Nikotin: Sucht und Entwöhnung des Rauchers

07. April 2009

Raucher haben es nicht leicht. Ständig im Kampf, ihrem Hobby auch in Kneipen nachgehen zu dürfen, steigen zudem die Preise für Zigaretten kontinuierlich an. Ein Leben ohne den Glimmstängel wäre für jeden Raucher also nicht nur entspannter, sondern auch noch billiger. Dr. Thomas Höhn und das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de erklären die Wirkung des Nikotins und zeigen Wege aus der Sucht.

Aufgrund der kontroversen Diskussionen über das Rauchverbot und der aktuellen Forschungsergebnisse über die Gesundheitsgefährdung durch Tabakrauch ist es sinnvoll, konkrete Schritte zur Raucherentwöhnung zu unternehmen.

Rauchen: teueres Hobby

Jedem Raucher sollte bewusst sein, dass er durch seinen Genuss, den er aus dem Saugen an der Zigarette und dem Inhalieren bezieht, nicht nur sich selber, sondern auch Menschen in der Umgebung durch Passivrauchen gesundheitlich gefährdet. 380 Millionen Zigaretten werden täglich konsumiert. Rauchen verursacht hohe Kosten für die Gesellschaft, jährlich 20 Milliarden Euro – davon fünf Milliarden Euro durch medizinische Behandlung und 15 Milliarden durch Arbeitsausfall. Raucher kosten die Gesellschaft im Verlauf ihres Lebens mehr als doppelt so viel wie Nichtraucher. 30 Prozent der Deutschen über 15 Jahren rauchen. Je niedriger die Schulbildung und das Einkommen sind, desto höher ist der Raucheranteil in der Bevölkerungsschicht.

Nichtraucherschutz

Der Nichtraucherschutz wird massiv verstärkt. Seit September 2007 gilt in allen öffentlichen Einrichtungen, wie Verkehrsmitteln, Behörden und Bahnhöfen, ein generelles Rauchverbot. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen keine Tabakwaren kaufen, die  Übergangsfrist für Automatenverkauf galt bis zum 1. Januar 2009. Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld in Höhe von 1000 Euro bestraft.

Steckbrief des Nikotins

Nikotin wirkt körperlich und psychisch Sucht erzeugend, die Wirkung setzt binnen Sekunden ein. Es beeinflust verschiedene Botenstoffe des Nervensystems, wie Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin, Serotonin, und kann dadurch beruhigend und stimulierend wirken, je nach der individuellen Ausgangslage des Betroffenen. Erst reizt, dann lähmt es das Gehirn, dann folgt die Regeneration. Pulsbeschleunigung, Verschlechterung der Durchblutung der Haut, Zunahme des Zell und Atemgiftes Kohlenmonoxid, Blutdruckanstieg und Verschleimung der Lunge können die Folgen sein.

Wasserpfeife als Alternative zur Zigarette?

Seit 2001 bieten immer mehr Kneipen und Cafés aromatisierten Tabak mit der Wasserpfeife an. Durch die Wasserkühlung kann der Rauch tiefer inhaliert werden, die Schleimhaut wird weniger gereizt und die beigefügten Aromen fördern den Konsum. Was viele Menschen nicht wissen: Während einer Sitzung wird so viel Nikotin konsumiert, wie in 100 filterlosen Zigaretten enthalten ist. Ein zusätzliches Problem ist die mangelhafte Hygiene. Wasserpfeifen sind ideale Brutstätten für die gefährlichen Tuberkulose-Bakterien und Pseudomonas aeruginosa, auch Grünspan genannt, das Lungenentzündungen, Wundinfektionen und Blutvergiftungen hervorrufen kann.

Weitere Folgen des Rauchens sind direkte Lungenschädigung, chronische Einengung der tiefen Atemwege, Lungen-Überblähung, Krebs, Förderung von Stress-Schäden, Förderung verschiedener Krebsarten im gesamten Organismus, Schlaganfall und Herzinfarkt wegen Verengung der Herzkranzgefäße. Besonders gefährlich ist das Rauchen in der Schwangerschaft. Beim Ungeborenen kann es zu Wachstumsverzögerungen, Früh- oder Fehlgeburten kommen. Nach der Geburt steigt das Risiko des plötzlichen Kindstods.

Der Weg zur Raucherentwöhnung

Der Nikotinverzicht ist einer der effektivsten Präventionsmethoden in der Medizin. Erste Anlaufstelle für Betroffene ist der Hausarzt. Zwei von drei Rauchern haben mindestens einmal im Jahr Kontakt zu einem Arzt, meist Hausarzt, dabei kann auf das Problem hingewiesen und die Entwöhnung eingeleitet werden. Die Frage nach der Anzahl der Zigaretten pro Tag ist nicht genau genug, um eine Sucht zu erkennen. Es gibt spezielle Fragebögen, die Betroffenen Auskunft über den Grad ihrer Abhängigkeit geben.

Grundsätzlich sollten Raucher den Zeitpunkt ihrer Entwöhnung mit einem Arzt absprechen und den Tag des Beginns im engen Freundeskreis verkünden. Das schafft Motivation und fördert den Erfolgszwang. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Rauchen zu verlernen.

1. Akupunktur zusammen mit Merksätzen, die die Raucherentwöhnung unterstützen. Es bestehen die Optionen der Dauer-Ohrnadeln oder einer 30-minütigen Akupunktursitzung.

2. Nikotinersatzstoffe, die es rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen gibt. Nikotin wird zugeführt und die Dosis langsam abgebaut, ohne die Schadstoffe zuzuführen. Die Ersatzstoffe gibt es in Pflastern, aber auch weniger effektiv als Kaugummi, Inhalator, Nasenspray oder Lutschtablette.

3. Rezeptpflichtige Medikamente aus der Apotheke, wie beispielsweise Zyban oder Champix.

4. Verhaltenstherapie

5. Hypnose

6. Mit der Schlusspunktmethode hören Raucher von heute auf morgen auf mit dem Rauchen: An einem zuvor festgelegten Tag, an dem der Raucher endgültig mit dem Rauchen aufhören möchte, beendet der Raucher seine Sucht.

7. Neurolinguistisches Programmieren, kurz NLP – mit bestimmten Techniken passiv und aktiv den Rauchvorgang mit negativen Gefühlen koppeln. Eine manipulative Methode, die Erfolge aufweist, ist das Autogene Training. Es hilft, die Einsicht und den echten Willen ins Unterbewusstsein zu transportieren und dadurch die konditionierten Fehlhandlungen zu stoppen.

Kaffee kann zum Rauchen verleiten

Die größte Erfolgsrate hat laut Statistik eine Kombination aus Nikotinersatz und spezieller Verhaltenstherapie. Ehemalige Raucher trinken oft als Ausgleich für das fehlende Nikotin viel Kaffee. Sie vergessen dabei, dass während ihrer Nikotin-Zeit der Kaffee sehr oft zur Zigarette getrunken wurde. Das nennt man Koppelung. Der Kaffee-Geruch setzt den Wunsch nach einer Zigarette in Gang. Dazu kommt, dass der Koffeinspiegel nach dem Rauchstopp stärker ansteigt und durch seine zentrale Wirkung den Drang nach einer Zigarette steigert. Um dieses Problem zu umgehen, sollten Betroffene nach der letzten Zigarette lieber Tee oder Kräuter-/Früchte-Tees trinken.

Die imedo-Gesundheitsnews thematisieren das Rauchen als Krankheit und erklären, wie Raucherentwöhnung per SMS funktioniert.

Weitere Tipps und Tricks zur Raucherentwöhnung und wie Sie in 5 Stunden zum glücklichen Nichtraucher werden und Ihr Leben wieder aktiv genießen können, gibt Herr Mehlhorn auf seiner Seite gluecklicher-nichtraucher.de.

Bildquelle: tommyS, pixelio.de; Achim Lueckemeyer, pixelio.de

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3 Kommentare für diesen Artikel

  1. ARR schreibt:

    Was ist mit denen, die aus Prinzip nicht aufhören wollen und werden, egal wie weit die Einschränkungen und Preiserhöhungen noch gehen? Würden Sie versuchen diese Menschen irgendwann dann einfach zum aufhören zu zwingen?
    Ich gehöre natürlich zu diesen Menschen.

    ARR

  2. Heilpraktische Psychotherapie und Hypnose Nürnberg schreibt:

    Als ein erfolgversprechendes Vorgehen bei der Raucherentwöhnung in der therapeutischen Praxis hat sich eine Kombination mehrere oben genannten Methoden erwiesen.
    So können z.B. in drei Sitzungen Hypnose mit Verhaltenstherapeutischen Interventionen, NLP und der Schlusspunktmethode miteinander verbunden werden.

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine Studie der Universität Tübingen hinweisen (Schweizer, C.C. & Revenstorf, D.. Hypnotherapie bei Nikotinabusus)

    Nikotinersatzpräperate halte ich hingegen als ehr Nachteilig, da es sich dabei wieder um eine Krücke handelt. Die körperlichen Entzugserscheinungen sind bei mäßigen Rauchern, die weniger als 10-15 Zigaretten rauchen, sehr gering und gehören nach 1-3 Tagen der Vergangenheit an. Und selbst starke Rauchern (20 Zigaretten und mehr) haben die körperlichen Entzugseffekte nach 10 Tagen hinter sich.
    Werden die ehemaligen Raucher in dieser Zeit begleitet, schaffen diese das gut. Entspannungseffekte, die sie in Hypnose erleben, lassen sich ankern und dem Griff zur Zigarette entgegensetzen, so dass diese auch im Alltag in kritischen Situationen abrufbar werden.

  3. ulf genital schreibt:

    rauchen ist nicht gut!

9 Trackbacks für diesen Artikel

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