Tag Archiv | "Burnout"

Burnout-Watcher – Raus aus der Opferrolle!

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , ,


Burnout ist in aller Munde. Es häufen sich Artikel, Bücher und Dokumentationen darüber. Da es jedoch für Betroffene des Syndroms, über das Sie in unserem Gesundheitsnewsbeitrag “Burnout – Auch die Seele kann ausbrennen” mehr erfahren, immer noch wenige Anlaufstellen gibt und die Diagnose schwierig ist, ist diese Entwicklung durchaus positiv. Denn durch gut erklärte, grundlegende Informationen kann man sich die Einschätzung der eigenen Situation erheblich leichter machen! Ein Beispiel für diese Informationsquellen ist das im Walhalla-Verlag neu erscheinende Buch „Burnout-Watcher“ von Matthias H.W.Braun, welches wir Ihnen hier vorstellen möchten.

Burn-Out geht heutzutage alle an!
Das Syndrom wird in diesem Buch als Prozess gesehen, als Spirale, in der heutzutage sehr viele Menschen stecken und sei es noch ganz am Anfang. Die Diagnose Burnout wird daher zwar immer öfter gestellt, ist aber meistens sehr unscharf, da sie alle Stadien des Prozesses umfassen kann. Dadurch kann den Betroffenen meist nicht gezielt weitergeholfen werden. Oft wird geraten sich eine Auszeit zu nehmen oder „einfach mal kürzer zu treten“. Egal ob vielleicht kleinere, konkrete Maßnahmen reichen würden oder im anderen Extrem sogar professionelle Hilfe durch einen Psychotherapeuten nötig ist.

Diese Ablehnung der Verallgemeinerung ist eine herausragende Qualität des „Burnout-Watchers“! Das Buch ist nämlich, nach einer kurzen Erklärung der Burnout-Phasen und dem dazugehörigen Test zur eigenen Einordnung, in verschiedene Abschnitte gegliedert, die sich an unterschiedlich stark Betroffene wenden. Das heißt, der Leser findet selbst heraus, ob er Sofortmaßnahmen, Prävention oder Immunisierung braucht und kann dann gleich zu dem dazugehörigen Abschnitt springen. Im letzten Teil des Buches werden zusätzlich viele wissenschaftliche Informationen gegeben, so zum Beispiel die biologische und psychische Erklärung von Stress oder der Wirkung von Entspannung.

Mit allen Sinnen und Medien
Durch dieses breite Angebot findet man schnell etwas für sich, sei es eine Entspannungstechnik oder das Arbeiten mit seinen inneren Glaubenssätzen, Bedürfnissen und Werten. Neben den zahlreichen Denk- und Handlungsanstößen aus dem Text verweist das Buch auf viele weitergehende, intermediale Angebote. So liegen zum Beispiel zwei Audio-Cds für so genannte „Body Scans“ und Mentalreisen bei, die zum Beispiel der Entspannung dienen, aber auch als Programmierung von positiven Glaubenssätzen genutzt werden. Außerdem bekommt der Leser einen Code für eine einjährige, kostenlose Mitgliedschaft auf www.burnout-watchers.de, wo es unter anderem Audiotracks oder Online-Coaching und sogar die passenden Apps geben wird. Dadurch kann sich jeder seine „Arbeit“ selbst mit den präferierten Medien gestalten.

Die Entscheidung steht zuerst
Eine wichtige Botschaft des Buches besteht darin, dass jeder sich selbst aus der viel verbreiteten Opferrolle befreien kann und muss. Man kann sich also in den meisten Stadien sehr gut selbst helfen und der „Burnout-Spirale“ entkommen, aber nur, wenn man sich wirklich klar dafür entscheidet. Dafür gibt der Autor viele gute Hilfen, so zum Beispiel einen Vertrag zwischen ihm und dem Leser am Anfang des Buches. Auch das konsequente Verweisen beispielsweise auf den hohen Beitrag der inneren Auslöser für Stress machen immer wieder deutlich, dass man keinesfalls machtlos ist im Kampf mit der Life-Work-Balance.

Der Arbeits- und Zeitaufwand in manchen Teilen des Buches ist natürlich gerade für überarbeitete Menschen erst einmal abschreckend, aber er wird immer gerechtfertigt und die Ziele der verschiedenen Aufgaben erklärt. Ob man mit den gestellten Aufgaben und auch mit den Audiotracks zurechtkommt ist wahrscheinlich geschmacks- und typsache.

Abschließend kann man sagen: Das Buch ist so gut, wie der Leser es umsetzt. Da inzwischen die Meisten begriffen haben sollten, dass man sich selbst gegen Burnout zu schützen vermag und sollte, kann es einen beträchtlichen Beitrag zu höherer Lebensqualität und besserer Selbstreflexion und –achtung beitragen!

Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchten, dann besuchen Sie doch unser Burnout-Spezial-Portal: hilfe-bei-burnout.de/

Über imedo.de
imedo – Gesundheit, meine Sache! Das Gesundheitsportal www.imedo.de ermöglicht es, sich rund um die Themen Gesundheit, Krankheit und Therapien zu informieren. imedo bietet eine große Gesundheitscommunity zum Austausch mit Gleichgesinnten. Das Medizinlexikon und zahlreiche spezialisierte Webseiten, wie Operationauge.de oder Hilfe-bei-burnout.de, bieten Fachinformationen für Patienten und Gesundheitsinteressierten. imedo ist eine umfassende Arztsuche mit nutzerfreundlichen Filtermöglichkeiten und persönlichen Arztempfehlungen. Mit diesem breiten Serviceangebot fördert imedo, dass Patienten ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen, den passenden Arzt finden und die für sie beste Gesundheitsentscheidung treffen können.

Hannah Ehlers, Redaktion Gesundheitsnews

Kennen Sie unser Spezialportal hilfe-bei-burnout.de? Burnout überwinden mit hilfe-bei-burnout.de

Bipolare Störung – Ein Leben zwischen Extremen

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , ,


Jeder weiß, wie schnell die eigene Stimmung von himmelhoch-jauchzend zu zu-Tode-betrübt wechseln kann. Und es gibt Menschen bei denen der Wechsel sehr ausgeprägt ist. Sie schwanken zwischen den Extremen des Abgrunds und der Euphorie. Diese Krankheit heißt bipolare oder auch manisch-depressive Störung und klingt beim ersten Hören nicht sehr gefährlich, doch sie schmeißt das Leben eines Menschen vollkommen durcheinander.

Die überregionale, deutsche Wochenzeitung Die Zeit hat vor etwa einem Jahr die Briefe eines Menschen mit dieser Krankheit an dessen Sohn veröffentlicht. Der Vater versucht dem Sohn zu erklären, was in ihm vorgeht und schildert eindrücklich, was die Krankheit alles bei ihm kaputt gemacht hat.

Leben in Phasen
Eine der zwei maßgeblichen Phasen ist die Manie. Sie drückt sich durch Euphorie, übersteigertes Selbstbewusstsein und hohe Aktivität aber auch Reizbarkeit aus. Der Briefeschreiber zum Beispiel war Regisseur und ist schnell sehr erfolgreich geworden. Er beschreibt, wie er unglaublich viel Sport gemacht und bis in die Nacht gearbeitet hat. Dazu kam dann ein hoher Alkoholkonsum. Ein vermindertes Schlafbedürfnis, sowie Gedankenrasen bis manchmal hin zu Wahnvorstellung gehören auch zu den Symptomen. Doch das damit verbundene verringerte Aufmerksamkeits- und Urteilsvermögen führten auch bei dem Regisseur zu Rückschlägen und Misserfolgen.

Dadurch folgt oftmals die zweite der Phasen: die Depression. Niedergeschlagenheit und Selbstzweifel oder komplette innere Leere bestimmen dann die Betroffenen. Sie verlieren jegliches Interesse und können meist nicht mehr richtig Schlafen. Manchmal führen die Symptome der Depression – mehr darüber können Sie in dem Artikel “Wenn die Tage dunkler werden” lesen! – zu totaler Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken.
Wenn der Erkrankte schnell zwischen den beiden Phasen hin und her schwankt, nennt man das „Rapid Cycling“. Hierbei wechseln sich mindestens vier Episoden in 12 Monaten ab.
Dazwischen liegen meist „normale“, also unauffällige Phasen oder auch gemischte Phasen mit Symptomen von beiden Extremen

Probleme und Gefahren der bipolaren Störung
Von dieser Krankheit sind nach Schätzungen etwa 2 Millionen Deutsche betroffen und jeder kann an ihr erkranken. Es liegt dann eine ernsthafte Störung des Gehirnstoffwechsels vor. Schwierig ist, dass die Ursachen der Erkrankung noch überhaupt nicht bekannt sind. Aber die Entstehung geht wohl auf genetische, neurochemische und hormonelle Faktoren zurück. Besonders gefährlich ist sie durch das Suizidrisiko und die soziale Folgen für die Erkrankten: Durch die extremen Phasen wird vieles in einem Menschenleben kaputt gemacht. Der Vater, der die Briefe schreibt, kann nicht mehr richtig arbeiten, viele Beziehungen zerbrechen.
Problematisch ist auch, dass die Krankheit sehr schwer zu erkennen und diagnostizieren ist. Es gibt nämlich verschiedene Schweregrade, unterschiedliche Ausprägungen sowie Mischformen – und der Übergang zu einer überschwänglichen Persönlichkeit ist fließend. Auch wird die Krankheit manchmal durch Drogen- und Alkoholkonsum während der Manie überdeckt. Wenn die Krankheit dann erkannt wird, ist oftmals der Lebensweg schon stark beeinflusst.

Wie kann man gegen diese Krankheit angehen?

  • Anfangs muss meist eine stationäre Behandlung erfolgen, als Schutz vor selbstgefährdenden Handlungen, da die Krankheit besonders in extremen Situationen auffällig wird. In 2 -6 Wochen wird der Patient von möglichst vielen Reizen abgeschirmt und er bekommt Stimmungsstabilisierer und Antidepressiva/Antimanika.
  • Nach der akuten Phase ist dann die höchste Priorität, die Vermeidung des Rückfalles oder des Kippens ins andere Extrem. In diesen 2-6 Monaten müssen die bereits eingesetzten Medikamente besonders vorsichtig dosiert werden, da sie sonst einen Rückfall begünstigen.
  • Der Rückfallschutz und die Prophylaxe bleiben das ganze Leben lang sehr wichtig, da die Lebensgestaltung stark von der Krankheit stark beeinflusst wird. Der Patient muss lernen, Risikofaktoren zu vermeiden, die Therapie mittragen und weiterhin Medikamente einnehmen.

Der Autor der „Briefe aus Wolkenkuckucksheim“ hat die erste der drei Phasen erfolgreich hinter sich gebracht. Da die Krankheit bei ihm sehr früh erkannt wurde, kann er wieder in ein einigermaßen normales Leben zurückkehren. Zwar ist bei ihm Vieles kaputt gegangen, aber das Wichtigste ist ihm geblieben: seine Frau und Kind! Die sehr berührenden Briefe können Sie hier lesen: Briefe aus Wolkenkuckucksheim.

Über imedo.de
imedo – Gesundheit, meine Sache! Das Gesundheitsportal www.imedo.de ermöglicht es, sich rund um die Themen Gesundheit, Krankheit und Therapien zu informieren. imedo bietet eine große Gesundheitscommunity zum Austausch mit Gleichgesinnten. Das Medizinlexikon und zahlreiche spezialisierte Webseiten, wie Operationauge.de oder Hilfe-bei-burnout.de, bieten Fachinformationen für Patienten und Gesundheitsinteressierten. imedo ist eine umfassende Arztsuche mit nutzerfreundlichen Filtermöglichkeiten und persönlichen Arztempfehlungen. Mit diesem breiten Serviceangebot fördert imedo, dass Patienten ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen, den passenden Arzt finden und die für sie beste Gesundheitsentscheidung treffen können.

Hannah Ehlers, Redaktion Gesundheitsnews

Kennen Sie unser Spezialportal hilfe-bei-burnout.de? Burnout überwinden mit hilfe-bei-burnout.de

Burnout-Syndrom: Auch die Seele kann ausbrennen

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,



Lange Zeit haben viele Leute Burnout als Modeerscheinung abgetan, aber das Syndrom ist mehr als nur Erschöpfung! Die vielen Betroffenen und die hohe mediale Präsenz in letzter Zeit zeigen es.

Inzwischen leiden sogar viele junge Leute darunter, denn im verschulten Bachelor- Studium herrscht oftmals hoher Druck. Im Beruf wächst der Leistungs- und Zeitdruck meist noch mehr und viele haben das Gefühl, alles gehe immer schneller. Dies und der Zwang immer erreichbar sein scheint die Menschen krank zu machen. Dazu kommt noch das Vorurteil, dass Leute die Stress haben, besonders wichtig sind. Da man das Gefühl hat, es habe ja heutzutage jeder Stress und durch kollektiven Stress teilweise sogar ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, ist eine individuelle frühzeitige Erkennung sehr schwer.

Das Burnout-Syndrom als Prozess

Es gibt noch keine eindeutige Festlegung über die Symptome eines Burnouts, weshalb es auch noch keine ärztliche Diagnose des Syndroms als Krankheit gibt. Sicher ist jedoch, dass es als Prozess verläuft, den man in sechs Phasen aufteilen kann:

  • Es beginnt meistens mit Überengagement. Man möchte viel schaffen und macht immer mehr Projekte. Man will Erfolge sehen und ist hoch motiviert. Wenn der Erfolg ausbleibt beginnt jedoch mit der Frustration die Teufelsspirale, auch wenn zu diesem Zeitpunkt das Syndrom fast nie erkannt wird.
  • Aus der Frustration, Erschöpfung und hohe Belastung folgt ein reduziertes Engagement. Die Betroffenen sind desillusioniert, der Idealismus schwindet oftmals verbunden mit einem emotionalen Abstumpfen. Das Gefühl der Ausbeutung bringt oder steigert den Widerwillen gegen die Arbeit.
  • Die emotionale Reaktion ist vor allem das suchen des Betroffenen nach Schuldigen für die Situation. Findet er diesen in sich selbst, führt dies zu Depressionen, also gefühlte Hilflosigkeit, Ohnmacht und Pessimismus. Sowie Nervosität und Angst. Beschuldigt er jedoch andere äußert sich dies in Aggression, also Gereiztheit und Ungeduld anderen Gegenüber und Zorn.
  • Damit baut die Person immer mehr ab: Die Leistungsfähigkeit schwindet, man macht Flüchtigkeitsfehler, wird vergesslich, unkreativ und unmotiviert. Innerlich haben die Personen oftmals schon gekündigt, verrichten nur noch Dienst nach Vorschrift und lehnen Veränderungen ab.
  • Darauf folgen die emotionale Verflachung und der Rückzug. Man wird vollkommen gleichgültig, teilweise entstehen sogar Langeweile und soziale Isolation. Am Ende des Syndroms steht die Verzweiflung. Das Gefühl der Ohnmacht führt zu totaler Hoffnungslosigkeit, das Gefühl der Sinnlosigkeit des Lebens oftmals bis zu Suizidgedanken.

Ursachen und Erklärungsansätze für das Burnout-Syndrom

  • Der persönlichkeitsorientierte Ansatz stellt innere Ursachen in den Vordergrund. Hier gelten übertriebener Perfektionismus, also meist unrealistische Zielsetzungen und ein Zweifel an kommunikative Fähigkeiten als bedeutende Faktoren.
  • Im Gegensatz steht der strukturzentrierte Erklärungsansatz, der sich auf die arbeitsbedingten Ursachen konzentriert, so zum Beispiel mangelnde Anerkennung und Mitspracherechte, Überlastung und zu geringer Lohn.

Es wird immer noch in verschiedene Richtungen geforscht und für beide Ansätze Belege und Lösungsansätze gesucht. Oft ist auch ein Zusammenspiel persönlichkeitsorientierter und strukturzentrierter Ursachen denkbar.

Burnoutvorsorge:

Im Bewusstsein, dass heutzutage fast jeder im Laufe seines Lebens in Burnout-Gefahr kommen kann, macht zum Glück eine Vermeidung dessen wesentlich einfacher. Der Feind vor Augen ist eben ungefährlicher, als die Gefahr im Rücken.

Diese Erkenntnis, kann uns helfen, unsere innere Haltung zu Stress zu verändern. Denn oft kann man an den strukturellen Gegebenheiten nicht umgestalten, aber wir können versuchen die persönlichkeitsorientierten Ursachen zu verringern.

Zum Beispiel kann es helfen, das Life-Balance-Modell zu achten. Dies besagt, dass es im Leben eines Menschen sieben Bereiche gibt, die ausgeglichen sein sollten: Persönlichkeitsentwicklung, Arbeit, Beziehungen, Finanzen, Gesundheit/Sport, Freizeit, Sinn.

Wenn man nun, ob bewusst oder unbewusst, seine Priorität auf die Arbeit gesetzt hat, bringt man sein Leben schnell aus der Balance. Denn Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung werden oft zugunsten von Arbeit und Finanzen zurück gestellt. Aber gerade die Vernachlässigung dieser Bereiche, also unter anderem gute Ernährung und Entspannung, führt schnell zu Burnout!

Da heißt es in den anderen Sparten die „Kunst des Weglassens“ zu erlernen, sprich das Nein-Sagen oder das Eingehen von Kompromissen. Natürlich ist das nicht immer leicht um zu setzen, aber es gibt zahlreiche Strategien, die helfen können, wie zum Beispiel Erfolgs- und Zufriedenheitslisten als Ergänzung zu den allseits bekannten To-do-Listen und natürlich Zeitmanagement, also das einbauen von Pufferzeit und Pausen, sowie Selbstreflektionsstrategien

Dazu präsentieren wir Ihnen Ende des Monats das Buch “Burnout-Watcher“, in dem solche Strategien vorgestellt werden.

Sie wollen wissen, ob Sie sich verstärkt der Vermeidung widmen sollten? In unserem Infocenter Burnout  können Sie es mit dem Burnout-Test herausfinden . Wenn Sie selbst gefährdet sind, jemanden kennen, der es ist oder einfach weitere Informationen suchen, sprechen Sie mit einem Arzt oder informieren Sie sich in unserem Burnout-Infocenter!

Wir wünschen eine hoffentlich stressfreie Vor-Vorweihnachtszeit!

Über imedo.de
imedo – Gesundheit, meine Sache! Das Gesundheitsportal www.imedo.de ermöglicht es, sich rund um die Themen Gesundheit, Krankheit und Therapien zu informieren. imedo bietet eine große Gesundheitscommunity zum Austausch mit Gleichgesinnten. Das Medizinlexikon und zahlreiche spezialisierte Webseiten, wie Operationauge.de oder Hilfe-bei-burnout.de, bieten Fachinformationen für Patienten und Gesundheitsinteressierten. imedo ist eine umfassende Arztsuche mit nutzerfreundlichen Filtermöglichkeiten und persönlichen Arztempfehlungen. Mit diesem breiten Serviceangebot fördert imedo, dass Patienten ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen, den passenden Arzt finden und die für sie beste Gesundheitsentscheidung treffen können.

Hannah Ehlers, Redaktion Gesundheitsnews

Kennen Sie unser Spezialportal hilfe-bei-burnout.de? Burnout überwinden mit hilfe-bei-burnout.de

Wenn die Tage dunkler werden – und nicht nur der Herbst daran schuld ist!

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,


Dass die graue Herbststimmung und regnerisches Wetter etwas aufs Gemüt drücken können, ist allgemein bekannt. Doch immer mehr Menschen geht es auch zu anderen Jahreszeiten so! Sie leiden unter Depressionen. Depression kommt aus dem Lateinischen kommt und bedeutet niederdrücken. Und das ist deutlich ernst zu nehmender als ab und zu schlechte Laune! Leider werden sie aber immer noch viel zu selten erkannt, obwohl sie im Allgemeinen gut zu behandeln sind! Der Herbst steht nun im Zeichen der Aufklärung über psychische Erkrankungen.

Depression – inzwischen Volkskrankheit
Depressionen gehören zu den Volkskrankheiten unserer Zeit. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass sich die Zahl der Arbeitsausfälle durch psychische Krankheiten seit 1994 verdoppelt hat. Mit insgesamt 12,1% des Gesamtkrankenstandes stehen sie an 4. Stelle der führenden Krankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und die psychischen Erkrankungen schon 2030 die weltweit auf Platz 1 sind.

Warum ist das so? Nach einer Forsa-Umfrage bestätigen 59% der Befragten, dass das Leben stressiger geworden sei. Vor allem im Berufsleben herrsche heutzutage ein viel höherer Druck und es fehle die Zeit für Ausgleich und Entspannung. Außerdem zeigt sich, dass Unzufriedenheit heutzutage besonders durch die Massenmedien generiert wird. So, wie uns zum Beispiel die Werbung vorgaukelt, wir könnten gar nicht glücklich sein, ohne dieses zu erreichen oder jenes zu besitzen.
Manche führen diese Situation auch darauf zurück, dass Depressionen heutzutage einfach nur öfter erkannt werden. Doch auch wenn die Diagnose Depression öfter gestellt wird als früher, bleiben immer noch viele der Erkrankungen unbekannt, da nur die Hälfte aller Betroffenen überhaupt zum Arzt gehen. Davon wiederum werden nur 50% als depressiv diagnostiziert, während man es bei den anderen 50% erst rückblickend feststellt.

Wodurch zeichnen sich Depressionen aus?
Die Schwierigkeit der Diagnose liegt vor allem darin, dass sich eine Depression meist in sehr individuellen Symptomen ausdrückt. Häufig sind Stimmungseinengung, also der Verlust des Vermögens, Freude oder Trauer zu empfinden. Außerdem sind Antriebs- und Denkhemmung und innere Unruhe typisch. Man fühlt sich oft hoffnungslos, minderwertig und hilflos, kommt nicht mehr aus dem Grübeln und Sorgen. Auch kann es zu so genannten Vitalstörungen kommen: Appetitlosigkeit, Schlafstörung, Gewichtszu- oder –abnahme und Schmerzen in verschiedenen Körperregionen.
Der Arzt oder Psychiater stellt eine Diagnose nach drei Haupt-Symptomen: depressive Stimmung, Verlust von Interesse und Freude sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit.
Wenn mindestens zwei davon und drei weniger typische Symptome zutreffen, wird bei einem ein Patient nach dem Klassifikationssystem ICD-10 eine depressive Episode diagnostiziert.

Was für Formen gibt es?
Neben der allgemeinen Depressiven Störung, die meistens in leichte, mittelgerade und schwere depressive Episoden eingeteilt wird, gibt es weitere spezifische Formen.
Am bekanntesten ist die jobbedingte Depression Burn-Out, was ein innerliches Ausbrennen einer Person durch Überforderung im Berufsleben bezeichnet.
Die Bipolare Störung ist eine Erkrankung, bei der sich depressive Episoden mit manischen Phasen, also Zeiten hoher Erregung und Aktivität sowie heiterer Stimmung abwechseln.
Bekannt ist auch die Postpartale Depression nach einer Entbindung. Diese kann von einem leichten Baby-Blues, also Traurigkeit und extremes Sorgen, bis zu einer postpartalen Psychose reichen.
Dann gibt es Saisonale Depressionen wie zum Beispiel die Winterdepression, die auf einen Mangel an Sonnenlicht zurückgeführt wird.
Außerdem gibt es somatisierte oder larvierte Depression, bei denen sich die Erkrankung hinter körperlichen Schmerzen versteckt, sowie die organische Depression, die erst durch eine körperliche Krankheit, wie eine Schilddrüsenfunktionsstörung ausgelöst wird.
Wie sich bestimmte Formen genau äußern, wie man sie früh erkennt und sich dagegen schützen kann, lesen Sie hier in den nächsten Wochen!

Woher weiß ich, dass jemand an einer Depression leidet?
Wirkliche Depressionen zeichnen sich dadurch aus, dass sich die Betroffenen meist nicht selbst daraus befreien können. Das bedeutet, dass die Symptome bestehen bleiben, obwohl das auslösende Ereignis konstruktiv verarbeitet wurde. Sprich, wenn das Stimmungstief dauerhaft bleibt und sich nicht, durch zum Beispiel Erholung vom Job oder Klären von ungesunden Beziehungen mit der Zeit verflüchtigt. Da allerdings wie beschrieben immer noch viel zu wenig Depressionen erkannt werden, ist es immer sinnvoll, das Gespräch mit Vertrauten und eventuell einem Arzt zu suchen, wenn mehrere der oben genannten Symptome auf Sie zutreffen.
Und für alle gilt: Lassen Sie sich nicht vom dunklen Herbst niederkriegen, der nächste Frühling kommt bestimmt!

Über imedo.de
imedo – Gesundheit, meine Sache! Das Gesundheitsportal www.imedo.de ermöglicht es, sich rund um die Themen Gesundheit, Krankheit und Therapien zu informieren. imedo bietet eine große Gesundheitscommunity zum Austausch mit Gleichgesinnten. Das Medizinlexikon und zahlreiche spezialisierte Webseiten, wie Operationauge.de oder Hilfe-bei-burnout.de, bieten Fachinformationen für Patienten und Gesundheitsinteressierten. imedo ist eine umfassende Arztsuche mit nutzerfreundlichen Filtermöglichkeiten und persönlichen Arztempfehlungen. Mit diesem breiten Serviceangebot fördert imedo, dass Patienten ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen, den passenden Arzt finden und die für sie beste Gesundheitsentscheidung treffen können.

Hannah Ehlers, Redaktion Gesundheitsnews

Kennen Sie unser Spezialportal hilfe-bei-burnout.de? Burnout überwinden mit hilfe-bei-burnout.de

Entspannungstechniken gegen Alltagsstress

Tags: , , , , , ,


Immer mehr Menschen in Deutschland sind chronisch gestresst. Sie sind engagiert im Beruf, wollen alles perfekt, sowie jedem recht machen und das auch noch innerhalb kürzester Zeit. Doch viele Arbeitstiere vergessen, sich nach dem Feierabend richtig zu entspannen, haben es verlernt oder lassen sich selbst gar keine Freizeit mehr. Dabei ist es für den Menschen wichtig, nach großem Stress zur Ruhe zu kommen. Sven-David Müller, Kommunikationsleiter des Internet-Gesundheitsportals imedo sprach mit der Berliner Entspannungspädagogin und Autorin des Buches „Entspannung – so genießen Sie jeden Tag“ Almut Carlitscheck darüber, wie der chronisch Gestresste Entspannung neu erlernen kann. Zu Beginn gibt Almut Carlitscheck außerdem Auskunft über einfache Mittel gegen Ein- und Durchschlafprobleme.

Oftmals leiden Gestresste an Einschlaf- und Durchschlafproblemen. Wie kann man nachts am besten zur Ruhe kommen?
Dipl.-Päd. Almut Carlitscheck:
Überprüfen Sie Ihre Schlaf- und Abendgewohnheiten! Bereiten Sie sich und Ihren Körper auf den Schlaf vor, indem Sie mindestens eine halbe Stunde bevor Sie zu Bett gehen das Tempo deutlich drosseln und nichts Anstrengendes, Aktivierendes oder Aufwühlendes mehr tun. Schalten Sie den Fernseher ab, den PC aus, legen Sie die Arbeit beiseite und auch sportliche Aktivitäten sollten nicht so kurz vorm Zubettgehen unternommen werden. Die Bilder aus Fernsehen und PC, die erschütternden Nachrichten oder spannenden Filme verfolgen Sie bis in Ihren Schlaf hinein. Unser Geist ist hochkonzentriert, der Puls erhöht und die Seele voller beunruhigender Bilder. Ein entspannender, erholsamer Schlaf ist so nicht möglich! Machen Sie abends gezielt Dinge, die Sie beruhigen. Dazu zählen Dinge wie Handarbeiten, Malen oder Ähnliches. Hören Sie sanfte, beruhigende Musik oder nehmen Sie ein Schaumbad. Lavendel- oder Sandelholzduft im Schlafzimmer in Form von Lavendelblüten oder Duftölen wirken beruhigend. Notieren Sie alle Gedanken, die Ihnen spätabends noch durch den Kopf gehen und Ihren Schlaf verhindern in einem Schreibheft. Legen Sie das Heft auf Ihren Nachttisch – so können Sie Ihre Gedanken sofort notieren und müssen sie nicht länger kreisförmig in Ihrem Kopf festhalten. Führen Sie Autogenes Training aus, aber lassen Sie die 6. Übung – die erfrischende Kopfübung – weg.

Was sollte man tun, wenn man Anzeichen wie beispielsweise Kurzatmigkeit, Herzrasen oder Augenzucken bemerkt?
Grundsätzlich gilt bei körperlichen Symptomen und Beschwerden als ersten Schritt einen Arzt aufzusuchen. Beschwerden, denen wir Stress als Ursache zuschreiben, können auch andere Ursachen haben, die ein Arzt zunächst untersuchen und abklären muss. Wichtig ist, diese Symptome ernstzunehmen. Die durch Stress ausgelösten Verspannungen und Symptome halten wir für normal, so dass sie uns oftmals erst auffallen, wenn sie ein überaus ungesundes Maß erreicht haben. Wir haben uns an unsere ständigen Verspannungen und Launen gewöhnt. Wir bagatellisieren, rationalisieren, ignorieren sie oder schreiben ihnen andere Ursachen zu. Gegen Kopfschmerz lassen wir uns ein Schmerzmittel verschreiben, jedoch ohne an unserem Lebensrhythmus etwas zu ändern. So funktioniert der Körper wieder – bis zum nächsten Migräneanfall. Wichtig ist, unseren eigenen Anteil an diesen Symptomen zu erkennen und zu akzeptieren, denn nur so lässt sich etwas daran ändern. Als weiteren Schritt, nachdem ein Arzt Sie untersucht hat, erlernen Sie eine Entspannungstechnik, bauen Sie einige der beschriebenen Entspannungsrituale in Ihren Alltag ein und schauen Sie kritisch auf Ihre Lebensgewohnheiten. Wo geben Sie zu viel Anspannung hinein, was von all dem, was Sie tagtäglich verrichten, ist wirklich wichtig. Und achten Sie darauf, wenigstens Ihre Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlafen und Bewegung an der frischen Luft täglich ausreichend zu befriedigen.

Viele Menschen haben Probleme mit Entspannungstechniken. Welche Möglichkeiten empfehlen Sie dann?
Eine Entspannungstechnik zu erlernen erfordert Geduld und die Bereitschaft, sich mit den eigenen Ursachen des Stresses und der inneren Unruhe auseinanderzusetzen. Das ist nicht immer leicht. Viele greifen dann auf Erholungs- und Freizeitangebote zurück wie Fahrradfahren, Fernsehen, Gartenarbeit oder kreative Hobbys. Das ist ein guter und wertvoller erster Schritt. Jedoch führen Entspannungstechniken und -methoden noch zielgerichteter und tiefer in die Entspannung. Freizeit hat einen hohen Erholungswert und ist daher enorm wichtig. Entspannung geht darüber hinaus. Sie regeneriert die Kräfte. Sie hilft, belastende Dinge zu verarbeiten und stellt eine Balance her zwischen Achtsamkeit, Gelassenheit sowie Ruhe und Power, Anspannung und Kraft. Ergänzend oder als Start in den Stressabbau bietet die Naturheilkunde einige Produkte wie Baldrian, Johanniskraut oder Melisse, die unterstützend wirken. Bei Schlafproblemen, in Prüfungsphasen oder anderen belastenden, aber vorübergehenden Situationen können diese Mittel in Form von Kapseln, Badezusätzen oder Tees helfen, zu entspannen und Stress abzubauen. Jede Form der Entspannung ist mehr als bloße Technik. Entspannung hat viel mit uns und unserer Haltung uns und dem Leben gegenüber zu tun. Wie gehe ich mit mir, meinem Umfeld, meinem Leben um? Ist es mein Ziel, alles perfekt und es jedem recht zu machen, viel in möglichst kurzer Zeit zu schaffen, überall dabei zu sein? Fürchte ich mich davor, für mich und meine Bedürfnisse einzutreten, habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich augenscheinlich nichts tue? Bei all diesen und weiteren Verhaltensweisen werde ich der Stressfalle kaum entgehen können. Nicht jede Form der Entspannung ist für jeden in jeder Situation gleichermaßen gut und sinnvoll. Wichtig ist es, die eigene Form der Entspannung herauszufinden.

Die meisten Menschen haben Angst vor Nebenwirkungen. Sind pflanzliche Beruhigungsmittel gefährlich?
Grundsätzlich gilt, dass Sie Ihren Arzt oder Apotheker vor der Einnahme von Medikamenten befragen sollten, was Sie zu beachten haben, wie, in welcher Dosis und wann das Medikament einzunehmen ist. Lesen Sie den Beipackzettel aufmerksam und in Ruhe durch. Auch hier steht noch mal genau beschrieben, wie Sie das Medikament einzunehmen haben und worauf zu achten ist. Pflanzliche Kombinationen aus Baldrian, Johanniskraut und Melisse sind jedoch für ihre gute Wirksamkeit und Verträglichkeit bekannt. Gefährlich sind die Folgen und Nebenwirkungen von Stress, dem Sie täglich ausgesetzt sind. Machen Sie den ersten Schritt – lassen Sie von Ihrem Arzt mögliche andere Ursachen für Ihre Symptome ausschließen, melden Sie sich bei einem Entspannungskurs an und lernen Sie, sich und Ihre Bedürfnisse wahr- und vor allem ernst zu nehmen.

Viele Beruhigungsmittel machen müde. Wie kann man seine Energie beibehalten?
Aufgrund der einschläfernden Wirkung vieler Beruhigungsmittel kommen Sie langfristig nicht drumherum, Entspannungstechniken zu erlernen, wollen Sie dauerhaft etwas für Ihre Entspannung und gegen den allgegenwärtigen Stress tun. Nur so gelangen Sie zu den Ursachen Ihres Stresses, die sie be- und verarbeiten lernen müssen, um so zu einem veränderten Umgang mit sich und Ihrem Alltag zu gelangen. Alles andere ist reine Symptombekämpfung und Sie geraten immer wieder an denselben Punkt der Stressfallen. Angenehmer als Unterstützung sind hier Heilpflanzen wie Baldrian oder Johanniskraut, denn sie haben keine einschläfernde Wirkung. Pflanzliche Beruhigungsmittel können wirksam helfen, akute Belastungssituationen wie eine Prüfungsphase, einen zu betrauernden Todesfall oder auch nur einen Umzug besser zu überwinden. Beruhigungsmittel sollten grundsätzlich nur kurzzeitig in akuten Stresssituationen eingenommen werden. So bald wie möglich sollte auf andere Mittel aus der Naturheilkunde oder Entspannungstechniken umgestellt werden.

Wer chronisch gestresst ist, läuft Gefahr, an dem Burnout-Syndrom zu erkranken. Nähere Informationen zum Krankheitsbild, Ursachen, Symptomen und Therapiemöglichkeiten von Burnout finden Sie auf der Seite http://www.hilfe-bei-burnout.de/.

imedo stellt verschiedene Infocenter für seine User bereit, beispielsweise zum Thema „Innere Unruhe“ oder zum Thema „Burnout“.

Mehr über die Entspannungstechniken von Almut Carlitscheck finden Sie auf almutcarlitscheck.de.

Diskutieren Sie über diesen Artikel in der Gruppe “Gesundheitsnews” der imedo-Community.

Redaktion: Sven-David Müller und Marcel Kresin
Bildquelle: pixelio.de, Sassi / imedo-Infocenter Burnout

Aminosäuren gegen Burnout

Tags: , , , , , , ,


Kalte und trübe Tage mit wenig Tageslicht verschlechtern die Stimmung. Gerade in den Wintermonaten leiden viele hunderttausend Menschen zusätzlich unter Depressionen beziehungsweise depressiven Verstimmungen und Burnout. Doch diesen sich vor allem in psychischen Symptomen zeigenden Erkrankungen können Betroffene beispielsweise durch eine bestimmte Ernährungsweise vorbeugen. Der Wiener Burnout-Experte und Universitätsprofessor Doktor Jürgen Spona stand dem Kommunikationsleiter des Gesundheitsportals imedo, Sven-David Müller, Rede und Antwort. Professor Spona erklärt, was im menschlichen Körper passiert und welche Rolle Aminosäuren für den Organismus spielen.

Wie hängen Aminosäuren und Depressionen und Burnout miteinander zusammen?
Univ.-Prof. Dr. Jürgen Spona: Depressionen und Burnout hängen insofern mit Aminosäuren zusammen, als dass Aminosäuren die Bausteine für die Botenstoffe im Nervensystem und damit auch im Gehirn sind. Sie sind auch die Bausteine von einer Reihe von Hormonen, die bei der Stressbewältigung eine Rolle spielen.

Was sind Aminosäuren und was bewirken Sie im Körper?
Aminosäuren sind die Bausteine von Eiweißkörpern, also Proteinen. Diese sind nach Wasser die Hauptbestandteile, aus denen der Organismus aufgebaut ist. Aminosäuren bilden die Basis für Muskeln, Häute, Schleimhäute, Haare, für alle Enzyme, viele Hormone, Immunglobuline, die für die Abwehr von Infektionen verantwortlich sind und eben die Botenstoffe im Gehirn. Diese Liste ist aber sicherlich nicht vollständig. Die Strukturen unterliegen einem laufenden Erneuerungsprozess. Unsere Darmschleimhaut  beispielsweise ist alle drei bis vier Tage erneuert. Das geht so weit, dass man sagen kann: Alle sieben Jahre sind wir ein „neuer” Mensch. Der Bedarf an diesen Stoffen ist also enorm, wobei wir essentielle und nicht essentielle Aminosäuren unterscheiden. Die essentiellen müssen dem Körper unbedingt von außen zugeführt werden, während er die nicht essentiellen selbst herstellen kann. Aber auch dafür müssen genügend essentielle Aminosäuren zur Verfügung stehen.

Wie kann man seinen Aminosäurespiegel und Mangelzustände überprüfen?

Aminosäuren kann man durch einen Bluttest überprüfen. Die im Blut kreisenden Aminosäuren sind ein Abbild der dem Körper zur Verfügung stehenden. Dieses Gleichgewicht bleibt konstant und reproduzierbar, wie wissenschaftliche Untersuchungen schon in den siebziger Jahren zeigen konnten.

Was ist ein Aminogramm und kann man das bei jedem Hausarzt machen lassen?
Ein Aminogramm ist eine Laboruntersuchung, bei der die Blutspiegel der einzelnen Aminosäuren bestimmt werden. Im Prinzip kann jeder Hausarzt das dafür notwendige Blut abnehmen und an ein Speziallabor senden. Voraussetzung ist allerdings eine Zentrifuge, da das Blut für diese Untersuchung innerhalb einer ¾ Stunde abzentrifugiert werden muss, um aussagekräftige Werte zu erhalten.

Was passiert bei einem Ungleichgewicht von Aminosäuren?
Ein Ungleichgewicht beziehungsweise Mangel an Aminosäuren kann dazu führen, dass nicht ausreichend Bausteine beispielsweise für den Aufbau von Strukturen zur Verfügung stehen. Bei diesem Aufbau werden ja die verschiedenen Aminosäuren gemäß dem genetischen Code aneinandergereiht, vergleichbar einer Perlenkette. Wenn nun eine Aminosäure fehlt, kann diese Struktur nicht perfekt aufgebaut werden, beziehungsweise holt der Körper die fehlenden Aminosäuren aus nicht primär lebenswichtigen Organen wie den Muskeln.

Was kann man tun, um den Aminosäurespiegel zu verbessern?
Um den Aminosäurespiegel zu verbessern, kann man einerseits auf eine ausreichende und ausgewogene Eiweißaufnahme achten, wobei dann sichergestellt sein sollte, dass dieses Eiweiß gut aufgespaltet werden kann. Dies geschieht mit Hilfe der Magensäure. Man kann aber auch Aminosäuren direkt zuführen.

Informationen, Tipps und Hilfe bei Burnout bietet das imedo-Infocenter “Burnout”.

Weitere Informationen zum Thema Burnout stehen auf der Seite
http://www.hilfe-bei-burnout.de/ bereit.

Die imedo-Gesundheitscommunity bietet Betroffenen die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, beispielsweise in der Gruppe „Burnout“.

Redaktion: Sven-David Müller und Marcel Kresin
Bildquelle: pixelio.de, Rafael Vogt / imedo-Infocenter Burnout

Wege aus dem Winterblues

Tags: , , , ,


Nicht nur in Berlin und Brandenburg hat der Sonnenmangel bei vielen Menschen die Stimmung verschlechtert: Ohne Sonne fehlt dem Körper Vitamin D und das macht depressiv, erläutert Medizinjournalist Sven-David Müller vom Gesundheitsportal www.imedo.de. Aber noch mehr Menschen leiden unter Stress. Sie fühlen sich überfordert, sind rastlos und unruhig. Viele Gestresste haben verlernt, sich in Ihrer Freizeit aktiv zu entspannen. Dabei sind Entspannung und Stressabbau die richtigen Mittel, um die innere Balance wiederzufinden. imedo-Kommunikationsleiter Sven-David Müller sprach mit Almut Carlitscheck, psychlogische Beraterin und Autorin des Buches „Glück – So genießen Sie den Tag“ über Stress, Entspannungstechniken und vorbeugende Maßnahmen.

Was ist Stress und wie gefährdet er die Gesundheit?
Dipl.-Päd. Almut Carlitscheck: Stress ist eine psychische und physiologische Reaktion auf äußere und innere Reize, die sogenannten Stressoren. Im gesunden Maß ermöglicht uns Stress, angemessen auf besondere Anforderungen, Signale und Situationen zu reagieren. Unsere Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit sind geschärft, fokussiert und unsere Muskeln zur Anspannung bereit. In brenzligen Situationen zum Beispiel im Straßenverkehr oder bei Prüfungen ist uns Stress ein Helfer und sinnvoll. Einige körperliche Zeichen für Stress sind eine kurze, flache Atmung, der Pulsschlag ist erhöht, Schweißausbruch sowie Muskelanspannung. Psychische Zeichen sind unter anderem Unruhegefühle, Nervosität, Schlaf-, Antriebs- und Appetitlosigkeit sowie Reizbarkeit. Ungesund und sogar für Körper und Psyche gefährlich wird Stress erst dann, wenn ein bestimmtes Maß an Druck und Anspannung überschritten ist, wenn der Mensch über einen längeren Zeitraum und in hohem Maß psychischen und/oder physischen Belastungen und damit Stress ausgesetzt ist. Dieses Maß wird sehr individuell empfunden, da die Stress auslösenden Situationen ebenfalls verschieden sind. Folgen dieses ungesunden Stresses sind Migräne, Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit, Atemlosigkeit, Haarausfall, schlechtes Hautbild, Herzstechen, Schwächung des Immunsystems, dadurch häufiges Auftreten von Infekten, Bluthochdruck. Langfristig ist so das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls deutlich erhöht. Aber auch die Psyche leidet und Folgen können Angstzustände, Depression, Vergesslichkeit, Schlafstörungen, sozialer Rückzug oder aggressives Verhalten sein. Der berühmte Verspannungskopfschmerz oder die allmorgendlichen Darmbeschwerden, die Einschlafprobleme, die Appetitlosigkeit, die ständige schlecht Laune oder Nervosität und Grübelei können erste Warnsignale sein, dass dringend aktiv Stress abgebaut und etwas für die eigene Entspannung getan werden muss.

Was passiert im Körper bei Stress und was bei Entspannung?
Aktivitäten und Reaktionen des Körpers auf Reize werden durch das vegetative Nervensystem gesteuert, das sich über den ganzen Körper verteilt und seine Zentren in Teilen des Rückenmarks und des Gehirns hat. Es sorgt dafür, dass wir uns den äußeren und inneren Bedingungen anpassen können. Es besteht aus zwei Gegenspielern – dem sogenannten Sympathikus und dem Parasympathikus. Einer von beiden ist immer aktiv, der andere ist dann in einem Ruhezustand. Allgemein können die Funktionen des Sympathikus als aktivierend und aufmerksamkeitssteigernd, die des Parasympathikus als verlangsamend, beruhigend und deaktivierend bezeichnet werden. Stressoren, wie beispielsweise Zeitdruck, existentielle Sorgen, Krankheit, begründete oder unbegründete Ängste und vieles weitere, was uns begegnet, erleben wir als eine bedrohliche Situation. Hier ist der Sympathikus aktiv und beschleunigt die Herzfrequenz, erhöht den Blutdruck, verengt die Blutgefäße, aktiviert die Schweißdrüsen und erweitert die Bronchien. Eine solche Stressreaktion war als schützende und die Flucht ermöglichende Reaktion sinnvoll in prähistorischen Zeiten. Heute scheint dies auf den ersten Blick überflüssig und doch können Stressoren zu einer chronischen und dauerhaften Aktivierung des sympathischen Nervensystems führen, was dann zur akuten Bedrohung der Gesundheit führen kann. Ganz wichtig ist es also, den Gegenspieler des Sympathikus, den Parasympathikus zu aktivieren. Dies geschieht bei Entspannung. Der Körper schaltet dann auf sein Erholungs- und Regenerationsprogramm um. Verdauungsfunktionen werden optimiert, die Herzfrequenz und der Blutdruck gesenkt und der Körper kommt zur Ruhe. Es ist nachgewiesen, dass Stresshormone wie das Adrenalin in Entspannungssituationen erheblich weniger gebildet und in den Blutkreislauf ausgeschüttet werden. Durch eine aktive, zielgerichtete und bewusste Entspannung bieten wir uns und unserem Körper die Möglichkeit, zu regenerieren, Kräfte auf- und Stress abzubauen und so die gefährlichen Folgeschäden von Stress zu vermeiden.

Wie kann man innerer Unruhe am besten vorbeugen?
Stress bereits präventiv zu begegnen ist sehr wichtig und sinnvoll, um gar nicht erst in den Stresskreislauf zu geraten. Stress löst unmittelbar körperliche wie auch psychische Reaktionen aus, die ihrerseits wieder stressen und als Bedrohung erlebt werden. Hat Stress allgegenwärtig im Leben Einzug gehalten und psychische und körperliche Symptome auswachsen lassen, ist es viel schwieriger, wenn auch nicht unmöglich, aktiv Stress abzubauen. Es würde wohl niemand auf die Idee kommen, an einem Sprachkurs erst dann teilzunehmen, wenn er sich bereits im Urlaub im Ausland befindet. Dann ist es zu spät. Die Fremdsprache erlernt man besser und sinnvoller vorher und kann sie dann im Urlaub anwenden. So ähnlich ist es auch mit Entspannung. Wenn die Stresswogen über einen niederschlagen, nimmt sich kaum jemand die Zeit und Muße, eine Entspannungstechnik zu erlernen, auch wenn er sie dann besonders nötig hätte – ein großer Teil des Stresses wäre gar nicht erst entstanden, wenn gezielt und regelmäßig Entspannung eingesetzt würde. Als Entspannungstechnik mit unmittelbaren positiven Wirkungen und auch langfristigen Auswirkungen hat sich das Autogene Training erwiesen. Diese Technik lässt sich in Kursen unter Anleitung gut erlernen. Beim Autogenen Training werden zielgerichtet und bewusst körperliche Entspannungsreaktionen hervorgerufen und auf diese Weise körperlichen wie auch psychischen Anspannungen entgegengewirkt. Durch regelmäßiges Üben verstärkt sich die Wirkung des Autogenen Trainings und führt zu tiefer Entspannung – im Alltag präventiv, aber auch langfristig. Das Üben von Autogenem Training verschafft regelmäßige Entspannung und Entlastung im Alltag.

Wie kann man nach einem stressigen Tag am besten entspannen?
Nach einem stressigen Tag, der voller Aufgaben, Termine, Gedanken und Planungen war, brauchen Körper und Psyche Entspannung. Sie müssen regenerieren, verarbeiten und zur Ruhe kommen. Machen Sie den Entspannungs-Check! Nehmen Sie für einige Minuten Ihre Atmung und Ihre Muskulatur bewusst wahr – egal ob im Sessel, beim Abwasch oder im Wartezimmer. Im Stress wird unsere Atmung kurz und flach, unsere Muskeln spannen sich an. Atmen Sie nun einige Minuten langsam und tief ein und aus. Lassen Sie sich beim Ausatmen besonders Zeit. Lockern Sie bewusst Ihre Muskulatur – viele unserer Muskeln sind überflüssig angespannt. Gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit alle Ihre Muskelgruppen durch – von oben nach unten und lassen Sie immer ein Stückchen mehr los – so dass sich zum Beispiel Ihre Schultern merklich senken. Durch die gleichmäßige und tiefe Atmung sowie das Entspannen der Muskulatur wird Stresssymptomen unmittelbar entgegengewirkt. Wichtig ist es nun, genau „hinzuspüren“, was Sie brauchen – nicht müssen, sondern brauchen. Was würde Ihrem Körper nun gut tun? Was brauchen Sie, um Dampf abzulassen? Was, um zur Ruhe zu kommen? Fragen Sie sich, wenn Sie nach Hause kommen oder die Kinder endlich ins Bett gebracht sind, was brauchen Sie nun? Setzen Sie das unmittelbar um! Leichter fällt uns Entspannung, wenn unsere Grundbedürfnisse befriedigt sind, die im hektischen und überladenen Alltag oftmals aus dem Blick geraten. Tanken Sie bei einem ruhigen Spaziergang frische Luft, atmen Sie an einem offenen Fenster oder auf dem Balkon tief und langsam die frische Luft ein. Nehmen Sie sich ein Glas Mineralwasser mit ein paar Spritzern Zitronensaft und trinken Sie Ihr Getränk genüsslich auf dem Sofa sitzend bei Kerzenschein. Schneiden Sie frisches Obst in kleine Stückchen, essen und genießen Sie in aufrechter Haltung auf einem Kissen. All das braucht nicht viel Zeit – 10 bis 30 Minuten reichen völlig aus, um einen Moment für sich zu schaffen. Machen Sie sich zu Hause ein Duftöl an – Lavendel beruhigt, Orange und Grapefruit wirken entspannend und Zitrone erfrischend. Ein warmes Schaumbad mit angenehmem Duft ist bei Kerzenlicht oder ruhiger, sanfter Musik ein i-Tüpfelchen jeder Entspannung.

Wenn Sie nähere Informationen zum Krankheitsbild, Ursachen, Symptomen und Therapiemöglichkeiten von Burnout und Depressionen suchen, besuchen Sie die Seite http://www.hilfe-bei-burnout.de/.

imedo stellt verschiedene Infocenter für Sie bereit, beispielsweise zum Thema „Innere Unruhe“ oder zum Thema „Burnout“.

Und wenn Sie auf der Suche sind, nach einem unvergesslichen Urlaub und die wunderschöne Berg- und Dschungellandschaft des Sri Lanna Nationalparks genießen und entspannen wollen, dann ist vielleicht Reiten in Thailand genau das richtige für Sie.

Redaktion: Sven-David Müller und Marcel Kresin
Bildquelle: pixelio.de, Cisco Ripac / pixelio.de, Birgit H.

Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen – Anzeichen für Burnout

Tags: , , , , , , ,


Nach Schätzungen von Burnout-Experten sind 20 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland von depressiven Leiden betroffen. Das Burnout-Syndrom und Depressionen werden immer mehr zu Volkskrankheiten. Der Medizinjournalist Sven-David Müller von Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de sprach mit Universitätsprofessor Doktor Jürgen Spona aus Wien über Anzeichen und Ursachen von Burnout und Depressionen und die Unterschiede zwischen den beiden Erkrankungen.

Was ist das Burnout-Syndrom?
Univ.-Prof. Dr. Spona: Der Begriff Burnout-Syndrom existiert erst seit den 1970er Jahren und es gibt an sich keine einheitliche „harte” Definition dafür. Durch alle Definitionen zieht sich aber dennoch ein roter Faden an Symptomen. Die charakteristischen Merkmale sind körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung, anhaltende physische und psychische Leistungs- und Antriebsschwäche, sowie der Verlust der Fähigkeit, sich zu erholen. Ebenso ist eine abweisende Grundstimmung gegenüber den Mitmenschen und der eigenen Arbeit festzustellen. Psychosomatisch kommt es in der Folge zu einer Schwächung des Immunsystems und dadurch häufiger zu Infektionskrankheiten. Weitere Symptome sind oft Verspannungen, Schlafstoerungen, Kreislaufprobleme, Verdauungs- und Essstörungen sowie bei fortgeschrittener Erkrankung auch Herzbeschwerden, Geschwüre im Magen-Darm-Trakt, schwerer Tinnitus, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch Alkoholkrankheit sowie Missbrauch und Abhängigkeit von Medikamenten und anderen Drogen können in der Folge auftreten. Eines ist bei dieser Definition aber auch klar: Wer ausgebrannt ist, muss einmal gebrannt haben. Das heißt, dass jemand mit großem Enthusiasmus und Engagement tätig war, bevor er oder sie dann seine Tätigkeit nur mehr unter großen Anstrengungen ausüben kann.

Wie unterscheidet sich ein Burnout von einer Depression?
Im fortgeschrittenen Stadium von Burnout, das sich vor allem in einer völligen Antriebsschwäche äußert, verschwimmen die Grenzen zwischen diesen Diagnosen. Die Unterschiede liegen wohl eher in den Ursachen. Die Ursache für Burnout kann man am besten mit einem Missverhältnis zwischen den Anforderungen von außen und den eigenen Ressourcen beschreiben. Dabei können diese überhöhten Anforderungen durchaus auch „hausgemacht”, also objektiv völlig unrealistisch sein. Dieser Prozess zieht sich immer über einen längeren Zeitraum hin. Bei Depressionen nimmt man ein Zusammenwirken von Belastungen und einem Mangel an Botenstoffen im Gehirn als Hauptursachen an. Eine genetische Disposition kann auch eine Rolle spielen, wobei all diese Faktoren unterschiedlich gewichtet sein können. Eine Depression kann auch ziemlich unvermittelt auftreten.

Wie aktuell ist das Thema Depression und Burnout?
Das Thema Burnout und Depression ist brandaktuell. Man nimmt an, dass 20 Prozent aller Erwachsenen schon mindestens eine depressive Episode hinter sich haben, wobei bereits auch Kinder und Jugendliche betroffen sind. Nur die Hälfte davon wird adäquat behandelt. Statistisch hat sich die Zahl der Krankenstandstage wegen psychischer Leiden seit 1991 verdoppelt. Bezüglich Burnout gibt es verschiedene Untersuchungen, man kann sicherlich annehmen, dass mindestens 10 Prozent der arbeitenden Bevölkerung gefährdet sind.

Sind vom Burnout-Syndrom nur Manager betroffen?
Keinesfalls sind nur Manager vom Burnout-Syndrom betroffen. Wir erinnern uns zwar noch an den früher häufig gebrauchten Ausdruck „Manager-Krankheit” für die Folgen von Überlastung und Erschöpfung. Mittlerweile muss man aber davon ausgehen, dass durch die objektiv gestiegenen Anforderungen und Belastungen ein wesentlich größerer Personenkreis betroffen ist. Der Knackpunkt ist sicherlich die andauernde Belastung, der die Menschen heutzutage unterliegen. Für kurzzeitige Stressoren hat der Organismus gute Antworten, aber einer ständigen Dauerbelastung an der Obergrenze des Möglichen ausgesetzt zu sein, überfordert den modernen Menschen sehr häufig.

Was sind die Ursachen von Depressionen und Burnout?
Die Ursachen von Depressionen und Burnout sind vielfältig. Fast immer sind solche Zustände mit Stoffwechselveränderungen verbunden, die sich in einem Mangel an Botenstoffen im Gehirn äußern.

An welchen Anzeichen kann man erkennen, dass man an einer ständigen Überbelastung (Burnout) leidet?
Eines der ersten Anzeichen für das Burnout-Syndrom ist sicherlich eine chronische Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse und ein Übersehen der eigenen Grenzen. Dies führt in weiterer Folge zu Fehlleistungen wie Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche und zu Energiemangel und Schwächegefühl auf der körperlichen Ebene. Dem versucht man dann in der Regel mit vermehrtem Konsum von Kaffee oder anderen Aufputschmitteln zu begegnen. Dies versetzt aber den Körper weiterhin in einen ständigen Alarmzustand, was natürlich kontraproduktiv ist. Es kommt zu Schlafstörungen und ständiger Müdigkeit. Auch psychosomatische Zeichen wie beispielsweise Herzklopfen, Magenbeschwerden und eine verringerte Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen können auftreten. Man fühlt sich zu müde für Dinge, die einem sonst eigentlich Freude bereiten, beispielsweise der Pflege von sozialen Kontakten.

Informationen, Tipps und Hilfe bei Burnout bietet das imedo-Infocenter “Burnout”.

Weitere Informationen zum Thema Burnout erhalten Sie auf der Seite
http://www.hilfe-bei-burnout.de/.

Die imedo-Gesundheitscommunity bietet die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, beispielsweise in der Gruppe „Burnout“.

Redaktion: Sven-David Müller (Medizinjournalist) und Marcel Kresin
Bildquelle: pixelio.de, Marika Kude / imedo-Infocenter Burnout

Gegen Burnout hilft auch Entspannung

Tags: , , , , , ,


Viele Menschen stecken ihre ganze Kraft und ihr volles Engagement in ein Projekt, meist in den Job. Doch bei vielen ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem sie sich ausgebrannt, erschöpft und müde fühlen. Das Burnout-Syndrom wird immer mehr zu einer Volkskrankheit.  Sven-David Müller, Kommunikationsleiter des Internet-Gesundheitsportals imedo, befragte die psychologische Beraterin und Entspannungspädagogin Almut Carlitscheck aus Berlin zu Symptomen, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugungsmaßnahmen bei Burnout.

Ist der Burnout ein Grund zum Arzt zu gehen?
Dipl.-Päd. A. Carlitscheck: Ja, auf jeden Fall! Ein Burnout muss von einem Arzt diagnostiziert werden. Er leitet dann weitere Schritte der Behandlung ein. Je nachdem in welcher Phase der Erkrankung sich der Patient befindet, sind unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll und angemessen. Ohne professionelle Hilfe ist eine wirksame und nachhaltige Genesung nicht möglich. Selbsttherapie greift zu kurz und kann allenfalls kurzfristig für Entlastung sorgen. Mit Symptombekämpfung alleine ist es nicht getan. Langfristig muss ein neuer Umgang mit dem Alltag, sich selbst und belastenden Situationen erlernt werden. Die eigene Leistungsfähigkeit sowie das eigene Bedürfnis zur Entspannung und Regeneration müssen wahrgenommen und realistisch eingeschätzt werden können. In einigen Fällen reicht es aus, eine Kur zu verschreiben oder der belastenden Situation, beispielsweise am Arbeitsplatz durch einen Arbeitsplatzwechsel zu entgehen. Ein Burnout-Syndrom verschwindet jedoch nicht einfach wieder von alleine. Der Arzt kann eine gezielte Psychotherapie verschreiben und, falls erforderlich, auch eine psychopharmakologische Behandlung in Form von Antidepressiva einleiten. Zu beachten sind beide erkrankten Komponenten – der Körper und die Psyche.

Wie stellt der Mensch eigentlich fest, ob er unter einem Burnout leidet?
Erste Symptome eines Burnout-Syndroms können eine ohne deutlich erkennbaren Grund auftretende Nervosität sein sowie Aktionismus bis hin zur Hyperaktivität. Ein Tätigkeitsbereich des Alltags – Beruf, Familie, Ehrenamt etc. – wird zum drastischen Lebensmittelpunkt, dem alle anderen Bereiche – einschließlich der eigenen Gesundheit und der eigenen Bedürfnisse – untergeordnet werden, oft kompromiss- und pausenlos. Erholungs- und Entspannungsphasen werden immer weniger bis gar nicht mehr eingebaut. Ein zum Beispiel zeitliches Ende dieser einseitigen Fokussierung ist nicht in Sicht. Dieses eingeschränkte Streben hat oftmals einen beobachtbaren sozialen Rückzug sowie eingeschränkte Gesprächsthemen zur Folge. Betroffene leiden unter chronischer Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Magen-/Darmbeschwerden, andauernden Kopfschmerzen, Angstzuständen, depressiven Verstimmungen, erhöhter Reizbarkeit und suchen Entlastung in schnell aber kurzfristig wirksamen Methoden wie Alkohol, Zigaretten, in der Computer- und Fernsehwelt, im Essen (…). Jedes einzelne Symptom ist noch keine Burnout-Erkrankung. Es sind einzelne Anzeichen von Übermüdung, Stress und ein Hinweis, dringend Entspannung und Erholung in den Alltag einzubauen. Treten diese Symptome jedoch in unterschiedlicher Gewichtung gehäuft und gemeinsam auf und sollten sie trotz bewusst eingebauter Phasen der Erholung – seien es ein paar ruhige und Abwechslung bietende Stunden am Abend oder am Wochenende – nicht deutlich gemildert werden, so ist ein Arztbesuch dringen anzuraten.

Was sind die ersten Anzeichen für ein Burnout?

Nicht jedes intensive Arbeiten und Fokussieren auf einen Lebensbereich führt automatisch zum Burnout. Oftmals ist eine Fokussierung sogar sinnvoll und angemessen. Kann sich der einzelne jedoch nach Abschluss eines Projektes, nach einer Prüfung oder einer anderweitig angespannten Phase nicht wieder in den „normalen“ Alltag zurückziehen oder fällt es ihm schwer, neben einer besonderen Aufgabe auch andere Dinge wahr- und ernstzunehmen – wie die eigenen Bedürfnisse nach ausreichend Schlaf, ausgewogener Ernährung, Ruhephasen oder auch das soziale Umfeld etc. – und dreht sich sein Handeln und Denken tagein und tagaus fast ausschließlich um die eine Tätigkeit, so ist das Risiko, einen Burnout zu erleiden, deutlich erhöht. Ein Mensch, der unter besonderer Belastung steht – im Beruf, im sozialen Umfeld etc. – kann folgende Dinge an sich selbst beobachten: Bin ich nach 6 bis 8 Stunden Schlaf morgens wirklich erholt und gestärkt? Schlafe ich ungestört ein und durch? Habe ich neben dieser wichtigen Aufgabe andere Dinge oder Themen im Leben, die mich begeistern und mit denen ich mich gerne umgebe und beschäftige? Plane ich bewusst Pausen in den Alltag ein? Wie gestalte ich meine Freizeit? Habe ich überhaupt freie Zeit und nehme diese wahr? Was und wie esse ich? Esse ich regelmäßig an einem Tisch sitzend? Gehe ich regelmäßig an die frische Luft und mache wenigstens einen kurzen, ruhigen Spaziergang? Kreisen meine Gedanken kreisförmig tagelang um die gleiche Sache? Wie geht es meinem Körper? Wie geht es mir? Erste Anzeichen eines Burnouts können auf diese Weise erkannt werden. Warnsignale sind eine ständige Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Einseitigkeit in Themen und Gestaltung des Tages, sozialer Rückzug, dauernde Nervosität, Grübelei und Traurigkeit.

Was empfehlen Sie Menschen, die unter Burnout leiden?
Ich empfehle an erster Stelle, die an sich selbst beobachteten Symptome ernstzunehmen. Sie müssen nicht zwangsläufig ein Burnout sein – können aber dahin führen. Auf jeden Fall ist ein Arzt aufzusuchen, dem die an sich selbst beobachteten Symptome geschildert werden sollten. Der Arzt stellt dann die Diagnose Burnout-Syndrom und leitet weitere Schritte der Behandlung ein.

Lässt sich dem Burnout vorbeugen? Wenn ja, wie?
Einem Burnout lässt sich entgegenwirken, wenn rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Der in unserer Gesellschaft oft als normal angesehene hohe Stresspegel sollte kritisch im eigenen Alltag hinterfragt werden. Stress, Einseitigkeit von Aufgaben und Anforderungen, Begeisterung und Engagement für eine Sache/Tätigkeit, all das sind Ereignisse, denen der Mensch nicht 100prozentig ausweichen kann und auch nicht braucht. Jedoch ist es unablässig, neben Anspannung, Power und Energie auch die andere Seite der Gesundheitswaage zu fördern und bewusst im Blickfeld zu halten – Entspannung, Ruhe und Erholung. Gerade in Phasen des Stresses, der Belastung und unter besonderen – und oft einseitigen – Anforderungen müssen dringend Phasen der Ruhe und Regeneration in den Alltag eingebaut werden. Neben dem Erlernen einer Entspannungstechnik wie dem Autogenen Training gibt es unzählige alltagstaugliche Entspannungsmöglichkeiten. Kombinieren Sie ein ruhiges Schaumbad mit dem Trinken eines Kräutertees bei Kerzenschein und besinnlicher Musik, treffen Sie sich mit Freunden und gehen Sie ins Kino oder ins Schwimmbad, verabreden Sie sich mit anderen zum Tanzen, zu einem Spaziergang oder in ein Café, erlernen Sie etwas, was Sie schon immer können wollten – wie etwa eine Fremdsprache, ein Instrument oder einen besonderen Tanz. Versuchen Sie, Ihren Alltag nicht einseitig zu gestalten und sorgen Sie für Abwechslung. Das weckt die Lebensgeister und bringt neben Spaß Erholung und Regeneration in Ihren Alltag. Warten Sie nicht erst bis es Ihnen besonders schlecht geht, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die ersten Anzeichen von Stress, von Depression bis hin zu den ersten Anzeichen eines Burnouts führen oft zum Gegenteil dessen, was den Burnout ausgelöst hat: Viel Engagement führt zur Auspowerung, Energielosigkeit bis hin zur Lähmung; die Kraftreserven sind aufgebraucht. Wenn es soweit gekommen ist, helfen Präventivmaßnahmen nicht mehr und ohne professionelle Hilfe kommen Sie dann nicht mehr aus der Burnout-Falle heraus. Lassen Sie es nicht soweit kommen!

Weitere Informationen zum Thema Burnout erhalten Sie auf der Seite http://www.hilfe-bei-burnout.de/.

Wenn Sie mehr erfahren wollen über die Entspannungstechniken von Frau Carlitscheck, klicken Sie auf ihre Webseite: www.almutcarlitscheck.de

Informationen, Tipps und Hilfe bei Burnout bietet das imedo-Infocenter.

Redaktion: Sven-David Müller (Medizinjournalist) und Marcel Kresin
Bildquelle: pixelio.de, Günter Havlena / www.imedo.de/infocenter/burnout

Burnout mit Aminosäuren behandeln

Tags: , , , , , ,


Experteninterview des Gesundheitsportals www.imedo.de und mit dem Burnout und Aminosäuren Experten Prof. Dr. Jürgen Spona aus Wien

Zunehmende Arbeitsbelastung, Stress und dauerhafte mentale Anspannung sind schon lange nicht mehr das alleinige Problem von Managern – immer mehr Menschen in unserem Gesellschaftssystem leiden mittlerweile unter dem Burnout-Syndrom und verfallen in Folge dessen häufig in eine Depression. Doch so weit muss es nicht kommen: Wissenschaftler wie der Burnout Experte Prof. Dr. Jürgen Spona* weisen auf die Möglichkeiten der natürlichen Aminosäuren hin, die individuell abgestimmt eine wirksame Therapie gegen die Symptome von Burnout und Depressionen darstellen können. Der Redaktionsleiter der imedo-Gesundheitsnews Andreas Köster führte das Interview.

Andreas Köster von imedo.de: Sehr geehrter Professor Spona, wie bedeutend ist das Thema Burnout insgesamt und weiß man, wie viele Menschen in Europa darunter leiden?

Jürgen Spona: Das Thema Burn-out gewinnt immer mehr an Bedeutung, wobei allerdings keine strengen, wissenschaftliche Diagnose-Kriterien festgelegt sind. Vorsichtige Schätzungen gehen aber davon aus, dass mindestens 10 Prozent der arbeitenden Bevölkerung im Laufe ihres Lebens davon betroffen sind. Früher sprach man von der sogenannten „Manager-Krankheit“. Heute geht man aber davon aus, dass der Personenkreis wesentlich größer ist. Er umfasst neben Managern, auch Pflegekräfte, Ärzte, Lehrer, Hausfrauen und Schüler. Im Jahr 2007 gaben mehr als die Hälfte der in Deutschland ärztlich behandelten Patienten psychische Probleme wie Depression oder Burnout als Grund an. Kürzlich erhobene Zahlen sprechen dafür, dass 70 Prozent der Manager in Deutschland an Burnout leiden.

A. Köster von imedo.de: Welche klassischen, therapeutischen Maßnahmen gibt es zur Behandlung des Burnout-Syndroms?

J. Spona: Der Schwerpunkt liegt sicherlich bei psychotherapeutischen Methoden und Anleitung zu Stress-Reduktion. Zuweilen ist auch eine ärztliche Therapie mit Medikamenten notwendig. Auch moderate körperliche Betätigung erwies sich als sinnvoll.

A. Köster von imedo.de: Welche Behandlungsmöglichkeiten existieren neben den klassischen Möglichkeiten, um die Symptome zu bekämpfen?

J. Spona: Eine optimale und gezielte Zufuhr von Nährstoffen hat sich bei Burnout als sehr hilfreich erwiesen. Zahlreiche Forschungsarbeiten konnten die positive Wirkung von Aminosäuren belegen.

A. Köster von imedo.de: Bitte erklären Sie uns ganz kurz, welche Funktion und Aufgaben Aminosäuren im menschlichen Körper haben.

J. Spona: Aminosäuren sind die Bausteine von Eiweiß (Protein) und hiermit essentiell für zahlreiche Körperstrukturen wie Haut, Schleimhäute, Muskeln, Botenstoffe im Gehirn, den meisten Hormonen und allen Enzymen. Man kann sagen, dass im Rahmen der Nahrung Fette und Kohlenhydrate hauptsächlich dem Energieumsatz dienen, während Eiweißstoffe zusätzlich für die Bildung dieser Körperstrukturen wichtig sind, also nicht ersetzt werden können. Diese Strukturen erneuern sich fortlaufend das ganze Leben lang. Man kann sagen: Alle sieben Jahre ist ein Mensch „runderneuert“, der Bedarf ist also enorm.

A. Köster von imedo.de: Gibt es wissenschaftliche Nachweise für den Effekt und die Wirksamkeit von Aminosäuren?

J. Spona: Es gibt zahllose wissenschaftliche Untersuchungen dazu. Eine eigene Forschungsarbeit weist zum Beispiel nach, dass die Erholung von Patienten mit major depression, also schwerer Depression, signifikant schneller verlief, wenn diese Patienten neben einem Antidepressivum zusätzlich Aminosäuren erhielten.

A. Köster von imedo.de: Ist es möglich, durch einen höheren Proteinkonsum so viele Aminosäuren aufzunehmen, dass positive Effekte erzielt werden können?

J. Spona: Im Prinzip sollte das möglich sein, in der Praxis erweist sich dies allerdings sehr häufig als schwierig. Dies gilt vor allem für jene Personen, bei denen die Aufspaltung oder die Aufnahme der Aminosäuren über die Darmschleimhaut nicht gut funktioniert.

A. Köster von imedo.de: Was raten Sie als Wissenschaftler Menschen mit Burnout um festzustellen, ob eine Aminosäure-Substitution in ihrem individuellen Fall hilfreich ist?

J. Spona: Man kann durch eine Blutanalyse eventuelle Aminosäure-Mängel feststellen und daraus Schlüsse für eine eventuelle Substitution mit Aminosäuren ziehen.

A. Köster von imedo.de: Muss die Einnahme von Aminosäure-Präparaten mit anderen Vitalstoffen kombiniert werden? Was muss man beachten?

J. Spona: Es ist sinnvoll, das zu tun. Vitamine und Mineralstoffe sind notwendige Hilfsstoffe für den Aminosäure-Stoffwechsel. Zusätzliche hilfreiche Stoffe sind Pflanzenextrakte, da diese neben den Aminosäuren die zweite Säule bei der Bekämpfung der freien Radikale darstellen, welche die Zellen schädigen können.

A. Köster von imedo.de: Welche Effekte hat die individuelle Aminosäuren-Therapie?

J. Spona: Durch eine solche Aminosäuren-Therapie kann, kurz gesagt, die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit verbessert werden. Sie kann auch bei Schlafstörungen hilfreich sein und nebenbei auch die Fettverbrennung ankurbeln und den Heißhunger auf Süßes dämpfen. Auch die Häufigkeit von Infekten nimmt deutlich ab.

A. Köster von imedo.de: Welche Risiken und Nebenwirkungen kann eine solche Aminosäuren-Therapie bergen?

J. Spona: Da es sich bei Aminosäuren um natürliche Bausteine von Eiweiß (Protein) handelt, die der Körper unbedingt benötigt und die Therapie individuell für jeden Einzelnen ermittelt wird, gibt es praktisch kein Risiko und auch keine gravierenden Nebenwirkungen.

A. Köster von imedo.de: Muss eine solche Aminosäuren-Therapie dauerhaft angewendet werden oder ist eine zeitlich begrenzte Kur ausreichend?

J. Spona: In den meisten Fällen bemerkt man die positiven Effekte innerhalb des ersten Monats, wobei zur Festigung aber mindestens eine dreimonatige Aminosäuren-Kur zur Behandlung von Burnout oder Depressionen sinnvoll ist. Wenn allerdings die äußeren Belastungen unverändert bleiben, ist eine dauerhafte Anwendung sinnvoll. Dies hängt von der individuellen Befindlichkeit jedes einzelnen Anwenders ab. Es besteht jedenfalls keinesfalls eine Gefahr einer Gewöhnung oder eines Suchtpotentials.

Auf imedo.de finden Betroffene umfassende Informationen über den Zustand der Erschöpfung im Infocenter „Burnout“.

In der imedo-Gesundheitscommunity können Sie sich mit anderen Menschen in der Gruppe „Depression“ über Erfahrungen und andere Therapiemöglichkeiten austauschen.

„Energie statt Stress: Wege zur Stressbalance“, erfahren Sie in den imedo-Gesundheitsnews, wie Sie eine Überbelastung vermeiden und eine Balance zwischen Anspannung und Entspannung finden können.

___________________________________________________________________________

*Prof. Dr. Jürgen Spona promovierte an der Universität Wien im Fach Chemie. Nach seinem Studium war er insgesamt zwei Jahre in den USA als Postdoctoral Fellow und Research Associate an den Universitäten Princeton, Penn State, Cornell Medical School und am NIH tätig. Auf der Basis dieser Tätigkeiten baute er an der Universitäts-Frauenklinik Wien das Hormonlaboratorium auf. Er war Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Experimentelle Endokrinologie, das sich mit Fragen des Aminosäuren-Stoffwechsels und mit der Anwendung von Aminosäuren bei Befindlichkeitsstörungen (Burnout, Depressionen) sowie beim Sport zur Leistungssteigerung beschäftigte.

Aktuelle Interviews auf www.1000aerzte.de

Mein Favorit unter Omas Hausmitteln ist Zuhören! Das hat mir damals auch das Gefühl gegeben, verstanden zu werden und wichtig zu sein.

Jetzt Interviews lesen!

Werbung