Tag Archiv | "Diabetes Mellitus"

Diabetes-Explosion: Süßes Blut bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger

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Kinderdiabetologen beobachten in Deutschland eine Zunahme der Diabetesfälle bei Kindern und Jugendlichen, die sich noch nicht erklären lässt. Besonders steil ist der Anstieg bei kleinen Kindern, fasst Medizinjournalist Sven-David Müller vom Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de aktuelle Erkenntnisse zusammen, die bei der Tagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Stuttgart Experten mitteilten. Eine aktuelle in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ publizierte europäische Studie legt nahe, dass sich die Zahl der kindlichen Diabetiker bis 2020 verdoppeln kann und die Diabetes-Häufigkeit in der Gruppe der unter 15-jährigen um 70 Prozent zu steigen droht.

Diabetes ist die häufigste Stoffwechselkrankheit im Kindes- und Jugendalter

Experten zufolge leiden 25.000 junge Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus. Damit ist Diabetes die häufigste Stoffwechselkrankheit bei Kindern und Jugendlichen. Aber trotzdem fühlen sich viele Kinder und Eltern isoliert, da „nur“ eins von 600 Kindern an Diabetes mellitus Typ 1 leidet und damit Kontakte zwischen betroffenen Kindern und deren Eltern schwierig sind. Auch auf die Behandlungsqualität hat das Einfluss, denn kaum eine durchschnittliche Kinderarzt-Praxis betreut mehr als ein diabetisches Kind. Da neun von zehn neuentdeckten jugendlichen Diabetikern keinen anderen von der chronischen Stoffwechselkrankheit Betroffenen in der Familie haben, geht die Erkrankungsentstehung scheinbar weit über genetische Faktoren hinaus. Die problematische Isolation der „kleinen Diabetiker“ und die Angst ihrer Eltern lässt nur wenige Betroffene „Diabet yes“ sagen.

Hartz 4 bedeutet schlechte Einstellung und Prognose für diabetische Kinder

Untersuchungen zeigen, dass diabetische Kinder aus sozial schwachen Familien eine schlechte Prognose haben und die Folgekomplikationen des Diabetes mellitus früh und ausgeprägt auftreten. Diabetes führt zu massiven Schäden an den Blutgefäßen und Nerven, Nieren, an unteren Extremitäten und Augen mit der Extremfolge Herzinfarkt und Schlaganfall, Dialysepflicht, Amputation sowie Erblindung. Psychosoziale Faktoren entscheiden über Therapieverhalten und Blutzuckereinstellung, erläuterte Professor Dr. med. Thomas Danne aus Anlass der Tagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Stuttgart.

Diät- und Ernährungsberatung ist für Diabetiker Mangelware

Obwohl die Diät- und Ernährungsberatung durch staatlich geprüfte Diätassistenten bei allen Diabetikern integraler Therapiebaustein ist, erhalten derzeit nur 59 Prozent der diabetischen Kinder und Jugendlichen entsprechende Aufklärung über eine diabetesgerechte Ernährungsweise. Aus Kostengründen verfügen selbst Diabeteszentren und kinderdiabetologische Schwerpunktpraxen nicht über Diätassistenten und auch die psychologische Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes lässt oft zu wünschen übrig, bedauert Professor Danne, der Chefarzt vom Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover und Vorstandsvorsitzender von diabetesDE ist.

Bayer macht sich mit dem Fine Star für Kinderdiabetes Projekte stark

Mit dem Fine Star zeichnet Bayer Diabetes Care vorbildliche Initiativen aus, die sich auf besonders kreative Weise mit dem Thema Kinderdiabetes beschäftigen. Der Fine Star ist der Bayer Preis für kreative Kinderdiabetes Projekte. In den vergangenen zwei Jahren erreichten 100 Bewerbungen die Fine Star Jury, der neben Professor Danne der 15-jährige Diabetiker Nico Münch, Dr. Katrin Kraats vom Kirchheim Verlag, Michael Bertsch, Initiator von diabetes-kids.de und Claudia Geis von Bayer angehören. Der Fine Star ist mit 17.500 Euro dotiert. Ab sofort können sich Diabetesprofis, Selbsthilfegruppen, Betroffene und Eltern bis zum 11. August 2010 zum Fine Star bewerben. Die drei Fine Star Gewinnerkonzepte stellt die Jury im Rahmen des Kirchheim Forums Wiesbaden am 22. Oktober 2010 vor.

Weitere Informationen zum Fine Star finden Interessierte im Internet unter www.bayerdiabetes.de oder sind per Mail zu erfragen: finestar@bayerdiabetes.de

Jetzt geht die Fine Star in die dritte Runde. Erstmalig können Patienten, Angehörige und Beratungskräfte auch über die Internet-Plattform www.diabetes-kids.de nominieren, abstimmen und gewinnen.

Redaktion: Sven-David Müller (Medizinjournalist) und Marcel Kresin
Bildquelle: Bayer Diabetes Care

Zucker am Steuer

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Jederzeit mit dem Auto unabhängig und mobil zu sein, ist heute für die meisten Menschen selbstverständlich. Einfach einsteigen und losfahren. Für Diabetiker ist dies jedoch nicht ganz so einfach. Bei einer Über- oder Unterzuckerung während der Fahrt können sie sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer gefährden, warnt Diabetesberater Sven-David Müller vom Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de. Deshalb sollten Diabetiker im Straßenverkehr einiges beachten:

Wahrnehmungsstörungen durch Unterzuckerung
Diabetes mellitus ist eine Gruppe chronischer Stoffwechselerkrankungen, die alle gemeinsam haben, dass der Körper Zucker über den Urin ausscheidet. Die Ursache für eine Überzuckerung ist meist eine Insulinresistenz oder ein Insulinmangel im Blut. Bei einer Unterzuckerung sinkt der Blutzuckerspiegel unter einen festgesetzten Grenzwert von 50 mg/dl. Dies kann durch die Unterversorgung des Nervensystems mit Traubenzucker (Blutzucker) zu unangenehmen und im Straßenverkehr gefährlichen Symptomen führen: Herzrasen, Unruhe, Unkonzentriertheit, Wahrnehmungsstörungen und im Extremfall sogar Bewusstlosigkeit.

Blutzuckermessung vor Fahrtantritt
Für Diabetiker ist es daher notwendig, vor jeder Autofahrt den Blutzucker zu messen. Nur wenn der Blutzuckerspiegel innerhalb der Grenzwerte ist, die der Betroffene gemeinsam mit dem Hausarzt festlegen sollte, darf er sich hinter das Steuer setzen. Bemerkt der Fahrer Anzeichen von Schwindel oder Unwohlsein, sollte er sofort an geeigneter Stelle anhalten, den Blutzuckerwert messen und gegebenenfalls schnell wirksame Kohlenhydrate beispielsweise in Form von Traubenzucker oder Orangensaft zu sich nehmen. Grundsätzlich sollten Zuckerkranke bei längeren Autofahrten etwa alle zwei Stunden eine Pause machen, um sich zu bewegen und etwas zu essen, empfiehlt Müller. Außerdem sollten sie immer ein Blutzuckermessgerät mitführen, um im Zweifel jederzeit den aktuellen Zuckerwert ermitteln zu können.

Rechtslage für Diabetiker im Straßenverkehr
Generell darf jeder Diabetiker den Führerschein für Personenkraftwagen, ohne Einschränkungen und ohne die Krankheit angeben zu müssen, machen und am Straßenverkehr teilnehmen. Lediglich  Berufskraftfahrer müssen die Erkrankung Diabetes mellitus angeben. Ein Gutachten entscheidet dann über die Zulassung. Kommt es jedoch zu einem Unfall aufgrund einer Über- oder Unterzuckerung, muss auch der private Kraftfahrer ein medizinisches Gutachten über sich ergehen lassen, das er zudem selbst zahlen muss. Außerdem kann die Führerscheinstelle von ihm verlangen, künftig ein Fahrtenbuch zu führen und er kann verpflichtet werden, vor Antritt jeder Fahrt den Blutzuckerspiegel zu bestimmen und zu dokumentieren.

Das imedo-Medizinlexikon klärt über medizinische Fachbegriffe auf, beispielsweise darüber, was „Diabetes mellitus“ bedeutet.

Weitere Informationen über Blutzucker-Messgeräte erhalten Sie beispielsweise bei Bayer: http://www.bayerdiabetes.de/.

Die Gruppe „Diabetes“ der imedo-Gesundheitscommunity bietet allen Betroffenen und Interessierten die Möglichkeit, sich zu dieser Erkrankung auszutauschen.

Redaktion: Marcel Kresin und Sven-David Müller
Bildquelle: Knipseline, pixelio.de

Diabetiker brauchen viel Bewegung

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Zu einem gesunden und aktiven Leben gehört regelmäßige körperliche Aktivität einfach dazu – auch und gerade für Menschen mit Diabetes mellitus. Man unterscheidet hier zwischen Typ 1 und Typ 2 Diabetes. Professor und Sportwissenschaftler Dr. Ingo Froböse* aus Köln berichtet als Kolumnist des Internet-Gesundheitsportals www.imedo.de, wie körperliche Aktivität die Insulinwirkung verbessern kann und wie Diabetiker sich trainieren können.


Diabetes in jungen Jahren
Der Typ 1 Diabetes tritt am häufigsten in frühen Lebensjahren auf. Deshalb wurde diese Diabetes-Form früher auch als jugendlicher oder juveniler Diabetes bezeichnet. Nicht selten beginnt er mit plötzlich einsetzenden Beschwerden wie beispielsweise Bewusstseinsverlust. Diabetes Typ 1 beruht auf einem absoluten Mangel an Insulin infolge zerstörter Insulin produzierender Zellen, den Beta-Zellen, in der Bauchspeicheldrüse. Als mögliche Ursachen werden bei Diabetes Typ 1 verschiedene Faktoren diskutiert: eine Fehlsteuerung des Immunsystems, eine erbliche Veranlagung und äußere Faktoren wie zum Beispiel Virusinfektionen.

Spiel und Sport hilft gegen Diabetes Typ 1
Bei der immunologisch vermittelten Form des Typ 1 Diabetes mellitus bildet der Körper Antikörper, die sich unter anderem gegen die Insulin produzierenden Zellen richten und diese zerstören. In Folge dessen kann kein Insulin mehr produziert und Glucose nicht mehr aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen werden: Der Blutzucker steigt an. Da der Körper kein eigenes Insulin mehr bilden kann, müssen Patienten sich dieses als Medikament spritzen. Sport ist hier wichtig, um langfristigen Schäden wie Gefäßveränderungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht vorzubeugen. Außerdem zeigen Studien eine deutliche Verbesserung der Blutzuckereinstellung bei jugendlichen, sporttreibenden Typ 1 Diabetikern im Vergleich zu nicht aktiven Kontrollpersonen. Des Weiteren sind Spiel und Sport in der Gruppe ein wichtiges integratives Moment für Kinder und Jugendliche mit Typ 1. Die Möglichkeit, sich zusammen mit den nicht diabetischen Freunden am Schul- und Vereinssport zu beteiligen, ist nicht zu unterschätzen. Ein gänzlicher Verzicht auf Insulinmedikation durch Sport ist im Gegensatz zum Typ 2 Diabetiker jedoch nicht möglich.

Altersdiabetes: oft spät erkannt
Bei dem Typ 2 Diabetes, auch Altersdiabetes genannt, bildet die Bauchspeicheldrüse zunächst ausreichend Insulin, das jedoch nicht ausreichend wirkt. Ärzte sprechen dann von einer Insulinresistenz. Im weiteren Verlauf kann die Insulinproduktion abnehmen, sodass auch bei dieser Diabetes-Form eine Insulintherapie notwendig werden kann. Die Erkrankung kann lange symptomlos bleiben und macht meist erst nach dem 40. Lebensjahr durch Folgekomplikationen auf sich aufmerksam. Der Krankheitsverlauf ist hauptsächlich durch die Folgen der Gefäßschäden bestimmt: Etwa drei Viertel der Betroffenen sterben an Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Leider finden sich immer mehr jüngere Menschen, die Altersdiabetes haben.
Risikofaktoren zur Entstehung des Typ 2 Diabetes sind Übergewicht, Bewegungsmangel und eine falsche Ernährungsweise. Häufig tritt diese Diabetes-Form im Rahmen des Zivilisationsproblems „metabolisches Syndrom“ auf, bei dem der Organismus eine Resistenz gegenüber dem Insulin entwickelt. Deshalb ist es wichtig, dass zum einen Energie verbrannt und zum anderen der Blutzucker besser verwertet wird. Dies ist durch körperliche Aktivität möglich, da nur die Muskeln ausreichend Zucker verbrennen.

Körperliche Aktivität verbessert die Insulinwirkung
Regelmäßige Bewegung verbessert das körperliche Wohlbefinden, hilft Stress abzubauen, beeinflusst den Blutzuckerspiegel günstig und wirkt sich vorteilhaft auf Gewicht und Herz-Kreislauf-System aus. Risikofaktoren des Typ 2 Diabetes mellitus, wie erhöhte Blutfettwerte oder zu hoher Blutdruck werden dadurch günstig beeinflusst. Sport kann je nach Schweregrad der Erkrankung in Einzelfällen zu einem völligen Rückgang des Typ 2 Diabetes verhelfen.
Die Muskelzellen können den Blutzucker besser aufnehmen und die Muskeln brauchen bei Bewegung mehr Energie – das verbraucht zusätzlich Blutzucker und senkt die Werte. Auch langfristig verbessert Bewegung die Blutzuckerwerte, da der Körper Muskulatur aufbaut und Muskelzellen auch im Ruhezustand zusätzlichen Blutzucker verbrauchen. Die körperliche Aktivität wirkt sich jedoch bei jedem in individuellem Maße aus. Daher ist es gerade während des Sports wichtig, den Blutzuckerspiegel im Blick zu haben: Man sollte vor, eventuell während sowie ein bis zwei Stunden nach der körperlichen Aktivität den Blutzucker messen, um möglichen Stoffwechselentgleisungen vorzubeugen und die Reaktionen des Körpers kennenzulernen. Von diesen Komplikationen sind nur Diabetiker betroffen, die Insulin spritzen oder Tabletten einnehmen, die die Insulinproduktion steigern.

Auch bei Diabetikern fängt Bewegung im Alltag an
Alle Diabetiker sollten daher jede Gelegenheit nutzen, sich zu bewegen. Zum Beispiel kleinere Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen, statt mit dem Auto und besser die Treppen nutzen als den Aufzug. Auch Hausarbeiten, wie Staub saugen, Fenster putzen und Gartenarbeiten, sind körperliche Betätigungen und gehören zu einem körperlich aktiven Alltag.
Regelmäßiges Training kann das Risiko an Diabetes zu erkranken um 69 Prozent senken. Ausdauersport wirkt sich dabei ebenso positiv aus, wie Krafttraining oder eine Mischung aus beiden. Ausdauertraining wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen beeinflusst das Herz-Kreislauf-System, die Atmung, den Stoffwechsel sowie die Durchblutung der großen Muskelgruppen positiv. Auch Krafttraining wirkt sich positiv auf den Organismus aus und kann das Risiko für Bluthochdruck erheblich senken: Unsere Muskeln stellen das größte Stoffwechselorgan in unserem Körper dar und verbrennen am meisten Zucker und Fett. Sport optimiert also den Blutzucker und die Figur.
Ein erster Erfolg tritt schon nach acht bis vierzehn Tagen ein, tiefgreifende Körperumstellungen finden allerdings erst nach vier bis sechs Monaten statt. Um einen optimalen Erfolg zu erreichen, ist es optimal dreimal pro Woche zu trainieren.

Fazit: Sport tut Diabetikern gut
Körperliche Aktivität beeinflusst den Körper im Hinblick auf Diabetes sehr positiv: Sport kann das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 deutlich senken und auch die Betroffenen von Typ 1 Diabetes profitieren nachhaltig von Bewegung. Die Sekundärschäden werden deutlich reduziert und die Leistungsfähigkeit bleibt erhalten. Ist es zur Erkrankung gekommen, kann Sport den Blutzuckerspiegel so günstig beeinflussen, dass Typ 2 Diabetiker Medikamente deutlich reduziert beziehungsweise weggelassen werden können. Diabetiker sollten den Nutzen und die Vorgehensweise mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Bei imedo.de erhalten Sie nicht nur umfangreiche Informationen zu Diabetes, sondern können sich auch in der Gruppe „Diabetes“ mit anderen Betroffenen austauschen und von deren Erfahrungen mit Sport und Bewegung profitieren.

In den imedo-Gesundheitsnews erfahren Sie mehr über den Wandel von Diabetes und über synthetisches Hightech-Insulin.

Dr. Prang warnt im imedo-Gesundheits-TV vor den Folgekomplikationen unbemerkter Diabetes und erklärt, wie man Diabetes rechtzeitig erkennen kann.

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*Professor Dr. Ingo Froböse ist als Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule in Köln tätig und leitet dort das Zentrum für Gesundheit und das Institut für Rehabilitation. Er ist Autor einer Vielzahl von Beiträgen und Artikeln in den Publikums- und Fachmedien. Professor Froböse ist Beirat und Vorstandsmitglied sowie Berater einer Vielzahl von renommierten Fachgesellschaften und Gremien.

Bildquelle: RainerSturm, pixelio.de

Diabetes im Wandel: Vom Schweineinsulin zum synthetischen Hightech-Insulin

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Die Lebenssituation der Diabetiker ist heute viel besser, als sie es noch vor einigen Jahren war. Die Forschung kommt immer weiter und die Abläufe im Körper werden klarer. Damit verbessert sich der Lebensstandard der Betroffenen beträchtlich. Reiner Tippel vom Deutschen Diabetiker Bund, selbst seit 45 Jahren Diabetiker, berichtete dem Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de von den Veränderungen in der Vergangenheit und der heutigen Situation.

Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus

Der Begriff Diabetes mellitus kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „honigsüßer Durchfluss“. Im Volksmund wird er auch „Zuckerkrankheit“ genannt. Beides beschreibt das ursprüngliche Symptom: Die Ausscheidung von Zucker im Urin. Die Entwicklung des Autoimmundefekts Diabetes ist bis heute nicht endgültig geklärt. Was man weiß, ist, dass beim sogenannten Typ I, die Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse die Produktion des Hormons Insulin fast oder ganz einstellen. Das Insulin bewirkt die Verstoffwechselung von Glukose im Gewebe sowie die Hemmung der Zuckerproduktion in der Leber. Fällt dieser Vorgang aus, sammelt sich Glukose im Körper an und die Leber stellt unkontrolliert Zucker her. Dieser findet sich dann im Blut und im Urin. Bis 1780 konnte Diabetes durch eine Geschmacksprobe des Urins diagnostiziert werden. In diesem Jahr fand der englische Arzt Francis Home einen Weg, den Zucker im Urin chemisch nachzuweisen. Doch diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Heute lässt sich durch Schnelltests mit Blut ein erhöhter Zuckerspiegel sehr schnell nachweisen.

Diabetes Typ II: längst kein Altersdiabetes mehr

Momentan gibt es in Deutschland schätzungsweise acht Millionen Diabetiker, doch die Zahl steigt weiter an. „Manche Prognosen gehen von bis zu 10 Millionen Betroffenen in den nächsten Jahren aus“, sagt Reiner Tippel, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin des Deutschen Diabetiker Bundes DBB. Eine offizielle Statistik gebe es aber nicht. Besonders die durch Bewegungsarmut und Fehlernährung größer werdende Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Diabetes Typ II, der bisher eher als Altersdiabetes angesehen wurde, macht Tippel Sorgen: „Da kommt einiges auf uns zu.“ Beim Diabetes des Typ II stellt der Körper die Produktion von Insulin nicht gänzlich ein, viele Diabetiker dieses Typs kommen mit einer oralen Therapie und ohne Spritzen aus. Je nachdem, wie der Patient seine Ernährung gestaltet, wie viel er sich bewegt und ob der Diabetes erblich bedingt ist, kann er den Weg von den oralen Medikation bis zur Insulinspritze aktiv verlängern, betont Tippel.

Diabetesbehandlung: Vom Schweineinsulin zur Insulinpumpe

Bis in die 80er Jahre hinein bedeutete die Diagnose Diabetes für den Patienten einen strikten Zeitplan für das Essen und Spritzen sowie eine Verbotsliste für Lebensmittel. Die damaligen Insuline waren aus Tieren gewonnene Substanzen und nur wenige Stunden wirksam. Hauptsächlich wurde Schweineinsulin benutzt, weil das Schwein dem Menschen genetisch sehr ähnlich ist, es gab aber auch Insulin von Schafen oder Rindern. In den 80er Jahren gelang es, Insulin synthetisch herzustellen.Seitdem schreitet die Forschung immer weiter fort und versucht, der natürlichen Herstellung des Insulins im Körper so nahe wie möglich zu kommen. Zum Einen gibt es die kurzwirkenden Insulinanaloga, die wie das natürliche Insulin sofort wirksam werden, dafür aber recht schnell wieder abfallen. Zum Anderen wurden mittels Molekülmanipulation Insuline hergestellt, die bis zu 24 Stunden wirksam sind. Anhand des HbA1C-Wertes, dem „Blutzucker-Gedächtnis“ des Körpers, das zusammen genommen mit regelmäßigen Blutzuckermessungen und eventuellen Störfaktoren Auskunft darüber gibt, wie gut oder schlecht der Diabetiker auf sein Insulin eingestellt ist, können Mediziner die Qualität der Therapie bewerten.

Heute ist die Therapie-Kombination aus Langzeitinsulinen und Insulinanaloga als adäquate Behandlung weltweit anerkannt. Sie hat die Lebensqualität der Betroffenen um ein Vielfaches verbessert. Es ist nicht mehr zwingend notwendig, bestimmte Essenszeiten einzuhalten und auch die Verbotsliste von Lebensmitteln verschwunden. Ein Diabetiker ist heute sehr viel unabhängiger, nicht zuletzt durch die stete Weiterentwicklung der Spritz-Pens oder auch der Erfindung von Insulinpumpen. Reiner Tippel ist selbst seit einigen Jahren Pumpenträger und „sehr zufrieden damit“.

Informationen über die Insulinpumpe halten die imedo-Gesundheitsnews bereit: Insulinspritze adé: Leben mit der Insulinpumpe.

Bildquelle: Hans-Peter Häge, pixelio.de

Hörschäden: höheres Risiko für Diabetiker

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Bereits seit den 1960er Jahren vermuten Wissenschaftler, dass es einen Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und Hörstörungen gibt. Eindeutige Belege gab es bisher nicht. Eine aktuelle Studie beweist aber, dass Diabetiker doppelt so häufig an Hörstörungen leiden als andere Menschen. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet.

Wissenschaftler des National Institut of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, kurz NIDDK, haben in einer Querschnittsstudie herausgefunden, dass es eine Verbindung zwischen Diabetes mellitus und Hörstörungen gibt. Ein Zusammenhang wird bereits seit mehreren Jahrzehnten vermutet, eine Bestätigung gab es aber bisher nicht.

Die Untersuchung stützt sich auf Daten des National Health and Nutrition Examination Survey, kurz NHANES, mit dem sich die US-Centers of Disease Control und Prevention regelmäßig einen Überblick über den Gesundheitszustand der Bevölkerung verschaffen. Die Befragungen fanden zwischen 1999 und 2004 statt. Die Hälfte der 11.405 Teilnehmer unterzog sich zusätzlich einem Hörtest.

Hörvermögen von Diabetikern schlechter

Zudem wurde bei weiteren 2259 Patienten der Blutzuckeranteil bestimmt, so dass sich die Daten nicht ausschließlich auf die Angaben der Patienten stützen. Zwischen den Diabetes Typen I und II wurde aber nicht unterschieden – ein großer Nachteil der Studie. Trotzdem waren die Ergebnisse eindeutig. In allen Frequenzbereichen hörten die Diabetiker schlechter als die anderen Teilnehmer.

Für die Epidemiologin Catherine Cowie ist der Zusammenhang eindeutig. Die Schädigung könnte relativ plausibel über eine diabetische Schädigung des Hörnervs oder Erkrankungen der kleinen Blutgefäße im Innenohr erklärt werden.

Regelmäßiges Screening der Diabetes-Patienten

Catherine Cowie empfiehlt ein regelmäßiges Screening der Diabetiker, stößt damit aber nicht nur auf Befürworter. Keiko Hirose, Leiter der Hals-Nasen-Ohren-Station des Kinderkrankenhauses der Washington Universität in St. Louis ist anderer Meinung. Eine Querschnittstudie könne nicht ausschließen, dass einige Hörstörungen nur vorübergehend auftreten. Ein regelmäßiges Screening könnte zu einer Überversorgung führen. Stattdessen sei es besser abzuwarten, bis die Patienten die Schwerhörigkeit selbst festellen.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren ausführlich über Diabetes mellitus. Lesen Sie auch: Diabetiker brauchen viel Bewegung, Diabetes im Wandel: Vom Schweineinsulin zum synthetischen Hightech-Insulin

Bildquelle: Rainer Sturm, pixelio.de

Diabetes und PAVK: mehr Amputationen

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Die Zahl der Amputationen in Deutschland nimmt zu: Waren 2001 noch 45.000 Menschen betroffen, meldete der Gesundheitsbericht Diabetes 2008 im vergangenen Jahr 60.000 Amputationen. Damit ist die Rate in der Bundesrepublik im europaweiten Vergleich hoch. Hinter einem Großteil der Amputationen steckt eine tückische Krankheit mit einem harmlosen Namen: die Schaufensterkrankheit. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet.

Das Ziel der St. Vincent Deklaration von 1998, die Amputationsrate von Diabetikern um die Hälfte zu reduzieren, wurde weit verfehlt. Die Amputationsrate steigt weiter an und Experten schlagen Alarm. Ursache der Amputationen sind Arteriosklerose und das diabetische Fußsyndrom. 70 Prozent der Amputationsfälle geht Diabetes mellitus voran. Diabetiker haben ein zehn bis 15fach höheres Amputationsrisiko als Nichtdiabetiker. Knapp die Hälfte der Diabetiker leidet gleichzeitig unter der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz PAVK.

Schaufensterkrankheit wird unterschätzt

Das Anfangsstadium der Krankheit wird auch Schaufensterkrankheit genannt. Das klingt zwar harmlos, ist aber nicht zu unterschätzen. Die Erkrankung bezeichnet eine Gefäßverengung im Bein. Die ersten Anzeichen der Krankheiten werden oftmals nicht wahrgenommen. Betroffene lassen sich erst dann untersuchen, wenn die Schmerzen bereits im Ruhezustand auftreten und nicht auschließlich bei Bewegung.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Gefäßverkalkung nicht als solche erkannt und daher nur orthopädisch behandelt wird. Durch die mangelnde Durchblutung bilden sich Geschwüre und nicht heilende Wunden – eine Amputation ist dann oft unvermeidbar. Am häufigsten sind Zehen, Füße und Unterschenkel betroffen. Im schlimmsten Fall ist es sogar das ganze Bein.

Doch nicht nur das Amputationsrisiko ist bei PAVK-Patienten ist besonders hoch. Sie haben auch ein hohes Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko. 75 Prozent der Betroffenen sterben daran. Jeder fünfte Mensch über 65 Jahre leidet der Studie zufolge an einer PAVK, egal, ob die Symptome bereits aufgetreten sind oder nicht. Von 6880 Patienten über 65 Jahre mit leichtem bis mittleren Übergewicht leiden knapp 21 Prozent an einer PAVK, ohne davon zu wissen.

Amputationsrate wird weiter steigen

Bedingt durch die immer höher werdende Lebenserwartung und die steigende Zahl an Diabetikern, wird die Amputationsrate auch künftig weiter zunehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie, kurz DGA, fordert daher, dass eine Dopplerdruckmessung in das Standardprogramm der Hausarztuntersuchung aufgenommen wird. Sie misst den Verschlussdruck an den Armen und den Knöchelarterien. Mediziner können Durchblutungsstörungen auf diese Weise zuverlässig erkennen. „Gesundheitspolitisch völlig unverständlich ist es, dass der Hausarzt, der ja die Patienten zuerst sieht, die zuverlässige, einfache und preisgünstige Dopplerdruckmessung für die Erstdiagnose mit der Kassenärztlichen Vereinung nicht abrechnen kann“, sagt der DGA-Präsident Karl-Ludwig Schulte. „Eine schlimme Lücke der Versorgung tut sich hier auf“.

Weitere Informationen zum Thema Schaufensterkrankheit, erhalten Sie mit Hilfe der imedo-Gesundheitsnews.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren zudem ausführlich über Diabetes mellitus. Lesen Sie auch: Hörschäden: Diabetiker haben ein höheres Risiko, Diabetes: Tai Chi Chuan reduziert Blutzucker

Bildquelle: Birgit Meyke, pixelio.de

Drei von vier Diabetes-Erkrankungen nur zufällig erkannt

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40 Prozent der Bevölkerung besitzt die genetische Veranlagung, im Laufe ihres Lebens an Diabetes mellitus zu erkranken. Doch nur selten deuten Betroffene die Symptome von den Patienten richtig und konsultieren einen Arzt. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de rät bei einem Verdacht auf Diabetes umgehend einen Mediziner aufzusuchen.

Drei von vier Diabetes-ErkrankungenIn Deutschland leiden elf Prozent der Erwachsenen an Diabetes. Bei dieser Stoffwechselkrankheit kommt es zu einer zu hohen Blutzuckerkonzentration. Verursacht wird diese durch einen Mangel an Insulin, einem Hormon, das der Körper für den Transport von Glucose in die Körperzellen benötigt. Die meisten Typ 2 Diabetiker leiden an Insulinresistenz. Die Folgen des Diabetes können drastisch sein und viele Bereiche betreffen. Üblicherweise kommt es zu Nieren- und Nervenerkrankungen, aber auch Augen und Füße können betroffen sein.

Symptome von Diabetes und Stress können leicht verwechselt werden

Trotz dieser schweren Folgeerkrankungen sind die wenigsten Menschen ausreichend über die typischen Symptome eines Diabetes aufgeklärt oder verwechseln sie mit anderen, einfacheren Erkrankungen wie Überforderung und Stress. Wer bei sich häufiges Wasserlassen, Durst, Abgeschlagenheit und Müdigkeit sowie eine deutliche Gewichtsabnahme beobachtet, sollte dringend einen Arzt konsultieren. Eine Diagnose kann durch einen einfachen Blutzuckertest gestellt werden.

Die Risikogruppe hinsichtlich Diabetes mellitus ist groß

Vor allem Personen mit besonders hohem Diabetes-Risiko sollten auf diese Anzeichen achten. Zu diesen Personen zählen stark Übergewichtige und Menschen, bei denen ein Verwandter ersten Grades bereits an Diabetes leidet. Auch wenn bei Familienangehörigen bereits in jungen Jahren ein Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftraten, besteht ein erhöhtes Risiko. Verstärkt wird dieses durch Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Frauen, die an einem Schwangerschaftsdiabetes litten, sind ebenfalls stark gefährdet, später an einem manifesten Diabetes mellitus zu erkranken. Bei Verdacht auf Diabetes sollte man sich unbedingt testen lassen, damit die notwendige Therapie umgehend eingeleitet werden kann.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren ausführlich über Diabetes mellitus. Lesen Sie auch: Zusammenhang zwischen Diabetes und Herpes und Diabetiker brauchen viel Bewegung

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Mein Favorit unter Omas Hausmitteln ist Zuhören! Das hat mir damals auch das Gefühl gegeben, verstanden zu werden und wichtig zu sein.

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