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Postpartale Depression – Wenn das eigene Kind fremd ist

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Victoria Beckham, Brooke Shields und Angelina Jolie kennen die Krankheit. Mit postpartaler Depression müssen sich viele Frauen auseinandersetzten – doch erst durch Prominente wird dieses Problem öffentlich. So sagte zum Beispiel Gwyneth Paltrow einem US-Magazin gegenüber: „Ich fühlte mich wie ein Zombie. In meinem Herz konnte ich nichts fühlen. Ich hatte überhaupt keine Emotionen. Ich fühlte mich nicht verbunden.“* Manche sprechen von Babyblues, Wochenbettdepression oder sogar postpartaler Psychose. Doch ist das alles das Gleiche? Und wenn nicht, wo liegen die Unterschiede?

Babyblues und Heultage

Diese leichteste Form der postpartalen Stimmungskrisen wird auch Babyblues genannt und tritt meist in der ersten Woche nach der Entbindung auf. Die frischgebackenen Mütter weinen dann viel und sind emotional geladen, weshalb diese Zeit auch oft als „Heultage“ bezeichnet wird. Sie geht auch mit Reizbarkeit, Schlaf- und Ruhelosigkeit, sowie enormem Sorgen einher und hält bis 10 Tage an. Die Zahlen über die Verbreitung des Babyblues gehen stark auseinander, sie reichen von 25% bis 70% aller Frauen. Meistens verschwindet Babyblues recht schnell wieder. Er kann sich aber auch zur Wochenbettdepression entwickeln.

Postpartale Depression
Zur postpartalen Depression kann es jederzeit, sogar noch 2 Jahre nach der Entbindung, kommen! Die Wochenbettdepression entwickelt sich meist schleichend und wird häufig erst durch ihre körperlichen Symptome wie Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, Konzentrations- und Schlafstörungen entdeckt. Zu diesen kommen dann Traurigkeit, extreme Reizbarkeit und innere Leere: Die Mutter ist dem Kind gegenüber gefühllos, was quälende Schuldgefühle verursacht.
Die große Gefahr liegt in der Leugnung der Krankheit aus Scham, man könne als schlechte Mutter gelten. Durch diese Scham- und Schuldgefühle sind betroffene Mütter teilweise suizidgefährdet, weshalb eine stationäre Behandlung und Betreuung notwendig werden kann.

Postportale Psychose
Ein bis drei Promille aller entbindenden Frauen sind von dieser stärksten Version der Krankheit, mit psychiatrischer Komplikation betroffen. Sie beginnt abrupt und relativ kurz, also ein bis zwei Wochen nach der Geburt. Die Mutter erlebt zum Beispiel Wahnvorstellungen, Angstzustände oder starke Unruhe durch eine Mischung aus Manie, Depression und Schizophrenie. Betroffene sollten sich unbedingt an einen qualifizierten Arzt wenden. In den meisten Fällen ist eine schnelle Einweisung zum Schutz für Mutter und Kind notwendig. Bekommen die betroffenen Mütter Hilfe ist auch die komplette Ausheilung möglich.

Doch wo liegen die Gründe für diese Erkrankungen?

Hier gibt es viele Faktoren und keine eindeutige Ursache. Auf der einen Seite stehen die biologischen Aspekte: erstens die körperliche Veränderung und Erschöpfung durch die Geburt. Der Babyblues zum Beispiel wird oft durch den Hormonabfall nach der Geburt ausgelöst. Das Sinken des Progesteron- und Östrogenspiegels sorgen für Depressivität und Schlaflosigkeit. Auch kann beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion eine postpartale Depression verursachen.

Weitere Erklärungsansätze liegen in den psychischen Bedingungen. So sind psychische Vorerkrankungen, finanziellen Sorgen oder auch traumatische Ereignisse, zum Beispiel eine überdurchschnittlich schwere Geburt wichtige Faktoren. Manchmal fällt es der Mutter auch schwer, sich von ihrem „alten Leben“ zu verabschieden oder sie leidet unter Versagens- oder Schmerzangst.

Außerdem spielt die soziale Komponente eine große Rolle, so zum Beispiel fehlende Unterstützung. In Naturvölkern, wo die Verantwortung für ein Baby auf mehreren Schultern liegt oder in manchen ländlichen Regionen, wo die junge Mutter in ihrem Elternhaus besonders viel Hilfe und Pflege bekommt, treten keine postpartalen Depressionen auf. Das zeigt, dass der Grund für die Depression auch im Perfektionismus und den überhöhten Erwartungen unserer Gesellschaft der Mütter gegenüber liegt. Die Frauen sollen sofort nach Geburt wieder fit sein, alles locker und ohne Hilfe wegstecken. Das entspricht aber meist nicht der Realität!

Gute Vorbereitung hilft!

Sinnvoll ist es, sich bewusst zu sein, dass eine Geburt keineswegs spurlos an einem vorbei geht und dass die Gefahr der Depression besteht. Man sollte sich über hormonelle Veränderungen und die Abläufe einer Schwangerschaft, Entbindung und so weiter informieren, zum Beispiel in unserem Infocenter Schwangerschaft und Stillzeit.
Suchen Sie sich außerdem Unterstützung für Haushalt und co. in der Zeit nach der Geburt, denn das Kind kann Sie voll beanspruchen. Aber lassen Sie sich beruhigen, auch wenn es der Mutter im Moment der Erkrankung unvorstellbar ist, die postportalen Depressionen sind sehr gut, zu nahezu 100% heilbar! Dafür sollte man aber bei der Depression oder Psychose unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, weshalb sich ein Bewusstsein dafür entwickeln muss, dass diese Erkrankung verbreitet ist. Nur wenn man dazu steht und die Krankheit nicht tabuisiert, kann man sich helfen lassen und hilft gleichzeitig allen Frauen, denen es ähnlich geht!

*Gwyneth Paltrow zitiert aus einem Artikel in Der Welt

Über imedo.de
imedo – Gesundheit, meine Sache! Das Gesundheitsportal www.imedo.de ermöglicht es, sich rund um die Themen Gesundheit, Krankheit und Therapien zu informieren. imedo bietet eine große Gesundheitscommunity zum Austausch mit Gleichgesinnten. Das Medizinlexikon und zahlreiche spezialisierte Webseiten, wie Operationauge.de oder Hilfe-bei-burnout.de, bieten Fachinformationen für Patienten und Gesundheitsinteressierten. imedo ist eine umfassende Arztsuche mit nutzerfreundlichen Filtermöglichkeiten und persönlichen Arztempfehlungen. Mit diesem breiten Serviceangebot fördert imedo, dass Patienten ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen, den passenden Arzt finden und die für sie beste Gesundheitsentscheidung treffen können.

Hannah Ehlers, Redaktion Gesundheitsnews

Hilft Verhaltenstherapie bei Altersdepressionen?

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Dr. Rose Shaw

Dr. Rose Shaw

Die Behandlung von älteren Patienten mit Depression kann schwierig sein, zum Beispiel aufgrund der Nebenwirkungen von Antidepressiva bei denjenigen Menschen, die oft sowieso schon körperliche Beschwerden haben. Eine Studie zeigt jedoch, dass kognitive Verhaltenstherapie älteren Depressionspatienten helfen kann. Dr. Rose Shaw, Psychotherapeutin aus München, hat einen Pressebericht über die Studie übersetzt, der die Vorteile von Psychotherapie für diese Menschen beschreibt:

Kognitive Verhaltenstherapie wirkt besser als Gesprächstherapie

Ältere Patienten mit Depression sprechen gut auf kognitive Verhaltenstherapie (KVT) an, und die Behandlung hilft besser als Gespräche mit jemandem, der warmherzig und Anteil nehmend zuhört. Das ist das Ergebnis einer Studie, die in der Dezemberausgabe 2009 der Archives of General Psychiatry erschienen ist.

Marc Antony Serfaty vom University College London und seine Mitarbeiter untersuchten in der Studie 204 Menschen im Alter von 65 Jahren oder älter. Davon waren 79,4 Prozent Frauen, die eine Diagnose von Depression hatten. Die Patienten, die weiterhin alle ihre Standardbehandlung erhielten, wurden nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe wurde zusätzlich mit KVT und eine zweite mit Gesprächstherapie behandelt. Die dritte Gruppe erhielt keine Zusatzbehandlung.

Die Forscher werteten den geistig-seelischen Zustand der Patienten nach psychologischen Tests zu Anfang der Studie sowie nach vier und zehn Monaten Therapie aus. Die Ergebnisse zeigten, dass nach durchschnittlich nur etwas mehr als sieben Therapiesitzungen Patienten in der KVT-Gruppe stärker verbesserte Werte für Depression hatten als Patienten in der Gesprächstherapie-Gruppe.

„Obwohl man Symptome von Depression als normale Folge des Alterns betrachten kann, stellen unsere Ergebnisse den Mythos vom älteren Menschen infrage, der einfach nur einsam ist und Gesellschaft und ein offenes Ohr braucht“, schreiben die Autoren. „Wie frühere Studien bereits gezeigt haben, kann man ältere Menschen dafür gewinnen, aktiv an Gesprächstherapien teilzunehmen. Sie können für psychologische Unterstützung offen sein und von einer bestimmten Form der Behandlung wie kognitiver Verhaltenstherapie profitieren.“

Dr. Rose Shaw

Zur Autorin: Die Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin mit Praxen in München und Düsseldorf ist zugleich Lehrtherapeutin und Dozentin für verschiedene Ausbildungsinstitute. Einige ihrer Fachgebiete: Verhaltenstherapie bei Erwachsenen und Kindern, Klinische Hypnose, Behandlung von traumatischen Störungen, Prüfungs- und Auftrittsangst, kindlicher Adipositas u.v.m. Neben Artikeln in Lehrbüchern und Fachzeitschriften publizierte die Psychologin auch verschiedene Bücher als Co-Autorin. Weitere Informationen auf www.praxis-dr-shaw.de.

Quellen:

Dr. Rose Shaw, Blog „Psychologie Aktuell“, 13. Dez. 2009
HealthDay News , 10.12.09
Serfaty et al. Arch Gen Psychiatry 2009

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Warum sind Altersdepressionen so hartnäckig?

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Die Diagnose und Therapie von Altersdepressionen ist nicht die gleiche wie die von Depressionen bei
jüngeren Menschen. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass eine unnormale Wahrnehmung von Emotionen bei Patienten mit Altersdepressionen zu diesen Unterschieden beitragen könnte.

Dr. Rose Shaw

Dr. Rose Shaw

Dr. Rose Shaw, Psychotherapeutin aus München, hat eine Presseerklärung zu der Untersuchung vom Mai 2010 übersetzt und zusammengefasst, die einen Aspekt der deutlich anderen Sichtweise der Patienten beschreibt:

Fehlinterpretation von fröhlichen, traurigen oder neutralen Gesichtern bei Depressionspatienten

Wissenschaftler haben eine wichtige Beobachtung gemacht, die helfen könnte zu verstehen, warum Depressionen bei älteren Menschen schwieriger zu behandeln sind und der Erfolg oft nicht von Dauer ist. Die Studie unter Leitung von Wissenschaftlern des Baycrest, einem geriatrischen Forschungszentrum in Toronto (Kanada), zeigte, dass ältere Menschen mit Depressionen nicht normal auf emotionale Reize wie zum Beispiel den Anblick fröhlicher, trauriger oder neutraler Gesichter reagieren.

Die Studie erschien im Mai 2010 online im American Journal of Geriatric Psychiatry und ist wahrscheinlich die erste Veröffentlichung, die die Verarbeitung emotionaler Reize speziell bei solchen älteren Depressionspatienten untersucht, die nicht medikamentös behandelt werden. „Unsere Studie zeigte, dass es deutliche Unterschiede zwischen älteren Patienten mit Depressionen und gesunden älteren Menschen in der Art und Weise gibt, wie sie emotional auf den Ausdruck von Gesichtern reagieren und ihn wahrnehmen“, erklärt Dr. Linda Mah, die Leiterin der Studie und klinische Wissenschaftlerin an der Mood Clinic von Baycrest.

Emotionale Fehlregulation ist ein wohl bekanntes Symptom von Depressionen bei Patienten mittleren Alters, und schon einige Studien haben gezeigt, dass sie das Risiko für ein späteres Wiederauftreten emotionaler Depressionssymptome bei Patienten erhöht. Jedoch haben sich Studien über Altersdepressionen überwiegend auf den Zusammenhang zwischen wiederkehrenden Depressionen und geistigem Verfall konzentriert. Diese Untersuchungen haben gezeigt, dass die Prognose der Depressionen mit fortschreitendem geistigen Verfall schlechter wird.

Test belegt geringere Empfindlichkeit gegenüber emotionalen Reizen

„Unsere Daten zeigen, dass wir die Emotionen eingehender untersuchen müssen, um die Neurobiologie von Altersdepressionen besser verstehen und somit effektiver behandeln zu können, so dass die Besserung länger anhält“, sagt Dr. Mah.

Für die Studie nahmen elf Patienten mit klinischen Depressionen, die in einer ambulanten Klinik nicht-medikamentös behandelt wurden, sowie elf gesunde Kontrollpersonen an zwei psychologischen Tests teil, in denen sie Fotos von Gesichtern betrachteten, die verschiedene Emotionen zeigten: fröhlich, traurig, ängstlich oder neutral. Die Testpersonen waren zwischen 60 und 78 Jahre alt. Im ersten Test sollten die Teilnehmer eine physische Eigenschaft von Gesichtern beurteilen, ohne dabei den emotionalen Ausdruck zu bewerten. Im zweiten Test sollten die Teilnehmer den emotionalen Ausdruck von Gesichtern beurteilen. Die Ergebnisse zeigten, dass die gesunden Kontrollpersonen 16 Prozent mehr Zeit brauchten, um die physischen Eigenschaften bei Gesichtern mit einem positiven oder negativen Gefühlsausdruck (fröhlich, traurig oder ängstlich) zu beurteilen als bei neutralen Gesichtern. Das deutet darauf hin, dass sie der Gefühlsausdruck der Gesichter ablenkte oder anderweitig beeinflusste. Dagegen waren die Reaktionszeiten der Patienten mit Depressionen gleich, unabhängig davon, ob sie die physischen Eigenschaften von Gesichtern mit einem emotionalen oder einem neutralen Ausdruck bewerteten. Das zeigt, dass die Patienten weniger empfindlich auf den positiven oder negativen Gefühlsausdruck der Gesichter reagierten.

Emotionale Reize werden insgesamt negativer wahrgenommen

Im zweiten Test machten die Depressionspatienten über 60 Prozent mehr Fehler als die gesunden Kontrollpersonen, wenn sie neutrale Gesichter beurteilen sollten. Denn die Depressionspatienten hielten neutrale Gesichter oft für fröhlich, traurig oder ängstlich.

Dr. Mah bemerkt, dass diese Schwierigkeiten beim Deuten des emotionalen Gesichtsausdruck anderer Menschen soziale Folgen haben und die Qualität der sozialen Interaktion mit anderen beeinträchtigen können. Außerdem macht sie darauf aufmerksam, dass sich diese unnormale Verarbeitung von Emotionen bei älteren Patienten mit Depressionen von der bei jüngeren Patienten unterscheidet, da sie emotionale Reize insgesamt negativer wahrnehmen und verarbeiten als gesunde Menschen.

Dr. Rose Shaw

Zur Autorin: Die Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin mit Praxen in München und Düsseldorf ist zugleich Lehrtherapeutin und Dozentin für verschiedene Ausbildungsinstitute. Einige ihrer Fachgebiete: Verhaltenstherapie bei Erwachsenen und Kindern, Klinische Hypnose, Behandlung von traumatischen Störungen, Prüfungs- und Auftrittsangst, kindlicher Adipositas u.v.m. Neben Artikeln in Lehrbüchern und Fachzeitschriften publizierte die Psychologin auch verschiedene Bücher als Co-Autorin. Weitere Informationen auf www.praxis-dr-shaw.de.

Quellen:

Dr. Rose Shaw, Blog „Psychologie Aktuell“, 27. Mai 2010
Baycrest News, 4.5.10
Mah & PollockAmerican Journal of Geriatric Psychiatry, April 2010

Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de hat Gesundheitsbücher geprüft

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Immer mehr Menschen sind bereit, aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun. Gesundheitsratgeber gewinnen kontinuierlich an Popularität und steigen in den Bestsellerlisten. Das Angebot an gesunder Literatur scheint unermesslich. Damit Gesundheitsinteressierte im deutschen Bücherdschungel aber kein Gesundheits-Highlight übersehen, stellt das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de die Neuerscheinungen an gesunden Büchern in Deutschland vor, informiert Medizinjournalist und imedo-Kommunikationsleiter Sven-David Müller.

Ihre Gesundheit liegt mir am Herzen

In seinem neuen Buch stellt Gesundheitsexperte Prof. Hademar Bankhofer dar, wie Menschen mit einfachen Maßnahmen und einer gezielten Ernährung einen wichtigen Teil zu ihrer eigenen Gesundheit beitragen können. Wie der Titel bereits verrät, ist das Buch in einem sehr persönlichen Ton verfasst und mit privaten Fotoaufnahmen gestaltet. Seit 35 Jahren ist der Autor als Medizinjournalist tätig und auf der Suche nach altem Naturheilwissen, das er mit renommierten Wissenschaftlern und Ärzten auswertet und einem breiten Publikum zugänglich macht. Mit ganz persönlichen Tipps möchte Prof. Hademar Bankhofer für mehr Vitalität und Lebensfreude bei seinen Lesern sorgen.

HUNGER & LUST – Das erste Buch zur Kulinarischen Körperintelligenz

Das neue Buch des Dipl.-Ernährungswissenschaftlers Uwe Knop ist eine Abrechnung mit den  schier unendlichen Ernährungsratgebern, die seiner Meinung nach tumorartig wuchernde Ausmaße angenommen haben. Er legt seinen Lesern nahe, alle gut gemeinten Ratschläge der sogenannten Ernährungsexperten zu vergessen. Viel wichtiger sei es, wieder besser auf den eigenen Körper zu hören und auf die Kulinarische Körperintelligenz zu vertrauen. Instinktive Gefühle wie Hunger und Lust seien viel besser geeignet, um ganz individuell zu bestimmen, welche Nahrungsmittel zu welcher Zeit der Körper für eine optimale Versorgung mit Nährstoffen benötigt.

Depressionen und Angst

Fast 4 Millionen Menschen leiden an Depressionen, die dringend zu behandeln sind. Doch nicht einmal in 10 Prozent der Fälle erfahren die Betroffenen die richtige Therapie. Dabei ist es möglich mit Medikamenten und Therapieformen das Leiden zu lindern und den Betroffenen mehr Freude und Lebensqualität zurückzugeben. Der neue Ratgeber von Prof. Dr. Rudolf Meyendorf und Dr. Helga Kabza schildert wie Depressionen und Angstzustände entstehen und wie man die Erkrankungen erfolgreich bekämpfen kann.

Heilpflanzen – Sanfte Behandlung von Alltagsbeschwerden

Pflanzen haben ihren festen Platz in der Geschichte der Medizin. Schon in der Antike haben die Menschen auf die heilenden Kräfte der Natur vertraut. Heute ist die Heilpflanzenkunde eine bedeutende Wissenschaft. Der neue Ratgeber von Mannfried Pahlow gibt eine Einführung in die vielseitigen Wirkungsweisen der Pflanzenwelt. Er zeigt Wege der verantwortungsbewussten Selbstbehandlung von häufigen Alltagsbeschwerden auf und erläutert welche Heilgewächse selbst anzupflanzen sind.

Schnarchen – oder das Konzert der geschluckten Kröten

Viele Menschen leiden sowohl an dem Symptom als auch dem Syndrom Schnarchen. Egal ob es der Schnarchende selbst ist, der mit ständigen Vorwürfen konfrontiert wird, oder das eigentliche Schnarchopfer, das in der Nacht kein Auge zumachen kann. Ihnen schenkt die Liedermacherin und Autorin Sabine Krüger in der Neuauflage ihres Buches endlich wieder ausreichend Beachtung. Neben teilweise provozierendem Inhalt gibt das kleine Büchlein auch eine Anleitung zur Anti-Schnarch-Therapie an die Hand.

„Zusammen besiegen wir den Alkohol“ – Erfahrungsberichte einer Co-Abhängigen

Das Buch von Viktoria Tapp berichtet über den schweren Weg einer Co-Abhängigen zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Nach der zerbrochenen Ehe der Autorin fand sie einen Mann, der ihr neuen Halt gab, ohne zu spüren, dass dieser schon damals regelmäßig Alkohol trank. Neun Jahre lang lebte Viktoria Tapp mit diesem Mann zusammen, deren Suchtproblem fast auch zu ihrem Untergang geführt hätte. In ihrem Buch verrät die Autorin, wie sie es geschafft hat, sich von dem alkoholkranken Mann loszureißen, ihre Co-Abhängigkeit hinter sich zu lassen und mit ihren Kindern ein neues Leben zu beginnen. Der Erfahrungsbericht ist ein Mutmacher für alle Co-Abhängigen, die schweren aber nötigen Schritte zu machen.

„Wenn die Seele zerbricht…“ – Informationen und eine wahre Geschichte über Mobbing am Arbeitsplatz, Depressionen und die posttraumatische Belastungsstörung

„Wenn die Seele zerbricht…“ ist das neue Werk eines jungen Nachwuchsautors, der unter dem Pseudonym Mikel Marz schreibt. Das Buch behandelt die Geschichte eines Mannes, der am Arbeitsplatz so sehr gemobbt wurde, dass er schwer an Depressionen erkrankte und in Rente gehen musste. Über einen langen Zeitraum setzte sich der Autor mit den Erlebnissen des 44 Jahre alten Mannes auseinander. Der Tod zweier Kollegen, die die Hauptperson sehr schätzte, machten Mikel Marz besonders betroffen.

Glück – So genießen Sie jeden Tag

Jeder kann sein Glück in die Hand nehmen. Doch die meisten Menschen wissen nicht, wie sie es angehen sollen. Das Buch von Dipl.-Pädagogin Almut Carlitscheck gibt viele Anregungen, wie der erste Schritt zum Glück aussehen könnte. Ergänzt werden diese durch viele praktische Übungen, die sich gut in den Tagesablauf integrieren lassen. Außerdem zeigt die Autorin auf, dass es ganz unterschiedliche Möglichkeiten gibt, Glück zu erleben. Denn man kann das Glück schmecken oder beim ausführen bestimmter Übungen auch erzeugen und fühlen. Dieses Buch spricht definitiv alle Sinne an.

Zur Klärung von Fachbegriffen hilft das Medizinlexikon weiter.

Einige Exemplare der Neuerscheinungen verlost imedo in seiner Gesundheitscommunity.

Ihre Gesundheit liegt mir am Herzen, Prof. Hademar Bankhofer, südwest Verlag

HUNGER & LUST – Das erste Buch zur Kulinarischen Körperintelligenz, Uwe Knop, Books on Demand GmbH

Depressionen und Angst, Prof. Dr. Rudolf Meyendorf/ Dr. Helga Kabza, S. Hirzel Verlag

Heilpflanzen – Sanfte Behandlung von Alltagsbeschwerden, Mannfried Pahlow, S. Hirzel Verlag

Schnarchen – oder das Konzert der geschluckten Kröten, Sabine Krüger, Felicitas Hübner Verlag GmbH

„Zusammen besiegen wir den Alkohol“ – Erfahrungsberichte einer Co-Abhängigen, Viktoria Tapp, Books on Demand GmbH

„Wenn die Seele zerbricht…“ – Informationen und eine wahre Geschichte über Mobbing am Arbeitsplatz, Depressionen und die posttraumatische Belastungsstörung
, Mikel Marz, S. Roderer Verlag

Glück – So genießen Sie jeden Tag, Dipl.-Päd. Almut Carlitscheck, Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co.

Redaktion: Danny Böckmann und Sven-David Müller

Entspannungstechniken gegen Alltagsstress

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Immer mehr Menschen in Deutschland sind chronisch gestresst. Sie sind engagiert im Beruf, wollen alles perfekt, sowie jedem recht machen und das auch noch innerhalb kürzester Zeit. Doch viele Arbeitstiere vergessen, sich nach dem Feierabend richtig zu entspannen, haben es verlernt oder lassen sich selbst gar keine Freizeit mehr. Dabei ist es für den Menschen wichtig, nach großem Stress zur Ruhe zu kommen. Sven-David Müller, Kommunikationsleiter des Internet-Gesundheitsportals imedo sprach mit der Berliner Entspannungspädagogin und Autorin des Buches „Entspannung – so genießen Sie jeden Tag“ Almut Carlitscheck darüber, wie der chronisch Gestresste Entspannung neu erlernen kann. Zu Beginn gibt Almut Carlitscheck außerdem Auskunft über einfache Mittel gegen Ein- und Durchschlafprobleme.

Oftmals leiden Gestresste an Einschlaf- und Durchschlafproblemen. Wie kann man nachts am besten zur Ruhe kommen?
Dipl.-Päd. Almut Carlitscheck:
Überprüfen Sie Ihre Schlaf- und Abendgewohnheiten! Bereiten Sie sich und Ihren Körper auf den Schlaf vor, indem Sie mindestens eine halbe Stunde bevor Sie zu Bett gehen das Tempo deutlich drosseln und nichts Anstrengendes, Aktivierendes oder Aufwühlendes mehr tun. Schalten Sie den Fernseher ab, den PC aus, legen Sie die Arbeit beiseite und auch sportliche Aktivitäten sollten nicht so kurz vorm Zubettgehen unternommen werden. Die Bilder aus Fernsehen und PC, die erschütternden Nachrichten oder spannenden Filme verfolgen Sie bis in Ihren Schlaf hinein. Unser Geist ist hochkonzentriert, der Puls erhöht und die Seele voller beunruhigender Bilder. Ein entspannender, erholsamer Schlaf ist so nicht möglich! Machen Sie abends gezielt Dinge, die Sie beruhigen. Dazu zählen Dinge wie Handarbeiten, Malen oder Ähnliches. Hören Sie sanfte, beruhigende Musik oder nehmen Sie ein Schaumbad. Lavendel- oder Sandelholzduft im Schlafzimmer in Form von Lavendelblüten oder Duftölen wirken beruhigend. Notieren Sie alle Gedanken, die Ihnen spätabends noch durch den Kopf gehen und Ihren Schlaf verhindern in einem Schreibheft. Legen Sie das Heft auf Ihren Nachttisch – so können Sie Ihre Gedanken sofort notieren und müssen sie nicht länger kreisförmig in Ihrem Kopf festhalten. Führen Sie Autogenes Training aus, aber lassen Sie die 6. Übung – die erfrischende Kopfübung – weg.

Was sollte man tun, wenn man Anzeichen wie beispielsweise Kurzatmigkeit, Herzrasen oder Augenzucken bemerkt?
Grundsätzlich gilt bei körperlichen Symptomen und Beschwerden als ersten Schritt einen Arzt aufzusuchen. Beschwerden, denen wir Stress als Ursache zuschreiben, können auch andere Ursachen haben, die ein Arzt zunächst untersuchen und abklären muss. Wichtig ist, diese Symptome ernstzunehmen. Die durch Stress ausgelösten Verspannungen und Symptome halten wir für normal, so dass sie uns oftmals erst auffallen, wenn sie ein überaus ungesundes Maß erreicht haben. Wir haben uns an unsere ständigen Verspannungen und Launen gewöhnt. Wir bagatellisieren, rationalisieren, ignorieren sie oder schreiben ihnen andere Ursachen zu. Gegen Kopfschmerz lassen wir uns ein Schmerzmittel verschreiben, jedoch ohne an unserem Lebensrhythmus etwas zu ändern. So funktioniert der Körper wieder – bis zum nächsten Migräneanfall. Wichtig ist, unseren eigenen Anteil an diesen Symptomen zu erkennen und zu akzeptieren, denn nur so lässt sich etwas daran ändern. Als weiteren Schritt, nachdem ein Arzt Sie untersucht hat, erlernen Sie eine Entspannungstechnik, bauen Sie einige der beschriebenen Entspannungsrituale in Ihren Alltag ein und schauen Sie kritisch auf Ihre Lebensgewohnheiten. Wo geben Sie zu viel Anspannung hinein, was von all dem, was Sie tagtäglich verrichten, ist wirklich wichtig. Und achten Sie darauf, wenigstens Ihre Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlafen und Bewegung an der frischen Luft täglich ausreichend zu befriedigen.

Viele Menschen haben Probleme mit Entspannungstechniken. Welche Möglichkeiten empfehlen Sie dann?
Eine Entspannungstechnik zu erlernen erfordert Geduld und die Bereitschaft, sich mit den eigenen Ursachen des Stresses und der inneren Unruhe auseinanderzusetzen. Das ist nicht immer leicht. Viele greifen dann auf Erholungs- und Freizeitangebote zurück wie Fahrradfahren, Fernsehen, Gartenarbeit oder kreative Hobbys. Das ist ein guter und wertvoller erster Schritt. Jedoch führen Entspannungstechniken und -methoden noch zielgerichteter und tiefer in die Entspannung. Freizeit hat einen hohen Erholungswert und ist daher enorm wichtig. Entspannung geht darüber hinaus. Sie regeneriert die Kräfte. Sie hilft, belastende Dinge zu verarbeiten und stellt eine Balance her zwischen Achtsamkeit, Gelassenheit sowie Ruhe und Power, Anspannung und Kraft. Ergänzend oder als Start in den Stressabbau bietet die Naturheilkunde einige Produkte wie Baldrian, Johanniskraut oder Melisse, die unterstützend wirken. Bei Schlafproblemen, in Prüfungsphasen oder anderen belastenden, aber vorübergehenden Situationen können diese Mittel in Form von Kapseln, Badezusätzen oder Tees helfen, zu entspannen und Stress abzubauen. Jede Form der Entspannung ist mehr als bloße Technik. Entspannung hat viel mit uns und unserer Haltung uns und dem Leben gegenüber zu tun. Wie gehe ich mit mir, meinem Umfeld, meinem Leben um? Ist es mein Ziel, alles perfekt und es jedem recht zu machen, viel in möglichst kurzer Zeit zu schaffen, überall dabei zu sein? Fürchte ich mich davor, für mich und meine Bedürfnisse einzutreten, habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich augenscheinlich nichts tue? Bei all diesen und weiteren Verhaltensweisen werde ich der Stressfalle kaum entgehen können. Nicht jede Form der Entspannung ist für jeden in jeder Situation gleichermaßen gut und sinnvoll. Wichtig ist es, die eigene Form der Entspannung herauszufinden.

Die meisten Menschen haben Angst vor Nebenwirkungen. Sind pflanzliche Beruhigungsmittel gefährlich?
Grundsätzlich gilt, dass Sie Ihren Arzt oder Apotheker vor der Einnahme von Medikamenten befragen sollten, was Sie zu beachten haben, wie, in welcher Dosis und wann das Medikament einzunehmen ist. Lesen Sie den Beipackzettel aufmerksam und in Ruhe durch. Auch hier steht noch mal genau beschrieben, wie Sie das Medikament einzunehmen haben und worauf zu achten ist. Pflanzliche Kombinationen aus Baldrian, Johanniskraut und Melisse sind jedoch für ihre gute Wirksamkeit und Verträglichkeit bekannt. Gefährlich sind die Folgen und Nebenwirkungen von Stress, dem Sie täglich ausgesetzt sind. Machen Sie den ersten Schritt – lassen Sie von Ihrem Arzt mögliche andere Ursachen für Ihre Symptome ausschließen, melden Sie sich bei einem Entspannungskurs an und lernen Sie, sich und Ihre Bedürfnisse wahr- und vor allem ernst zu nehmen.

Viele Beruhigungsmittel machen müde. Wie kann man seine Energie beibehalten?
Aufgrund der einschläfernden Wirkung vieler Beruhigungsmittel kommen Sie langfristig nicht drumherum, Entspannungstechniken zu erlernen, wollen Sie dauerhaft etwas für Ihre Entspannung und gegen den allgegenwärtigen Stress tun. Nur so gelangen Sie zu den Ursachen Ihres Stresses, die sie be- und verarbeiten lernen müssen, um so zu einem veränderten Umgang mit sich und Ihrem Alltag zu gelangen. Alles andere ist reine Symptombekämpfung und Sie geraten immer wieder an denselben Punkt der Stressfallen. Angenehmer als Unterstützung sind hier Heilpflanzen wie Baldrian oder Johanniskraut, denn sie haben keine einschläfernde Wirkung. Pflanzliche Beruhigungsmittel können wirksam helfen, akute Belastungssituationen wie eine Prüfungsphase, einen zu betrauernden Todesfall oder auch nur einen Umzug besser zu überwinden. Beruhigungsmittel sollten grundsätzlich nur kurzzeitig in akuten Stresssituationen eingenommen werden. So bald wie möglich sollte auf andere Mittel aus der Naturheilkunde oder Entspannungstechniken umgestellt werden.

Wer chronisch gestresst ist, läuft Gefahr, an dem Burnout-Syndrom zu erkranken. Nähere Informationen zum Krankheitsbild, Ursachen, Symptomen und Therapiemöglichkeiten von Burnout finden Sie auf der Seite http://www.hilfe-bei-burnout.de/.

imedo stellt verschiedene Infocenter für seine User bereit, beispielsweise zum Thema „Innere Unruhe“ oder zum Thema „Burnout“.

Mehr über die Entspannungstechniken von Almut Carlitscheck finden Sie auf almutcarlitscheck.de.

Diskutieren Sie über diesen Artikel in der Gruppe “Gesundheitsnews” der imedo-Community.

Redaktion: Sven-David Müller und Marcel Kresin
Bildquelle: pixelio.de, Sassi / imedo-Infocenter Burnout

Aminosäuren gegen Burnout

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Kalte und trübe Tage mit wenig Tageslicht verschlechtern die Stimmung. Gerade in den Wintermonaten leiden viele hunderttausend Menschen zusätzlich unter Depressionen beziehungsweise depressiven Verstimmungen und Burnout. Doch diesen sich vor allem in psychischen Symptomen zeigenden Erkrankungen können Betroffene beispielsweise durch eine bestimmte Ernährungsweise vorbeugen. Der Wiener Burnout-Experte und Universitätsprofessor Doktor Jürgen Spona stand dem Kommunikationsleiter des Gesundheitsportals imedo, Sven-David Müller, Rede und Antwort. Professor Spona erklärt, was im menschlichen Körper passiert und welche Rolle Aminosäuren für den Organismus spielen.

Wie hängen Aminosäuren und Depressionen und Burnout miteinander zusammen?
Univ.-Prof. Dr. Jürgen Spona: Depressionen und Burnout hängen insofern mit Aminosäuren zusammen, als dass Aminosäuren die Bausteine für die Botenstoffe im Nervensystem und damit auch im Gehirn sind. Sie sind auch die Bausteine von einer Reihe von Hormonen, die bei der Stressbewältigung eine Rolle spielen.

Was sind Aminosäuren und was bewirken Sie im Körper?
Aminosäuren sind die Bausteine von Eiweißkörpern, also Proteinen. Diese sind nach Wasser die Hauptbestandteile, aus denen der Organismus aufgebaut ist. Aminosäuren bilden die Basis für Muskeln, Häute, Schleimhäute, Haare, für alle Enzyme, viele Hormone, Immunglobuline, die für die Abwehr von Infektionen verantwortlich sind und eben die Botenstoffe im Gehirn. Diese Liste ist aber sicherlich nicht vollständig. Die Strukturen unterliegen einem laufenden Erneuerungsprozess. Unsere Darmschleimhaut  beispielsweise ist alle drei bis vier Tage erneuert. Das geht so weit, dass man sagen kann: Alle sieben Jahre sind wir ein „neuer” Mensch. Der Bedarf an diesen Stoffen ist also enorm, wobei wir essentielle und nicht essentielle Aminosäuren unterscheiden. Die essentiellen müssen dem Körper unbedingt von außen zugeführt werden, während er die nicht essentiellen selbst herstellen kann. Aber auch dafür müssen genügend essentielle Aminosäuren zur Verfügung stehen.

Wie kann man seinen Aminosäurespiegel und Mangelzustände überprüfen?

Aminosäuren kann man durch einen Bluttest überprüfen. Die im Blut kreisenden Aminosäuren sind ein Abbild der dem Körper zur Verfügung stehenden. Dieses Gleichgewicht bleibt konstant und reproduzierbar, wie wissenschaftliche Untersuchungen schon in den siebziger Jahren zeigen konnten.

Was ist ein Aminogramm und kann man das bei jedem Hausarzt machen lassen?
Ein Aminogramm ist eine Laboruntersuchung, bei der die Blutspiegel der einzelnen Aminosäuren bestimmt werden. Im Prinzip kann jeder Hausarzt das dafür notwendige Blut abnehmen und an ein Speziallabor senden. Voraussetzung ist allerdings eine Zentrifuge, da das Blut für diese Untersuchung innerhalb einer ¾ Stunde abzentrifugiert werden muss, um aussagekräftige Werte zu erhalten.

Was passiert bei einem Ungleichgewicht von Aminosäuren?
Ein Ungleichgewicht beziehungsweise Mangel an Aminosäuren kann dazu führen, dass nicht ausreichend Bausteine beispielsweise für den Aufbau von Strukturen zur Verfügung stehen. Bei diesem Aufbau werden ja die verschiedenen Aminosäuren gemäß dem genetischen Code aneinandergereiht, vergleichbar einer Perlenkette. Wenn nun eine Aminosäure fehlt, kann diese Struktur nicht perfekt aufgebaut werden, beziehungsweise holt der Körper die fehlenden Aminosäuren aus nicht primär lebenswichtigen Organen wie den Muskeln.

Was kann man tun, um den Aminosäurespiegel zu verbessern?
Um den Aminosäurespiegel zu verbessern, kann man einerseits auf eine ausreichende und ausgewogene Eiweißaufnahme achten, wobei dann sichergestellt sein sollte, dass dieses Eiweiß gut aufgespaltet werden kann. Dies geschieht mit Hilfe der Magensäure. Man kann aber auch Aminosäuren direkt zuführen.

Informationen, Tipps und Hilfe bei Burnout bietet das imedo-Infocenter “Burnout”.

Weitere Informationen zum Thema Burnout stehen auf der Seite
http://www.hilfe-bei-burnout.de/ bereit.

Die imedo-Gesundheitscommunity bietet Betroffenen die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, beispielsweise in der Gruppe „Burnout“.

Redaktion: Sven-David Müller und Marcel Kresin
Bildquelle: pixelio.de, Rafael Vogt / imedo-Infocenter Burnout

Licht gegen depressive Stimmung

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Müdigkeit, Reizbarkeit, Trübsinn und Verzweiflung sind häufige Symptome der saisonal abhängigen Depression (SAD), oder auch Winterblues genannt. Rund 800.000 Menschen, vorwiegend Frauen, leiden in den kalten und vor allem dunklen Wintermonaten an depressiven Verstimmungen. Die Anzahl verschriebener Antidepressiva nimmt in diesem Zeitraum jedoch nicht zu. „Diese Vermutung lässt sich an Hand der verschriebenen Antidepressiva nicht bestätigen“, klärt imedo-Kommunikationsleiter Sven-David Müller auf. Für den Einsatz dieser Medikamente nur in Ausnahmefällen sprechen sich Experten aus. Stattdessen raten sie zu einer anderen Behandlungsmethode und besonders zur Vorsorge.

Gesunde Ernährung zur Vorsorge
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit dem Verzehr von viel Obst und Gemüse ist immer ratsam, aber speziell im Winter unverzichtbar. Die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe bringen unseren Körper auf Trab und geben unserem Geist neue Energie. Besonders Bananen helfen gegen die miese Stimmung. Sie enthalten zwei wichtige Hormonstoffe: Serotonin und Norepinephrin. Diese sind beim Menschen für das positive Denken mitverantwortlich.

Viel trinken nicht nur bei hohen Temperaturen
Trotz der niedrigen Temperaturen ist es wichtig, viel zu trinken. Mindestens zwei Liter Flüssigkeit sollte man im Tagesverlauf zu sich nehmen. Am besten geeignet ist stilles Mineralwasser, doch auch Grüner beziehungsweise Kräutertee sind gute Alternativen. Eine genügende Zufuhr von Flüssigkeit erleichtert den Stoffwechsel und sorgt für die optimale Nutzung der Vitamine und Mineralstoffe.

Tageslicht hilft auch ohne Sonne
Auch wenn die Sonne nicht scheint, ist das Tageslicht im Vergleich viel intensiver als das künstliche Licht in Gebäuden. Eine Stunde täglich sich im Freien aufzuhalten, schützt davor in einem dunklen Büro der Verstimmung zu erliegen. Denn das Licht gilt als eine der Hauptursachen für den Winterblues.

Bereits erkrankt: Die Lichttherapie hilft
Die Auswertung an deutschen Krankenhäusern durchgeführter Studien ergibt, dass die Anwendung der Lichttherapie 80 Prozent der Betroffenen hilft. Sie sollte gleich am Morgen angewandt werden und dauert in etwa eine halbe Stunde. Dabei wird der Patient bei bis zu 10.000 Lux beleuchtet und eine Stimulation der Augen herbeigeführt. Das Gehirn wird zu einer Ausschüttung von Serotonin und Melatonin angeregt, welche zu dem antidepressiven Effekt führen.

Erfahrungsberichte und weitere Informationen bietet die imedo-Community unter http://www.imedo.de/practice/conditions/show/485-winterdepression und http://www.imedo.de/group/topics/show/57883-depressionen-und-forschung/#p471367.

Die imedo-Arztsuche unterstützt, die geeignete Praxis zur Durchführung der Therapie zu finden.

Redaktion: Danny Böckmann und Sven-David Müller
Bildquelle: pixelio.de, Patrick Oberbracht

Wege aus dem Winterblues

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Nicht nur in Berlin und Brandenburg hat der Sonnenmangel bei vielen Menschen die Stimmung verschlechtert: Ohne Sonne fehlt dem Körper Vitamin D und das macht depressiv, erläutert Medizinjournalist Sven-David Müller vom Gesundheitsportal www.imedo.de. Aber noch mehr Menschen leiden unter Stress. Sie fühlen sich überfordert, sind rastlos und unruhig. Viele Gestresste haben verlernt, sich in Ihrer Freizeit aktiv zu entspannen. Dabei sind Entspannung und Stressabbau die richtigen Mittel, um die innere Balance wiederzufinden. imedo-Kommunikationsleiter Sven-David Müller sprach mit Almut Carlitscheck, psychlogische Beraterin und Autorin des Buches „Glück – So genießen Sie den Tag“ über Stress, Entspannungstechniken und vorbeugende Maßnahmen.

Was ist Stress und wie gefährdet er die Gesundheit?
Dipl.-Päd. Almut Carlitscheck: Stress ist eine psychische und physiologische Reaktion auf äußere und innere Reize, die sogenannten Stressoren. Im gesunden Maß ermöglicht uns Stress, angemessen auf besondere Anforderungen, Signale und Situationen zu reagieren. Unsere Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit sind geschärft, fokussiert und unsere Muskeln zur Anspannung bereit. In brenzligen Situationen zum Beispiel im Straßenverkehr oder bei Prüfungen ist uns Stress ein Helfer und sinnvoll. Einige körperliche Zeichen für Stress sind eine kurze, flache Atmung, der Pulsschlag ist erhöht, Schweißausbruch sowie Muskelanspannung. Psychische Zeichen sind unter anderem Unruhegefühle, Nervosität, Schlaf-, Antriebs- und Appetitlosigkeit sowie Reizbarkeit. Ungesund und sogar für Körper und Psyche gefährlich wird Stress erst dann, wenn ein bestimmtes Maß an Druck und Anspannung überschritten ist, wenn der Mensch über einen längeren Zeitraum und in hohem Maß psychischen und/oder physischen Belastungen und damit Stress ausgesetzt ist. Dieses Maß wird sehr individuell empfunden, da die Stress auslösenden Situationen ebenfalls verschieden sind. Folgen dieses ungesunden Stresses sind Migräne, Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit, Atemlosigkeit, Haarausfall, schlechtes Hautbild, Herzstechen, Schwächung des Immunsystems, dadurch häufiges Auftreten von Infekten, Bluthochdruck. Langfristig ist so das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls deutlich erhöht. Aber auch die Psyche leidet und Folgen können Angstzustände, Depression, Vergesslichkeit, Schlafstörungen, sozialer Rückzug oder aggressives Verhalten sein. Der berühmte Verspannungskopfschmerz oder die allmorgendlichen Darmbeschwerden, die Einschlafprobleme, die Appetitlosigkeit, die ständige schlecht Laune oder Nervosität und Grübelei können erste Warnsignale sein, dass dringend aktiv Stress abgebaut und etwas für die eigene Entspannung getan werden muss.

Was passiert im Körper bei Stress und was bei Entspannung?
Aktivitäten und Reaktionen des Körpers auf Reize werden durch das vegetative Nervensystem gesteuert, das sich über den ganzen Körper verteilt und seine Zentren in Teilen des Rückenmarks und des Gehirns hat. Es sorgt dafür, dass wir uns den äußeren und inneren Bedingungen anpassen können. Es besteht aus zwei Gegenspielern – dem sogenannten Sympathikus und dem Parasympathikus. Einer von beiden ist immer aktiv, der andere ist dann in einem Ruhezustand. Allgemein können die Funktionen des Sympathikus als aktivierend und aufmerksamkeitssteigernd, die des Parasympathikus als verlangsamend, beruhigend und deaktivierend bezeichnet werden. Stressoren, wie beispielsweise Zeitdruck, existentielle Sorgen, Krankheit, begründete oder unbegründete Ängste und vieles weitere, was uns begegnet, erleben wir als eine bedrohliche Situation. Hier ist der Sympathikus aktiv und beschleunigt die Herzfrequenz, erhöht den Blutdruck, verengt die Blutgefäße, aktiviert die Schweißdrüsen und erweitert die Bronchien. Eine solche Stressreaktion war als schützende und die Flucht ermöglichende Reaktion sinnvoll in prähistorischen Zeiten. Heute scheint dies auf den ersten Blick überflüssig und doch können Stressoren zu einer chronischen und dauerhaften Aktivierung des sympathischen Nervensystems führen, was dann zur akuten Bedrohung der Gesundheit führen kann. Ganz wichtig ist es also, den Gegenspieler des Sympathikus, den Parasympathikus zu aktivieren. Dies geschieht bei Entspannung. Der Körper schaltet dann auf sein Erholungs- und Regenerationsprogramm um. Verdauungsfunktionen werden optimiert, die Herzfrequenz und der Blutdruck gesenkt und der Körper kommt zur Ruhe. Es ist nachgewiesen, dass Stresshormone wie das Adrenalin in Entspannungssituationen erheblich weniger gebildet und in den Blutkreislauf ausgeschüttet werden. Durch eine aktive, zielgerichtete und bewusste Entspannung bieten wir uns und unserem Körper die Möglichkeit, zu regenerieren, Kräfte auf- und Stress abzubauen und so die gefährlichen Folgeschäden von Stress zu vermeiden.

Wie kann man innerer Unruhe am besten vorbeugen?
Stress bereits präventiv zu begegnen ist sehr wichtig und sinnvoll, um gar nicht erst in den Stresskreislauf zu geraten. Stress löst unmittelbar körperliche wie auch psychische Reaktionen aus, die ihrerseits wieder stressen und als Bedrohung erlebt werden. Hat Stress allgegenwärtig im Leben Einzug gehalten und psychische und körperliche Symptome auswachsen lassen, ist es viel schwieriger, wenn auch nicht unmöglich, aktiv Stress abzubauen. Es würde wohl niemand auf die Idee kommen, an einem Sprachkurs erst dann teilzunehmen, wenn er sich bereits im Urlaub im Ausland befindet. Dann ist es zu spät. Die Fremdsprache erlernt man besser und sinnvoller vorher und kann sie dann im Urlaub anwenden. So ähnlich ist es auch mit Entspannung. Wenn die Stresswogen über einen niederschlagen, nimmt sich kaum jemand die Zeit und Muße, eine Entspannungstechnik zu erlernen, auch wenn er sie dann besonders nötig hätte – ein großer Teil des Stresses wäre gar nicht erst entstanden, wenn gezielt und regelmäßig Entspannung eingesetzt würde. Als Entspannungstechnik mit unmittelbaren positiven Wirkungen und auch langfristigen Auswirkungen hat sich das Autogene Training erwiesen. Diese Technik lässt sich in Kursen unter Anleitung gut erlernen. Beim Autogenen Training werden zielgerichtet und bewusst körperliche Entspannungsreaktionen hervorgerufen und auf diese Weise körperlichen wie auch psychischen Anspannungen entgegengewirkt. Durch regelmäßiges Üben verstärkt sich die Wirkung des Autogenen Trainings und führt zu tiefer Entspannung – im Alltag präventiv, aber auch langfristig. Das Üben von Autogenem Training verschafft regelmäßige Entspannung und Entlastung im Alltag.

Wie kann man nach einem stressigen Tag am besten entspannen?
Nach einem stressigen Tag, der voller Aufgaben, Termine, Gedanken und Planungen war, brauchen Körper und Psyche Entspannung. Sie müssen regenerieren, verarbeiten und zur Ruhe kommen. Machen Sie den Entspannungs-Check! Nehmen Sie für einige Minuten Ihre Atmung und Ihre Muskulatur bewusst wahr – egal ob im Sessel, beim Abwasch oder im Wartezimmer. Im Stress wird unsere Atmung kurz und flach, unsere Muskeln spannen sich an. Atmen Sie nun einige Minuten langsam und tief ein und aus. Lassen Sie sich beim Ausatmen besonders Zeit. Lockern Sie bewusst Ihre Muskulatur – viele unserer Muskeln sind überflüssig angespannt. Gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit alle Ihre Muskelgruppen durch – von oben nach unten und lassen Sie immer ein Stückchen mehr los – so dass sich zum Beispiel Ihre Schultern merklich senken. Durch die gleichmäßige und tiefe Atmung sowie das Entspannen der Muskulatur wird Stresssymptomen unmittelbar entgegengewirkt. Wichtig ist es nun, genau „hinzuspüren“, was Sie brauchen – nicht müssen, sondern brauchen. Was würde Ihrem Körper nun gut tun? Was brauchen Sie, um Dampf abzulassen? Was, um zur Ruhe zu kommen? Fragen Sie sich, wenn Sie nach Hause kommen oder die Kinder endlich ins Bett gebracht sind, was brauchen Sie nun? Setzen Sie das unmittelbar um! Leichter fällt uns Entspannung, wenn unsere Grundbedürfnisse befriedigt sind, die im hektischen und überladenen Alltag oftmals aus dem Blick geraten. Tanken Sie bei einem ruhigen Spaziergang frische Luft, atmen Sie an einem offenen Fenster oder auf dem Balkon tief und langsam die frische Luft ein. Nehmen Sie sich ein Glas Mineralwasser mit ein paar Spritzern Zitronensaft und trinken Sie Ihr Getränk genüsslich auf dem Sofa sitzend bei Kerzenschein. Schneiden Sie frisches Obst in kleine Stückchen, essen und genießen Sie in aufrechter Haltung auf einem Kissen. All das braucht nicht viel Zeit – 10 bis 30 Minuten reichen völlig aus, um einen Moment für sich zu schaffen. Machen Sie sich zu Hause ein Duftöl an – Lavendel beruhigt, Orange und Grapefruit wirken entspannend und Zitrone erfrischend. Ein warmes Schaumbad mit angenehmem Duft ist bei Kerzenlicht oder ruhiger, sanfter Musik ein i-Tüpfelchen jeder Entspannung.

Wenn Sie nähere Informationen zum Krankheitsbild, Ursachen, Symptomen und Therapiemöglichkeiten von Burnout und Depressionen suchen, besuchen Sie die Seite http://www.hilfe-bei-burnout.de/.

imedo stellt verschiedene Infocenter für Sie bereit, beispielsweise zum Thema „Innere Unruhe“ oder zum Thema „Burnout“.

Und wenn Sie auf der Suche sind, nach einem unvergesslichen Urlaub und die wunderschöne Berg- und Dschungellandschaft des Sri Lanna Nationalparks genießen und entspannen wollen, dann ist vielleicht Reiten in Thailand genau das richtige für Sie.

Redaktion: Sven-David Müller und Marcel Kresin
Bildquelle: pixelio.de, Cisco Ripac / pixelio.de, Birgit H.

Gegen Burnout hilft auch Entspannung

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Viele Menschen stecken ihre ganze Kraft und ihr volles Engagement in ein Projekt, meist in den Job. Doch bei vielen ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem sie sich ausgebrannt, erschöpft und müde fühlen. Das Burnout-Syndrom wird immer mehr zu einer Volkskrankheit.  Sven-David Müller, Kommunikationsleiter des Internet-Gesundheitsportals imedo, befragte die psychologische Beraterin und Entspannungspädagogin Almut Carlitscheck aus Berlin zu Symptomen, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugungsmaßnahmen bei Burnout.

Ist der Burnout ein Grund zum Arzt zu gehen?
Dipl.-Päd. A. Carlitscheck: Ja, auf jeden Fall! Ein Burnout muss von einem Arzt diagnostiziert werden. Er leitet dann weitere Schritte der Behandlung ein. Je nachdem in welcher Phase der Erkrankung sich der Patient befindet, sind unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll und angemessen. Ohne professionelle Hilfe ist eine wirksame und nachhaltige Genesung nicht möglich. Selbsttherapie greift zu kurz und kann allenfalls kurzfristig für Entlastung sorgen. Mit Symptombekämpfung alleine ist es nicht getan. Langfristig muss ein neuer Umgang mit dem Alltag, sich selbst und belastenden Situationen erlernt werden. Die eigene Leistungsfähigkeit sowie das eigene Bedürfnis zur Entspannung und Regeneration müssen wahrgenommen und realistisch eingeschätzt werden können. In einigen Fällen reicht es aus, eine Kur zu verschreiben oder der belastenden Situation, beispielsweise am Arbeitsplatz durch einen Arbeitsplatzwechsel zu entgehen. Ein Burnout-Syndrom verschwindet jedoch nicht einfach wieder von alleine. Der Arzt kann eine gezielte Psychotherapie verschreiben und, falls erforderlich, auch eine psychopharmakologische Behandlung in Form von Antidepressiva einleiten. Zu beachten sind beide erkrankten Komponenten – der Körper und die Psyche.

Wie stellt der Mensch eigentlich fest, ob er unter einem Burnout leidet?
Erste Symptome eines Burnout-Syndroms können eine ohne deutlich erkennbaren Grund auftretende Nervosität sein sowie Aktionismus bis hin zur Hyperaktivität. Ein Tätigkeitsbereich des Alltags – Beruf, Familie, Ehrenamt etc. – wird zum drastischen Lebensmittelpunkt, dem alle anderen Bereiche – einschließlich der eigenen Gesundheit und der eigenen Bedürfnisse – untergeordnet werden, oft kompromiss- und pausenlos. Erholungs- und Entspannungsphasen werden immer weniger bis gar nicht mehr eingebaut. Ein zum Beispiel zeitliches Ende dieser einseitigen Fokussierung ist nicht in Sicht. Dieses eingeschränkte Streben hat oftmals einen beobachtbaren sozialen Rückzug sowie eingeschränkte Gesprächsthemen zur Folge. Betroffene leiden unter chronischer Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Magen-/Darmbeschwerden, andauernden Kopfschmerzen, Angstzuständen, depressiven Verstimmungen, erhöhter Reizbarkeit und suchen Entlastung in schnell aber kurzfristig wirksamen Methoden wie Alkohol, Zigaretten, in der Computer- und Fernsehwelt, im Essen (…). Jedes einzelne Symptom ist noch keine Burnout-Erkrankung. Es sind einzelne Anzeichen von Übermüdung, Stress und ein Hinweis, dringend Entspannung und Erholung in den Alltag einzubauen. Treten diese Symptome jedoch in unterschiedlicher Gewichtung gehäuft und gemeinsam auf und sollten sie trotz bewusst eingebauter Phasen der Erholung – seien es ein paar ruhige und Abwechslung bietende Stunden am Abend oder am Wochenende – nicht deutlich gemildert werden, so ist ein Arztbesuch dringen anzuraten.

Was sind die ersten Anzeichen für ein Burnout?

Nicht jedes intensive Arbeiten und Fokussieren auf einen Lebensbereich führt automatisch zum Burnout. Oftmals ist eine Fokussierung sogar sinnvoll und angemessen. Kann sich der einzelne jedoch nach Abschluss eines Projektes, nach einer Prüfung oder einer anderweitig angespannten Phase nicht wieder in den „normalen“ Alltag zurückziehen oder fällt es ihm schwer, neben einer besonderen Aufgabe auch andere Dinge wahr- und ernstzunehmen – wie die eigenen Bedürfnisse nach ausreichend Schlaf, ausgewogener Ernährung, Ruhephasen oder auch das soziale Umfeld etc. – und dreht sich sein Handeln und Denken tagein und tagaus fast ausschließlich um die eine Tätigkeit, so ist das Risiko, einen Burnout zu erleiden, deutlich erhöht. Ein Mensch, der unter besonderer Belastung steht – im Beruf, im sozialen Umfeld etc. – kann folgende Dinge an sich selbst beobachten: Bin ich nach 6 bis 8 Stunden Schlaf morgens wirklich erholt und gestärkt? Schlafe ich ungestört ein und durch? Habe ich neben dieser wichtigen Aufgabe andere Dinge oder Themen im Leben, die mich begeistern und mit denen ich mich gerne umgebe und beschäftige? Plane ich bewusst Pausen in den Alltag ein? Wie gestalte ich meine Freizeit? Habe ich überhaupt freie Zeit und nehme diese wahr? Was und wie esse ich? Esse ich regelmäßig an einem Tisch sitzend? Gehe ich regelmäßig an die frische Luft und mache wenigstens einen kurzen, ruhigen Spaziergang? Kreisen meine Gedanken kreisförmig tagelang um die gleiche Sache? Wie geht es meinem Körper? Wie geht es mir? Erste Anzeichen eines Burnouts können auf diese Weise erkannt werden. Warnsignale sind eine ständige Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Einseitigkeit in Themen und Gestaltung des Tages, sozialer Rückzug, dauernde Nervosität, Grübelei und Traurigkeit.

Was empfehlen Sie Menschen, die unter Burnout leiden?
Ich empfehle an erster Stelle, die an sich selbst beobachteten Symptome ernstzunehmen. Sie müssen nicht zwangsläufig ein Burnout sein – können aber dahin führen. Auf jeden Fall ist ein Arzt aufzusuchen, dem die an sich selbst beobachteten Symptome geschildert werden sollten. Der Arzt stellt dann die Diagnose Burnout-Syndrom und leitet weitere Schritte der Behandlung ein.

Lässt sich dem Burnout vorbeugen? Wenn ja, wie?
Einem Burnout lässt sich entgegenwirken, wenn rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Der in unserer Gesellschaft oft als normal angesehene hohe Stresspegel sollte kritisch im eigenen Alltag hinterfragt werden. Stress, Einseitigkeit von Aufgaben und Anforderungen, Begeisterung und Engagement für eine Sache/Tätigkeit, all das sind Ereignisse, denen der Mensch nicht 100prozentig ausweichen kann und auch nicht braucht. Jedoch ist es unablässig, neben Anspannung, Power und Energie auch die andere Seite der Gesundheitswaage zu fördern und bewusst im Blickfeld zu halten – Entspannung, Ruhe und Erholung. Gerade in Phasen des Stresses, der Belastung und unter besonderen – und oft einseitigen – Anforderungen müssen dringend Phasen der Ruhe und Regeneration in den Alltag eingebaut werden. Neben dem Erlernen einer Entspannungstechnik wie dem Autogenen Training gibt es unzählige alltagstaugliche Entspannungsmöglichkeiten. Kombinieren Sie ein ruhiges Schaumbad mit dem Trinken eines Kräutertees bei Kerzenschein und besinnlicher Musik, treffen Sie sich mit Freunden und gehen Sie ins Kino oder ins Schwimmbad, verabreden Sie sich mit anderen zum Tanzen, zu einem Spaziergang oder in ein Café, erlernen Sie etwas, was Sie schon immer können wollten – wie etwa eine Fremdsprache, ein Instrument oder einen besonderen Tanz. Versuchen Sie, Ihren Alltag nicht einseitig zu gestalten und sorgen Sie für Abwechslung. Das weckt die Lebensgeister und bringt neben Spaß Erholung und Regeneration in Ihren Alltag. Warten Sie nicht erst bis es Ihnen besonders schlecht geht, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die ersten Anzeichen von Stress, von Depression bis hin zu den ersten Anzeichen eines Burnouts führen oft zum Gegenteil dessen, was den Burnout ausgelöst hat: Viel Engagement führt zur Auspowerung, Energielosigkeit bis hin zur Lähmung; die Kraftreserven sind aufgebraucht. Wenn es soweit gekommen ist, helfen Präventivmaßnahmen nicht mehr und ohne professionelle Hilfe kommen Sie dann nicht mehr aus der Burnout-Falle heraus. Lassen Sie es nicht soweit kommen!

Weitere Informationen zum Thema Burnout erhalten Sie auf der Seite http://www.hilfe-bei-burnout.de/.

Wenn Sie mehr erfahren wollen über die Entspannungstechniken von Frau Carlitscheck, klicken Sie auf ihre Webseite: www.almutcarlitscheck.de

Informationen, Tipps und Hilfe bei Burnout bietet das imedo-Infocenter.

Redaktion: Sven-David Müller (Medizinjournalist) und Marcel Kresin
Bildquelle: pixelio.de, Günter Havlena / www.imedo.de/infocenter/burnout

Kaufsucht als Ventil für psychische Probleme

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Die Kaufsucht wird auch Kaufwahn oder Kaufzwang genannt und ist eine ernsthafte psychische Störung. Sie äußert sich als zwanghaftes, episodisches Kaufen von Waren oder Dienstleistungen. In der Bundesrepublik Deutschland sind bis zu fünf Prozent aller Menschen betroffen, wovon mit 90 Prozent fast ausschließlich Frauen kaufsüchtig sind. Die Kaufsucht ist schwer greifbar und erfährt in der allgemeinen Öffentlichkeit wenig Aufmerksamkeit, daher berichtet das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de jetzt schwerpunktmäßig über das Thema.

Kaufsucht wird ähnlich wie die Spielsucht oder die Arbeitssucht nicht als eigenständige Krankheit angesehen, sondern als Zwangsstörung bezeichnet. Kaufsüchtige Menschen sind also nicht körperlich abhängig, wie bei Heroin oder Alkohol, sondern psychisch.

Kaufsüchtig nach bestimmten Dingen
Meistens wird eine bestimmte Warengruppe, wie zum Beispiel Puppen oder Kleider, von den Betroffenen bevorzugt. Sie kaufen dann weit über den Bedarf und ein sinnvolles Maß hinaus Gegenstände und lagern diese oft originalverpackt in der Wohnung oder werfen sie nach dem Kauf sogar weg – nur die eigentliche Kaufhandlung befriedigt sie in ihrem Zwang. Besonders fatal für Menschen die kaufsüchtig sind ist, dass in Zeiten des Internets Käufe immer leichter abzuschließen sind und oft ein einziger Klick genügt, um einen später bereuten Kaufabschluss zu tätigen.

Ursachen von Kaufsucht
Hinter der Kaufsucht können sich unterschiedlichste Ursachen verbergen: Ängste, Depressionen, innere Unruhe oder ein geringes Selbstwertgefühl. Die Einkaufsucht ist dann der Versuch, diese Gefühle in den Griff zu bekommen. Für die Betroffenen beginnt damit ein Teufelskreis: negative Gefühle wie Ärger und Stress führen zum Kaufen. Das Kaufen führt nach kurzer Zeit zu Schuldgefühlen, finanziellen Schulden und Depressionen. Diese werden mit erneuten Käufen zu bewältigen versucht und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Therapie gegen Kaufsucht

Bei Anzeichen einer Kaufsucht können sowohl Betroffene, als auch Angehörige zunächst eine Suchtberatungsstelle aufsuchen um sich zu informieren. Im Zweifelsfall sollte der Betroffene eine Psychotherapie bei einem Arzt durchführen.

Bei ersten Anzeichen, die auf eine Sucht hinweisen, können bei imedo.de Betroffene gefragt werden, die bereits Erfahrungen mit Kaufsucht machen mussten. Zum Austausch darüber gibt es die geschlossene Gruppe „Kaufsucht“, der Sie beitreten können.

Die imedo-Gesundheitsnews informieren in verschiedenen Artikeln rund um das Phänomen des zwanghaften Kaufens:

Immer mehr Kaufsüchtige – Therapieplätze reichen nicht aus

Durchbruch: Therapie gegen Kaufsucht

Keine psychische Krankheit dagegen ist die Schaufensterkrankheit: schmerzende Beine als Symptom

Bildquelle: Ernst Rose, pixelio.de

Aktuelle Interviews auf www.1000aerzte.de

Mein Favorit unter Omas Hausmitteln ist Zuhören! Das hat mir damals auch das Gefühl gegeben, verstanden zu werden und wichtig zu sein.

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