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Diabetes-Explosion: Süßes Blut bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger

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Kinderdiabetologen beobachten in Deutschland eine Zunahme der Diabetesfälle bei Kindern und Jugendlichen, die sich noch nicht erklären lässt. Besonders steil ist der Anstieg bei kleinen Kindern, fasst Medizinjournalist Sven-David Müller vom Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de aktuelle Erkenntnisse zusammen, die bei der Tagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Stuttgart Experten mitteilten. Eine aktuelle in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ publizierte europäische Studie legt nahe, dass sich die Zahl der kindlichen Diabetiker bis 2020 verdoppeln kann und die Diabetes-Häufigkeit in der Gruppe der unter 15-jährigen um 70 Prozent zu steigen droht.

Diabetes ist die häufigste Stoffwechselkrankheit im Kindes- und Jugendalter

Experten zufolge leiden 25.000 junge Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus. Damit ist Diabetes die häufigste Stoffwechselkrankheit bei Kindern und Jugendlichen. Aber trotzdem fühlen sich viele Kinder und Eltern isoliert, da „nur“ eins von 600 Kindern an Diabetes mellitus Typ 1 leidet und damit Kontakte zwischen betroffenen Kindern und deren Eltern schwierig sind. Auch auf die Behandlungsqualität hat das Einfluss, denn kaum eine durchschnittliche Kinderarzt-Praxis betreut mehr als ein diabetisches Kind. Da neun von zehn neuentdeckten jugendlichen Diabetikern keinen anderen von der chronischen Stoffwechselkrankheit Betroffenen in der Familie haben, geht die Erkrankungsentstehung scheinbar weit über genetische Faktoren hinaus. Die problematische Isolation der „kleinen Diabetiker“ und die Angst ihrer Eltern lässt nur wenige Betroffene „Diabet yes“ sagen.

Hartz 4 bedeutet schlechte Einstellung und Prognose für diabetische Kinder

Untersuchungen zeigen, dass diabetische Kinder aus sozial schwachen Familien eine schlechte Prognose haben und die Folgekomplikationen des Diabetes mellitus früh und ausgeprägt auftreten. Diabetes führt zu massiven Schäden an den Blutgefäßen und Nerven, Nieren, an unteren Extremitäten und Augen mit der Extremfolge Herzinfarkt und Schlaganfall, Dialysepflicht, Amputation sowie Erblindung. Psychosoziale Faktoren entscheiden über Therapieverhalten und Blutzuckereinstellung, erläuterte Professor Dr. med. Thomas Danne aus Anlass der Tagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Stuttgart.

Diät- und Ernährungsberatung ist für Diabetiker Mangelware

Obwohl die Diät- und Ernährungsberatung durch staatlich geprüfte Diätassistenten bei allen Diabetikern integraler Therapiebaustein ist, erhalten derzeit nur 59 Prozent der diabetischen Kinder und Jugendlichen entsprechende Aufklärung über eine diabetesgerechte Ernährungsweise. Aus Kostengründen verfügen selbst Diabeteszentren und kinderdiabetologische Schwerpunktpraxen nicht über Diätassistenten und auch die psychologische Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes lässt oft zu wünschen übrig, bedauert Professor Danne, der Chefarzt vom Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover und Vorstandsvorsitzender von diabetesDE ist.

Bayer macht sich mit dem Fine Star für Kinderdiabetes Projekte stark

Mit dem Fine Star zeichnet Bayer Diabetes Care vorbildliche Initiativen aus, die sich auf besonders kreative Weise mit dem Thema Kinderdiabetes beschäftigen. Der Fine Star ist der Bayer Preis für kreative Kinderdiabetes Projekte. In den vergangenen zwei Jahren erreichten 100 Bewerbungen die Fine Star Jury, der neben Professor Danne der 15-jährige Diabetiker Nico Münch, Dr. Katrin Kraats vom Kirchheim Verlag, Michael Bertsch, Initiator von diabetes-kids.de und Claudia Geis von Bayer angehören. Der Fine Star ist mit 17.500 Euro dotiert. Ab sofort können sich Diabetesprofis, Selbsthilfegruppen, Betroffene und Eltern bis zum 11. August 2010 zum Fine Star bewerben. Die drei Fine Star Gewinnerkonzepte stellt die Jury im Rahmen des Kirchheim Forums Wiesbaden am 22. Oktober 2010 vor.

Weitere Informationen zum Fine Star finden Interessierte im Internet unter www.bayerdiabetes.de oder sind per Mail zu erfragen: finestar@bayerdiabetes.de

Jetzt geht die Fine Star in die dritte Runde. Erstmalig können Patienten, Angehörige und Beratungskräfte auch über die Internet-Plattform www.diabetes-kids.de nominieren, abstimmen und gewinnen.

Redaktion: Sven-David Müller (Medizinjournalist) und Marcel Kresin
Bildquelle: Bayer Diabetes Care

Zucker am Steuer

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Jederzeit mit dem Auto unabhängig und mobil zu sein, ist heute für die meisten Menschen selbstverständlich. Einfach einsteigen und losfahren. Für Diabetiker ist dies jedoch nicht ganz so einfach. Bei einer Über- oder Unterzuckerung während der Fahrt können sie sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer gefährden, warnt Diabetesberater Sven-David Müller vom Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de. Deshalb sollten Diabetiker im Straßenverkehr einiges beachten:

Wahrnehmungsstörungen durch Unterzuckerung
Diabetes mellitus ist eine Gruppe chronischer Stoffwechselerkrankungen, die alle gemeinsam haben, dass der Körper Zucker über den Urin ausscheidet. Die Ursache für eine Überzuckerung ist meist eine Insulinresistenz oder ein Insulinmangel im Blut. Bei einer Unterzuckerung sinkt der Blutzuckerspiegel unter einen festgesetzten Grenzwert von 50 mg/dl. Dies kann durch die Unterversorgung des Nervensystems mit Traubenzucker (Blutzucker) zu unangenehmen und im Straßenverkehr gefährlichen Symptomen führen: Herzrasen, Unruhe, Unkonzentriertheit, Wahrnehmungsstörungen und im Extremfall sogar Bewusstlosigkeit.

Blutzuckermessung vor Fahrtantritt
Für Diabetiker ist es daher notwendig, vor jeder Autofahrt den Blutzucker zu messen. Nur wenn der Blutzuckerspiegel innerhalb der Grenzwerte ist, die der Betroffene gemeinsam mit dem Hausarzt festlegen sollte, darf er sich hinter das Steuer setzen. Bemerkt der Fahrer Anzeichen von Schwindel oder Unwohlsein, sollte er sofort an geeigneter Stelle anhalten, den Blutzuckerwert messen und gegebenenfalls schnell wirksame Kohlenhydrate beispielsweise in Form von Traubenzucker oder Orangensaft zu sich nehmen. Grundsätzlich sollten Zuckerkranke bei längeren Autofahrten etwa alle zwei Stunden eine Pause machen, um sich zu bewegen und etwas zu essen, empfiehlt Müller. Außerdem sollten sie immer ein Blutzuckermessgerät mitführen, um im Zweifel jederzeit den aktuellen Zuckerwert ermitteln zu können.

Rechtslage für Diabetiker im Straßenverkehr
Generell darf jeder Diabetiker den Führerschein für Personenkraftwagen, ohne Einschränkungen und ohne die Krankheit angeben zu müssen, machen und am Straßenverkehr teilnehmen. Lediglich  Berufskraftfahrer müssen die Erkrankung Diabetes mellitus angeben. Ein Gutachten entscheidet dann über die Zulassung. Kommt es jedoch zu einem Unfall aufgrund einer Über- oder Unterzuckerung, muss auch der private Kraftfahrer ein medizinisches Gutachten über sich ergehen lassen, das er zudem selbst zahlen muss. Außerdem kann die Führerscheinstelle von ihm verlangen, künftig ein Fahrtenbuch zu führen und er kann verpflichtet werden, vor Antritt jeder Fahrt den Blutzuckerspiegel zu bestimmen und zu dokumentieren.

Das imedo-Medizinlexikon klärt über medizinische Fachbegriffe auf, beispielsweise darüber, was „Diabetes mellitus“ bedeutet.

Weitere Informationen über Blutzucker-Messgeräte erhalten Sie beispielsweise bei Bayer: http://www.bayerdiabetes.de/.

Die Gruppe „Diabetes“ der imedo-Gesundheitscommunity bietet allen Betroffenen und Interessierten die Möglichkeit, sich zu dieser Erkrankung auszutauschen.

Redaktion: Marcel Kresin und Sven-David Müller
Bildquelle: Knipseline, pixelio.de

Süßstoff Aspartam besteht aus natürlichen Eiweißbausteinen

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Der aus den natürlichen Eiweißbausteinen (Aminosäuren) gewonnene Süßstoff Aspartam steht ständig in der Kritik, obwohl wissenschaftliche Studien eindeutig die Unbedenklichkeit des 1965 zufällig vom Chemiker James M. Schlatter entdeckten, praktisch kalorienfreien Süßstoffes nachweisen. Der Süßstoff ist weltweit zugelassen und in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff mit der E-Nummer 951 deklariert, wie das Gesundheitsportal www.imedo.de informiert.

Zusatzstoffe E in Lebensmitteln

Viele Menschen haben Angst vor Zusatzstoffen, da diese auf den Lebensmittelverpackungen mit einem E gekennzeichnet sind. Sie denken sofort an E 605. Hinter dem Begriff „E-Nummer“ verbergen sich Zusatzstoffe für Lebensmittel nach europäischer Vorschrift. Das E steht also schlicht und ergreifend für „Europa“. Seit 1983 ist Aspartam durch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) zugelassen, nachdem die Ungefährlichkeit des Süßstoffs bestätigt wurde. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass Aspartam keine Tumore auslöst, also nicht kanzerogen ist. 1990 erfolgte die Zulassung von Aspartam in Deutschland.

Tägliche Zufuhr von E-Zusatzstoffen
Bei Lebensmittelzusatzstoffen ist die Aufnahme durch den ADI-Wert geregelt. Der ADI-Wert gibt an, wie viel des Zusatzstoffes der Mensch jeden Tag gefahrlos aufnehmen kann. Die Abkürzung ADI steht für Acceptable Dialy Intake. Der Wert für Aspartam beträgt 0 bis 40 Milligramm pro Körperkilogramm. Um diesen Wert zu überschreiten, müsste ein Erwachsener mit 70 Kilogramm Körpergewicht lebenslang mehr als 26,5 Liter Cola Light täglich trinken. Süßstoffe sind Zusatzstoffe und diese unterliegen der Süßungsmittelrichtlinie der Europäischen Union. Die Süßstoffe Thaumatin und Aspartam-Acesulfam-Salz werden als völlig unbedenklich eingestuft und haben die Bewertung: „Keine Beschränkung“. Eine Überschreitung der ADI-Werte ist bei normaler Ernährungsweise dauerhaft praktisch nicht möglich. Die FDA erlaubt sogar eine tägliche maximale Aufnahmemenge von 50 Milligramm Aspartam, was einer täglichen Aufnahmemenge von 358 Aspartam-Süßstofftabletten entspräche.

Insgesamt sind momentan in der Europäischen Union acht Süßstoffe zugelassen:

1. Acesulfam-Kalium (E-950), 130 – 200 x süßer als Zucker, entdeckt von Karl Clauß (1967)
2. Aspartam (E-951), 200 x süßer als Zucker, entdeckt von James M. Schlatter (1965)
3. Aspartam-Acesulfam-Salz (E-962), 350 x süßer als Zucker
4. Cyclamat (E-952), 30 – 50 x süßer als Zucker
5. Saccharin (E-954), 300 – 500 x süßer als Zucker, entdeckt von Constantin Fahlberg / Ira Remsen (1878)
6. Sucralose (E-955), 600 x süßer als Zucker, entdeckt von Shashikant Phadnis (1975)
7. Thaumatin (E-957), 2.000 – 3.000 x süßer als Zucker, Erstbeschreibung 1855
8. Neohesperidin-Dihydrochalcon (E-95), 400 – 600 x süßer als Zucker, entdeckt von Horowitz und Gentili (1963)

Aspartam besteht aus den Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure
Bei der Verwendung von Aspartam muss der Verbraucher beachten, dass der Süßstoff durch deutliche Erhitzung und lange Lagerung minimal an Süßkraft verliert. Trotzdem ist Aspartam zum Süßen von Kuchenteigen, Heißgetränken oder gekochten Speisen geeignet, da die Süßkraft nur minimal abnimmt. Der Geschmack von Aspartam ist Zucker (Saccharose) sehr ähnlich. Eine Kombination der Süßstoffe Aspartam und Acsulfam-Kalium führt zur Synergie: Die Süßkraft der Mischung ist also höher als die bloße Addierung der Einzelsüßkraft der Süßstoffe. Dadurch können die Süßstoffe geringer dosiert werden und zusätzlich ist das geschmackliche Ergebnis besser, da die Kombination aus Aspartam und Acesulfam-Kalium ein besonders zuckerähnliches Süßerlebnis ergibt. Immer wieder tauchen für den Süßstoff Bezeichnungen wie Aspartame oder Aspartan auf. Der synthetisch aus der proteinogenen Aminosäure Asparaginsäure und der aromatischen Aminosäure Phenylalanin hergestellte Süßstoff heißt jedoch Aspartam und hat die Markennamen Nutrasweet und Canderel. Durch die Verknüpfung der beiden Aminosäuren zu einem Dipeptid entsteht der Süßstoff Aspartam. Aus chemischer Sicht ist Aspartam der Methylester des Dipeptids L-Aspartyl-L-Phenylalanin. Die Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin kommen bereits in der Muttermilch vor und sind ein normaler Bestandteil der menschlichen Ernährung. Sie kommen praktisch in allen proteinreichen Lebensmitteln in großer Menge vor. Während des Verdauungsvorganges von Aspartam entsteht Methanol. Diese geringe Menge ist aber zu vernachlässigen. Ein Glas Tomatensaft enthält fünf- bis sechsmal mehr Methanol, als bei der Verdauung eines Glases mit Aspartam gesüßten Erfrischungsgetränkes entstehen. Vor diesem Hintergrund ist eine Schädigung des Organismus ausgeschlossen.

Süßstoff Aspartam für Diabetiker gut geeignet
Aspartam ist im Gegensatz zu den meisten anderen Süßstoffen nicht vollständig kalorienfrei. Es enthält rund 4 Kilokalorien pro Gramm. Aufgrund der hohen Süßkraft, die Haushaltszucker um das 180- bis 200fache übertrifft, können Verbraucher den Kaloriengehalt jedoch vernachlässigen. Aspartam eignet sich bestens im Rahmen einer diabetesgerechten Ernährungsweise, da es keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat und damit auch keinen Insulinbedarf hervorruft. Viele Menschen leiten fälschlicherweise aus dem Hinweis „enthält Phenylalanin“, der auf allen mit Aspartam gesüßten Lebensmitteln angegeben sein muss, eine Gefährlichkeit ab. Dieser Hinweis ist aber kein Warnhinweis für alle Verbraucher, sondern vielmehr für Patienten, die unter der extrem seltenen, angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) leiden. In Deutschland leben rund 2.500 Patienten, die unter PKU leiden. Jährlich gibt es rund 60 Neuerkrankungen. Für alle anderen Menschen ist die Aufnahme von Phenylalanin unbedenklich. Zudem ist die Aufnahme der Aminosäure über die normale Ernährungsweise deutlich höher, als über den Süßstoff Aspartam.

Süßstoffe helfen beim Abnehmen
Die Diskussion um Süßstoffe ist grundsätzlich von Problematik und nicht von wissenschaftlichen Fakten geprägt. Paradoxe Behauptungen wie die, dass Süßstoff Hunger und Appetit auslöse oder als Mastmittel genutzt würde, bestimmen die Berichterstattung und die Meinung der Verbraucher. Wissenschaftlich ist in einer Vielzahl von Studien belegt, dass Süßstoffe – auch Aspartam – keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und den Insulinspiegel haben. Der häufig angeführte cephalische Insulinreflex nach der Aufnahme von Süßstoff existiert nachweislich nicht. Süßstoffe haben keinen Einfluss auf die Hunger-Sättigungsregulation des Körpers. Auch führen Süßstoffe sicher nicht zur Gewichtszunahme, sondern können vielmehr beim Abnehmen helfen. Diesen Effekt konnten Forscher mehrfach bestätigen. Insbesondere der Austausch von zuckergesüßten Softdrinks durch süßstoffgesüßte Alternativen – sogenannte Lightgetränke – führt nicht nur bei Kindern und Jugendlichen zu einer Gewichtsreduktion. Andererseits dürfen Übergewichtige aber auch nicht übersehen, dass Süßstoffe keine Schlankheitsmittel sind: Süßstoffe machen nicht automatisch schlank, da sie zwar kalorienfrei sind, aber keine pharmakologische Wirkung eines Schlankheitsmittels besitzen. Für den Süßstoff Aspartam liegen Studien vor, die beweisen, dass eine Gewichtsabnahme durch Einsatz des Süßstoffes im Austausch gegen Zucker positiv beeinflusst wird. Gegenteilige Studien existieren nicht.

Aspartam verursacht keinen Krebs
Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass der Konsum von Aspartam keine Krebsgefahr darstellt. Im Vergleich zum Süßkraut Stevia liegen zur Sicherheit von Aspartam keine kritischen Daten vor. Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Datenlage und dem Einsatz von Stevia als Verhütungsmittel beim Mann, stellt sich die Frage, warum dieses Süßungsmittel von der Bevölkerung befürwortet und Aspartam häufig abgelehnt wird. Die Wissenschaft zeigt praktisch keinen Grund für Zweifel an der Unbedenklichkeit von Aspartam: Aktuelle Studien, die sich mit der Sicherheit beschäftigen, können alle Bedenken ausräumen. Beim Süßstoff Aspartam erscheint es so, als würden die Animositäten, die gegen den NutraSweet-Produzenten Monsanto herrschen, auf den Süßstoff übertragen. Über keinen Süßstoff gibt es mehr falsche Behauptungen und Fehleinschätzungen als über Aspartam. Eine Angst vor Aspartam ist aber nicht gerechtfertigt. Aspartam löst keine Befindlichkeitsstörungen insbesondere Kopfschmerzen aus, wie eine Studie nachweist. Auch 2009 publizierte Studien zeigen, dass Aspartam keine krebsauslösenden Eigenschaften oder Nebenwirkungen hat. Der Süßstoff ist wie die anderen sieben in der Europäischen Union zugelassenen Süßstoffe im Rahmen der ADI-Werte unbedenklich und ein sinnvoller Zuckerersatz für Menschen, die ihr Körpergewicht reduzieren oder das Gewicht stabil halten möchten, unter Diabetes mellitus leiden, erhöhte Blutfettwerte (Triglyzeride) aufweisen oder andere Süßungsmittel ablehnen beziehungsweise meiden müssen. Lediglich PKU-Patienten dürfen Aspartam nicht verwenden.

Die imedo-Gesundheitsnews klären schwerpunktmäßig über den Mythos Süßstoff auf. Fundierte Informationen rund um das Thema „Zuckerersatz“ finden Sie hier:

Mit Süßstoff abnehmen?

Stevia ist mit Vorsicht zu genießen

Das imedo-Medizinlexikon bietet weitere Informationen und Links zum Thema „Süßstoffe“.

Wissenschaftliche Quellen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3657889?dopt=Abstract

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16985027?dopt=Abstract

http://cebp.aacrjournals.org/cgi/content/abstract/18/8/2235

http://annonc.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/18/1/40

http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1211902454236.htm

http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1211902454309.htm

http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1178620765743.htm

http://www.abstractsonline.com/viewer/viewAbstract.asp?CKey=%7B5396CF11-798D-49DF-9071-A4CB7C3D55D3%7D&MKey=%7B3B61E356-411F-435F-ACCA-167F0FDA48AD%7D&AKey=%7B728BCE9C-121B-46B9-A8EE-DC51FDFC6C15%7D&SKey=%7B0B807B23-0E48-48ED-8AD4-D3AC8138F6CE%7D

1) de la Hunty et al.: A review of the effectiveness of Aspartam in helping with weight control. British Nutrition Foundation Nutrition Bulletin 31 (2006): 115-128.
2) Gallus et al.: Artificial sweeteners and cancer risk in a network of case–control studies. Annals of Oncology, 18 (2007): 40 – 44.
3) A.G. Renwick et al.: First European Conference on Aspartame: putting safety and benefits into perspective. Food and Chemical Toxicology.
4) Ludwig et al.: Relation between consumption of sugar-sweetened drinks and childhood obesity: a prospective, observational analysis, The Lancet, Vol. 375/2001: 505-508.

Matthias Steiners Olympiaprogramm für Diabetiker

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Diabetes ist ein gewaltiges Problem, unter dem auch Matthias Steiner, der Olympiasieger im Gewichtheben leidet. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de informiert Diabetiker über das neue Motivations- und Gesundheitsprogramm des Spitzensportlers.

Lange Arbeitszeiten fordern ihren Tribut und locken nach Feierabend in Richtung Sofa und Fernseher, anstatt in die Küche und an den heimischen Herd. Schon lange ist es keine Ausnahme mehr, Fast Food zu essen, was nicht nur der Figur schadet, sondern zudem das Risiko in die Höhe treibt, an Diabetes zu erkranken. Das Krankheitsbild wird immer häufiger, sodass abzusehen ist, dass die Aufklärung hinsichtlich Diabetes in Zukunft einen immer größeren Stellenwert einnehmen muss. Matthias Steiner, heute Olympiasieger im Gewichtheben, erkrankte im Alter von 18 Jahren. Er gibt nun, gemeinsam mit seinem Trainer, einer Ernährungsexpertin und Accu-Chek, einen Sport- und Motivationsplan heraus, welcher Betroffenen den Umgang mit ihrer Krankheit erleichtern soll: „Stark mit Diabetes. Das persönliche Olympiaprogramm – von und mit Matthias Steiner“

Diabetes erfordert einen speziellen Umgang

Die Tatsache, das Steiner trotz seiner Krankheit derzeit als stärkster Mann der Welt in Erscheinung treten kann, gibt zu denken. Diabetes ist zwar eine äußerst ernstzunehmende Erkrankung, wer es allerdings vermag, mit ihr umzugehen, ist zu Höchstleistungen fähig. In erster Linie gilt es, den Körper vor dem Unterzuckern zu bewahren, da die damit einhergehenden Symptome, wie beispielsweise Zittern, Schwitzen und Erbleichen äußerst unangenehm sein können. Viele Patienten beugen diese vor, indem sie stets Traubenzucker mit sich führen. Eine solche Taktik ist keineswegs falsch, Matthias Steiner weiß sie jedoch zu ergänzen.

Fünf Disziplinen versprechen Lebensqualität trotz Diabetes

Steiners Meinung nach bedarf es nur weniger Kniffe, um die Diabetes-Erkrankung zu erleichtern. Der Olympiasieger unterscheidet insgesamt fünf Disziplinen, mit deren Hilfe es möglich sei, gute Blutzuckerwerte zu erreichen:

  1. Stärke
  2. Ausdauer
  3. Ernährung
  4. Motivation
  5. Messen

In Sachen Kraft ist es für Erkrankte besonders wichtig, regelmäßig große Muskelgruppen zu fordern. Dies bewirkt, dass der Körper mehr Glukose verbraucht, was wiederum den Blutzuckerspiegel aktiv senkt. Ausdauertraining hat ähnlich erfreuliche Auswirkungen. Aus eigener Erfahrung kann Matthias Steiner berichten, dass Übungen nicht nur die Blutzuckerwerte positiv beeinflussen, sondern zudem Energie spenden. Fortschritte in Bezug auf die Werte ermöglicht zudem eine ausgewogene, fettarme Mischkost, bestehend aus Vollkornprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, frischem Obst und Gemüse. Um die wertvollen Tipps in Sachen Sport und Ernährung allerdings umsetzen zu können, ist genügend Motivation unverzichtbar. Ein guter Grund, das Olympiaprogramm durchzuführen, stellt diesbezüglich der sich selbst erhaltene Kreislauf dar. Gute Blutzuckerwerte nämlich führen bei vielen Patienten ganz automatisch zu einem Motivationsschub. Andere sind durch Wochenmottos oder Bücher in der Lage, sich bei Laune zu halten, ist sich Steiner sicher. Die letzte Disziplin, das Messen, nimmt Bezug auf die übrigen Punkte. Sowohl vor und nach dem Trainingsprogramm, als auch vor dem Essen und im Anschluss an die Mahlzeiten, sei das Messgerät unverzichtbar. Nur auf diese Weise werde die positive Wirkung deutlich und könne ihre motivierende Wirkung entfalten.

Was Diabetiker beim Sport beachten sollten

  • Matthias Steiner empfiehlt allen werdenden Sportlern vor dem Trainingsbeginn mit einem Arzt über ihr Vorhaben zu sprechen. Auf diese Weise bekommt der Patient hilfreiche Tipps und kann auch die letzten Zweifel aus dem Weg räumen. Ebenso bietet es sich an, während des Programms, den Kontakt mit einem Mediziner zu halten. Kommen Fragen auf, oder stellen sich Probleme, kann auf diese Weise schnell geholfen werden.
  • Bevor man das Sportprogramm in die Tat umsetzt, ist es von Nöten, den Trainingspartner über die Erkrankung aufzuklären. Hier sollte der Patient insbesondere das Unterzuckern erwähnen und darstellen, wie andere in einem Notfall helfen können.
  • Damit die Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, ist es wichtig, das Sportprogramm regelmäßig zu wiederholen.
  • Die Atmung spielt im Training eine wichtige Rolle und sollte kontrolliert und regelmäßig erfolgen, will man dauerhaft Sport treiben und Kondition aufbauen.
  • Anfänger sollten sich nicht zu viel zumuten. Am besten ist es, mit einem leichten Training zu beginnen und sich langsam zu steigern.
  • Es gibt kein Allgemeinrezept für ein gutes Konditionstraining. Um dauerhaft am Ball zu bleiben, könnte es sich positiv auswirken, die eigenen Interessen bei der Auswahl der Trainingsmethode zu beachten.

Unverzichtbare Technik während des Olympiaprogramms

Nicht zufällig unterstützt die Diabetes Care Marke Accu-Chek von Roche Diagnostics, Matthias Steiner bei seiner Broschüre. Diabetiker benötigen technische Hilfsmittel, ob im Alltag oder im Training. Accu-Chek ist weltweit führend im Bereich Blutzucker-Selbstmanagement. Wie der Olympiasieger hat auch Accu-Chek sich zum Ziel gesetzt, Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes zu verbessern. Steiner verweist auf Produkte der Firma, da diese seiner Meinung nach, eine leichte Handhabung gewährleisten, handlich sind und teilweise sogar über einen USB-Anschluss verfügen, der das Erfassen und Auswerten der Blutzuckerwerte erleichtert.

Die Gruppe Diabetes Typ 2 der imedo-Gesundheitscommunity ermöglicht den Erfahrungsaustausch Betroffener und hält wichtige Informationen für Erkrankte bereit.

Mit verschiedenen Formen der Therapie von Diabetes beschäftigen sich die imedo-Gesundheitsnews hier: Insulinspritze adé: Leben mit der Insulinpumpe.

(Redaktion: Svea Hagen)
Bildquelle: knipseline, Maria Lanznaster, pixelio.de

Gesunde Ernährung: Zwischen Lügen und Marketingstrategien

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Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de hat beim Ernährungsmediziner Martin Lemperle nachgefragt, was eine gesunde Ernährung ausmacht und welche Ernährungslügen getrost aus den Köpfen der Menschen verschwinden können.

imedo: Was macht eine gesunde Ernährung aus?

Lemperle: Sie muss von den Kalorien her angepasst sein, das heißt, dass man darauf achten sollte, nicht zu viele Kalorien zu sich zu nehmen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass 50 Prozent der Nahrung aus Kohlenhydraten bestehen sollte, 30 bis 35 Prozent aus Fett und 15 bis 20 Prozent aus Eiweiß. Vitamine und Mineralstoffe sollten in ausreichender Menge verzehrt werden. Viel Obst und Gemüse sollte auf dem Speiseplan stehen, wobei Gemüse den höheren Stellenwert hat. Die Nährstoffdichte von Gemüse ist zwei- bis zehnmal höher als die von Obst. Weißbrot sollte man meiden und stattdessen Vollkornprodukte essen. Eiweiß sollte nicht nur tierisch sein, pflanzliches Eiweiß liefern Hülsenfrüchte wie Bohne oder Linsen. Auch Sojaprodukte sind sinnvoll und eiweißreich.

imedo: 30 Prozent Fett klingt viel, worauf muss man dabei achten?

Lemperle: Die Hälfte der Fette sollten aus einfach ungesättigten Fetten bestehen. Diese findet man hauptsächlich in Nüssen und Pflanzenölen. Rapsöl, Walnussöl und Leinöl sind am besten für die Ernährung geeignet – sogar besser als Olivenöl. 20 Prozent der Fette sollten als gesättigte Fette und 30 Prozent als mehrfach ungesättigte Fette aufgenommen werden. Bei den mehrfach ungesättigten Fetten sollte man besonders auf die Omega-3-Fettsäuren achten. Lieferanten der Omega-3-Fettsäuren sind Seefische wie Lachs und Makrele und Hering. Zwei Mahlzeiten pro Woche sollten daher am besten aus diesen Zutaten bestehen. Da muss man natürlich auf die Kalorien achten. Stark übergewichtige Menschen sollten die Omega-3-Fettsäuren besser als Kapseln einnehmen.     

imedo: Fruchtsäfte und Fruchtgummis aus der Werbung sollen angeblich wichtige Vitaminlieferanten für Kinder sein. Was muss man bei der Ernährung von Kindern beachten?

Lemperle: Fruchtsäfte sind Zuckerwasser. Bonbons sind zuckerreich und daher ebenfalls nicht zu empfehlen. Besser ist, Obst wirklich als Obst zu essen. Wichtig ist eine breitgefächerte aber nicht hochdosierte Einnahme von Vitaminen. Kinder sollten genug davon zuführen. Außerdem sollten vor allem Kinder Omega-3-Fettsäuren aufnehmen. Das fördert die Entwicklung des Gehirns.

imedo: Welche Unterschiede gibt es in der Ernährung von Schulkindern und Erwachsenen?

Lemperle: Im Prinzip sind die Ernährungsempfehlungen fast gleich – abgesehen von den Kalorien. Was die Verhältnis innerhalb der Ernährung angeht, so ist das bei beiden gleich. Bei Kindern findet man oft einen Mangel an Vitamin D oder Folsäure. Das Problem ist, das Kinder gesunde Sachen oft nicht gern essen. Wenn man sicher gehen will, dass sie genug Vitamine bekommen, kann man Kindern ruhigen Gewissens eine gute Multi-Vitamintablette geben.

imedo: Wie sieht es aus mit probiotischen Joghurts und Wellnesswasser? Wie viel braucht der Mensch wirklich?

Lemperle: Wenn er sich total gesund ernährt, braucht er davon nichts. Nur ist das in der heutigen Zeit leider kaum mehr möglich. Das fängt schon damit an, dass wir unbewusst oft Konservierungsstoffe essen, die in den Lebensmitteln enthalten sind. Die stören zum Teil die Darmflora. Probiotische Produkte sind auf jeden Fall nicht ungesund und können helfen. Es müssen nicht die teueren Produkte sein, die probiotischen Bakterien wirken alle gleich. Wellnessdrinks haben fast nur Marketing-Charakter. Die wirklich guten Inhaltsstoffe haben eine zu niedrige Konzentration.

imedo: Welche Auswirkung hat die Ernährung von Masttieren auf unsere Ernährung?

Lemperle: Es ist klar, dass die Mästung von Tieren an sich nicht zu gesünderem Fleisch führt. Oft werden Tieren mit Hormonen und Antiobiotika versorgt, die sind dann im Fleisch enthalten. Auch die wichtigen Omega-3-Fettsäuren sind im Mastfleisch deutlich weniger als von Tieren mit natürlicher Haltung. Man muss auch davon ausgehen, dass mehr verseuchtes Fleisch im Umlauf ist, als man aufdeckt. Es lässt sich aber trotzdem sagen, dass Mastfleisch nicht so ungesund ist wie sein Ruf.

imedo: Ist Zucker für Diabetiker noch immer verboten?

Lemperle: Zucker ist prinzipiell nicht verboten, Zucker vermeiden ist aber gesünder – sowohl für Diabetiker als auch für Nicht-Diabetiker.

imedo: Sind Eier wirklich schlecht für das Herz?

Lemperle: Die Meinung hat sich geändert. Man weiß heute, dass der Körper 80 bis 90 Prozent seines Cholesterins selbst produziert – unabhängig von Eiern. Eier generell nicht mehr zu empfehlen ist falsch. Das trifft nur auf Leute zu, die einen hohen Blutfettgehalt haben, weil Eier viel Fett enthalten. Selbst mehrere Eier pro Woche schaden nicht.

Wie Sie mit Gemüse richtig umgehen und gesund essen und dabei schlank werden, erfahren Sie durch die imedo-Gesundheitsnews.

Bildquelle: Ernst Rose, pixelio.de

Deutscher Diabetiker Bund will noch viel zu erreichen

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Der 14. November steht weltweit im Zeichen der Diabetes. In diesem Jahr findet die Hauptveranstaltung dazu in Berlin statt. Aus diesem Grund hat sich Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de mit dem Vorsitzenden des Landesverbandes Berlin des Deutschen Diabetiker Bundes getroffen, um mit ihm über seine Vereinsarbeit und die gesundheitspolitische Situation der Diabetiker in Deutschland zu sprechen.

Wenn man Reiner Tippel vom Landesverband des Deutschen Diabetiker Bundes, DDB, fragt, wie seine Idealvorstellung für das Leben der Diabetiker in Deutschland aussieht, antwortet er: „Ich würde mir wünschen, dass alle Diabetiker die Behandlung und Beratung bekommen, die gut, richtig und notwendig ist, um einen guten Lebensstandard zu erreichen“. Gleichzeitig sieht er jedoch die Probleme, die die Sparpolitik der Bundesregierung im Gesundheitswesen verursacht. Durch eine unzureichende Behandlung und Beratung von Diabetikern würden Spätfolgen riskiert, die dann letztlich mehr kosten, als es die Prävention getan hätte.

Brauchen Diabetiker Selbsthilfegruppen?

Reiner Tippel, der 54-jährige Vorsitzende des Landesverbandes Berlin, ist selbst seit 45 Jahren Diabetiker. Der DDB hat bundesweit etwa 45.000 Mitglieder, auf den Landesverband Berlin entfallen davon 800 Mitglieder in 15 Selbsthilfegruppen. „Die Selbsthilfe ist einer der Pfeiler der 2004 verabschiedeten Gesundheitsreform. In unseren Gruppen bekommen die Betroffenen zusätzliche Informationen, die sie bei ihrem Arzt eventuell nicht bekommen.“ Viele fühlten sich allein gelassen mit ihren Fragen. Außerdem veranstaltet der Landesverband monatliche Treffen, bei denen es Vorträge von Ärzten gebe. „Ein Großteil unserer Mitglieder ist auch schon alt, viele suchen einfach etwas Gesellschaft.“

Mit der Gesundheitsreform von 2004 haben sich viele Dinge verändert, einige auch zum Schlechten. So sollten Krankenkassen die neuen kurzwirkenden Insulinanaloga für Diabetiker des Typs II nicht mehr übernehmen. Der Grund dafür sind die Kosten. Diese neuen Medikamente kosten rund 40 Prozent mehr, als das herkömmliche Insulin. Für sehr viele Patienten bedeuten sie aber sehr viel mehr Lebensqualität. Der Deutsche Diabetikerbund und die Ärzte protestierten gegen dieses Kostenreduktionsprogramm des Bundesgesundheitsministeriums und haben einen Teilerfolg erzielt. Die Kassen handelten mit den Herstellern Rabattverträge aus und übernehmen die Kosten für das Insulin weiterhin komplett.

Beratung und Behandlung von Diabetikern: Mindeststandard ist nicht flächendeckend erreicht

Außerdem wurde 2004 ein sogenannter Mindeststandard vereinbart, der die Qualität der Beratung und Behandlung von Diabetikern sichern soll. Die Kassen müssen seitdem ein Disease-Management-Programm anbieten, in dem regelmäßige Standarduntersuchungen beispielsweise der Füße und der Augen ebenso enthalten sind, wie Diabetes-Schulungen zu Ernährung, Bewegung und Forschungsentwicklungen. „Die Ärztevereinigung Deutsche Diabetesgesellschaft, DDG, bietet ein strukturiertes Schulungsprogramm an, aber das wird vermutlich nicht von allen Kassen und Ärzten genutzt.“ Die angebotenen Schulungen seien in der Qualität oft mangelhaft und alte Informationen, habe die Forschung längst verbessert oder widerlegt. Der vereinbarte Mindeststandard sei nicht flächendeckend erreicht. Überhaupt sieht Tippel die Zusammenarbeit der Selbsthilfegruppen mit den Kassen und Ärzten eher durchwachsen. Viele Ärzte würden sich freuen, wenn sie mit ihren Patienten auf Augenhöhe kommunizieren könnten, weil diese gut informiert sind. „Aber es gibt auch einige, die aufgeklärte Patienten nicht mögen, weil sie sich von ihnen in ihrer Autorität in Frage gestellt sehen.“

Auch Olympiasieger Matthias Steiner setzt sich mit seinem Olympiaprogramm für ein besseres Leben für Diabetiker ein.

Die imedo-Gesundeitscommunity ermöglicht mit der Gruppe zum Thema Diabetes den Erfahrungsaustausch von Diabetikern.

Bildquelle: Catfriend, pixelio.de

Diabetiker: Probleme mit Blutzuckermessgeräten

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Blutzuckermessgeräte stellen viele Benutzer vor Probleme. Die Hochschule der Medien in Stuttgart hat 14 Geräte getestet. Das Ergebnis: viele sind benutzerunfreundlich und provozieren Fehler mit gravierenden Folgen für die Gesundheit. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet.

Von den acht Millionen Diabetikern in Deutschland fällt es vielen schwer, ihre Blutzuckermessgeräte korrekt zu bedienen. Zu diesem Ergebnis kommen Informationsdesigner der Hochschule der Medien, HdM, in Stuttgart nach einer Untersuchung von 14 im Handel erhältlichen Geräten. Einige zeigten sich als wenig benutzerfreundlich und provozierten Bedienfehler. Diese seien bei Medizingeräten schwerwiegender als bei einem Computer oder Handy, mahnt die Hochschule.

Falsche Bedienung von Blutzuckermessgeräten kann fatale Folgen haben

Wird der Blutzucker auf Grund einer falschen Bedienung fehlerhaft abgelesen, dosiert der Diabetiker seine Medikamente nicht richtig und erleidet einen gesundheitlichen Schaden. Deshalb müssen Medizingeräte sicher und intuitiv zu benutzen sein. Dazu verpflichtet der Gesetzgeber die Hersteller den Angaben zufolge seit Juni 2006 mit der Ergänzungsnorm ISO 60601-1-6.

Entscheidung für ein Blutzuckermessgerät muss gut bedacht werden

Die getesteten Geräte wiesen dennoch große Unterschiede in der Benutzungsfreundlichkeit auf. „Von gut gestalteten Bedienungen bis zu gefährlichen Arbeitsschritten mit dem Gerät, haben wir alles gefunden“, sagt die beteiligte Forscherin Maike Reichel. So interpretierte eine ältere Testperson „24h“ nicht als Zeitformat, sondern als Dosierungsanleitung und folgerte: „24 Einheiten muss ich spritzen.“ Ein anderes Gerät forderte den Nutzer zum Auftragen von Blut auf, obwohl dieser den Teststreifen fehlerhaft eingeführt hatte.

Forscherin Reichel empfiehlt Diabetikern und Ärzten, die Entscheidung für ein Messgerät gut zu bedenken. Gute Messgeräte wie Accu-Chek Aviva von Roche und Ascensia Contour von Bayer garantierten eine sichere Messung in wenigen Schritten. Diabetiker könnten dort auf wichtige Funktionen über ein großes und gut lesbares Display schnell zugreifen.

Matthias Steiners Olymiaprogramm für Diabetiker ist kein reines Trainigsprogramm. Der Olympiasieger empfiehlt auch Blutzuckermessgeräte. Informieren Sie sich mit Hilfe der imedo-Gesundheitsnews.

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Hörschäden: höheres Risiko für Diabetiker

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Bereits seit den 1960er Jahren vermuten Wissenschaftler, dass es einen Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und Hörstörungen gibt. Eindeutige Belege gab es bisher nicht. Eine aktuelle Studie beweist aber, dass Diabetiker doppelt so häufig an Hörstörungen leiden als andere Menschen. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet.

Wissenschaftler des National Institut of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, kurz NIDDK, haben in einer Querschnittsstudie herausgefunden, dass es eine Verbindung zwischen Diabetes mellitus und Hörstörungen gibt. Ein Zusammenhang wird bereits seit mehreren Jahrzehnten vermutet, eine Bestätigung gab es aber bisher nicht.

Die Untersuchung stützt sich auf Daten des National Health and Nutrition Examination Survey, kurz NHANES, mit dem sich die US-Centers of Disease Control und Prevention regelmäßig einen Überblick über den Gesundheitszustand der Bevölkerung verschaffen. Die Befragungen fanden zwischen 1999 und 2004 statt. Die Hälfte der 11.405 Teilnehmer unterzog sich zusätzlich einem Hörtest.

Hörvermögen von Diabetikern schlechter

Zudem wurde bei weiteren 2259 Patienten der Blutzuckeranteil bestimmt, so dass sich die Daten nicht ausschließlich auf die Angaben der Patienten stützen. Zwischen den Diabetes Typen I und II wurde aber nicht unterschieden – ein großer Nachteil der Studie. Trotzdem waren die Ergebnisse eindeutig. In allen Frequenzbereichen hörten die Diabetiker schlechter als die anderen Teilnehmer.

Für die Epidemiologin Catherine Cowie ist der Zusammenhang eindeutig. Die Schädigung könnte relativ plausibel über eine diabetische Schädigung des Hörnervs oder Erkrankungen der kleinen Blutgefäße im Innenohr erklärt werden.

Regelmäßiges Screening der Diabetes-Patienten

Catherine Cowie empfiehlt ein regelmäßiges Screening der Diabetiker, stößt damit aber nicht nur auf Befürworter. Keiko Hirose, Leiter der Hals-Nasen-Ohren-Station des Kinderkrankenhauses der Washington Universität in St. Louis ist anderer Meinung. Eine Querschnittstudie könne nicht ausschließen, dass einige Hörstörungen nur vorübergehend auftreten. Ein regelmäßiges Screening könnte zu einer Überversorgung führen. Stattdessen sei es besser abzuwarten, bis die Patienten die Schwerhörigkeit selbst festellen.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren ausführlich über Diabetes mellitus. Lesen Sie auch: Diabetiker brauchen viel Bewegung, Diabetes im Wandel: Vom Schweineinsulin zum synthetischen Hightech-Insulin

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Diabetes und PAVK: mehr Amputationen

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Die Zahl der Amputationen in Deutschland nimmt zu: Waren 2001 noch 45.000 Menschen betroffen, meldete der Gesundheitsbericht Diabetes 2008 im vergangenen Jahr 60.000 Amputationen. Damit ist die Rate in der Bundesrepublik im europaweiten Vergleich hoch. Hinter einem Großteil der Amputationen steckt eine tückische Krankheit mit einem harmlosen Namen: die Schaufensterkrankheit. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet.

Das Ziel der St. Vincent Deklaration von 1998, die Amputationsrate von Diabetikern um die Hälfte zu reduzieren, wurde weit verfehlt. Die Amputationsrate steigt weiter an und Experten schlagen Alarm. Ursache der Amputationen sind Arteriosklerose und das diabetische Fußsyndrom. 70 Prozent der Amputationsfälle geht Diabetes mellitus voran. Diabetiker haben ein zehn bis 15fach höheres Amputationsrisiko als Nichtdiabetiker. Knapp die Hälfte der Diabetiker leidet gleichzeitig unter der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz PAVK.

Schaufensterkrankheit wird unterschätzt

Das Anfangsstadium der Krankheit wird auch Schaufensterkrankheit genannt. Das klingt zwar harmlos, ist aber nicht zu unterschätzen. Die Erkrankung bezeichnet eine Gefäßverengung im Bein. Die ersten Anzeichen der Krankheiten werden oftmals nicht wahrgenommen. Betroffene lassen sich erst dann untersuchen, wenn die Schmerzen bereits im Ruhezustand auftreten und nicht auschließlich bei Bewegung.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Gefäßverkalkung nicht als solche erkannt und daher nur orthopädisch behandelt wird. Durch die mangelnde Durchblutung bilden sich Geschwüre und nicht heilende Wunden – eine Amputation ist dann oft unvermeidbar. Am häufigsten sind Zehen, Füße und Unterschenkel betroffen. Im schlimmsten Fall ist es sogar das ganze Bein.

Doch nicht nur das Amputationsrisiko ist bei PAVK-Patienten ist besonders hoch. Sie haben auch ein hohes Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko. 75 Prozent der Betroffenen sterben daran. Jeder fünfte Mensch über 65 Jahre leidet der Studie zufolge an einer PAVK, egal, ob die Symptome bereits aufgetreten sind oder nicht. Von 6880 Patienten über 65 Jahre mit leichtem bis mittleren Übergewicht leiden knapp 21 Prozent an einer PAVK, ohne davon zu wissen.

Amputationsrate wird weiter steigen

Bedingt durch die immer höher werdende Lebenserwartung und die steigende Zahl an Diabetikern, wird die Amputationsrate auch künftig weiter zunehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie, kurz DGA, fordert daher, dass eine Dopplerdruckmessung in das Standardprogramm der Hausarztuntersuchung aufgenommen wird. Sie misst den Verschlussdruck an den Armen und den Knöchelarterien. Mediziner können Durchblutungsstörungen auf diese Weise zuverlässig erkennen. „Gesundheitspolitisch völlig unverständlich ist es, dass der Hausarzt, der ja die Patienten zuerst sieht, die zuverlässige, einfache und preisgünstige Dopplerdruckmessung für die Erstdiagnose mit der Kassenärztlichen Vereinung nicht abrechnen kann“, sagt der DGA-Präsident Karl-Ludwig Schulte. „Eine schlimme Lücke der Versorgung tut sich hier auf“.

Weitere Informationen zum Thema Schaufensterkrankheit, erhalten Sie mit Hilfe der imedo-Gesundheitsnews.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren zudem ausführlich über Diabetes mellitus. Lesen Sie auch: Hörschäden: Diabetiker haben ein höheres Risiko, Diabetes: Tai Chi Chuan reduziert Blutzucker

Bildquelle: Birgit Meyke, pixelio.de

Erleichterung bei Diabetes: Gel statt Spritze

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Die lästige Insulinspritze könnte bald der Vergangenheit angehören. Erste Tests mit einem neuartigen Gel verliefen nach Angaben der Technischen Hochschule Zürich erfolgreich. Das Gel soll ein bis zu vier Wochen reichendes Insulindepot anlegen, das durch Tabletten exakt dosiert freigesetzt werden kann. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de informiert über Insulingel für Diabetiker.

Insulingel

Die tägliche Insulinspritze ist für Diabetiker eine belastende Prozedur. Zudem birgt jeder Stich auch ein Infektionsrisiko. Bislang ist es aber noch nicht gelungen, Insulin beispielsweise in Tablettenform darzureichen. Nach Angaben der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, kurz ETH, entwickelten nun Forscher ein neuartiges Verfahren, das bereits in wenigen Jahren eine Alternative zur täglichen Spritze bieten könnte. Dabei handele es sich um eine gelartige Substanz, die nur noch alle zwei bis vier Wochen als Medikamentendepot gespritzt werden müsse.

Den Wissenschaftlern zufolge besteht das Gel aus winzigen, dünnen Polymerfäden, an denen Proteine befestigt sind. In diesem Gel, das sich im Körper zu einem Klümpchen verwandle, sei der Wirkstoff eingeschlossen. Wenn die Betroffenen nun das Antibiotikum Novobiocin in Form einer Tablette zu sich nähmen, löse sich eine definierte Menge des Gels auf, und der Wirkstoff Insulin gelange in der gewünschten Dosis in den Blutkreislauf.

Tabletten setzen Insulin aus dem Depot frei

Diabetiker sollen also zukünftig eine Pille schlucken können, um das lebensnotwendige Insulin freizusetzen statt sich wie bisher eine Spritze zu verabreichen. Über die Dosis des Antibiotikums könne genau bestimmt werden, welche Menge Insulin freigesetzt werde, erklären die Forscher.

Obwohl Novobiocin nur wenige Nebenwirkungen habe, lasse sich aber nicht ganz ausschließen, dass Bakterien dagegen resistent werden könnten. Deshalb werde nun eine zweite Generation des Gels entwickelt, das ohne dieses Antibiotikum auskommen solle. Das neuartige Gel solle in den nächsten Monaten zunächst im Tierversuch getestet werden.

Warum Diabetiker viel Bewegung brauchen, verraten die imedo-Gesundheitsnews.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren über Diabetes im Wandel.

Die imedo-Gesundheitscommunity ermöglicht Diabetikern durch die Gruppe „Diabetes“ den Austausch über die Krankheit.

Bildquelle: B.Stolze, pixelio.de

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Mein Favorit unter Omas Hausmitteln ist Zuhören! Das hat mir damals auch das Gefühl gegeben, verstanden zu werden und wichtig zu sein.

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