vorsorge nimmt die Gesundheitsförderung mit rund 53 Prozent den größten Stellenwert ein. Aufklärung zu Zahnprophylaxe, Schutzimpfungen, Essstörungen und HIV stehen im Vordergrund.

Wer annimmt, dass Arzneimittel im Gesundheitswesen besonders schwer ins Gewicht fallen, der irrt. Die meisten Kosten werden durch ärztliche, pflegerische und therapeutische Leistungen verursacht. Arzneimittel stehen mit 39,6 Mrd. Euro an dritter Stelle der Gesamtausgaben.

Insgesamt steigen die Gesundheitsausgaben je Einwohner kontinuierlich an, die Qualität dagegen nimmt ab. Das belegen Statistiken, die zeigen, dass Ärzte immer älter werden und der Nachwuchs fehlt. Die Zahl der Absolventen eines humanmedizinischen Studium nimmt stetig ab.

Die imedo-Gesundheitsnews liefern umfassende Informationen über das Gesundheitskostenplakat. Lesen Sie auch: Gesundheitsportal imedo und Deutsche Angestellten Krankenkasse informieren über Kosten im Gesundheitswesen und Leib und Seele sind kostspielig: Deutsche zahlen drauf.

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Mein Favorit unter Omas Hausmitteln ist Zuhören! Das hat mir damals auch das Gefühl gegeben, verstanden zu werden und wichtig zu sein.

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