Blondes Haar: Gendefekt als Erfolgsgrundlage

23. Juli 2008

Vor rund 11.000 Jahren schuf die Natur durch einen Gendefekt die Erfolgsgrundlage vieler Frauen: das blonde Haar. Blondinen waren bei den Steinzeit-Männern wegen ihrer haarigen Auffälligkeit besonders begehrt. Haben Blondinen wirklich mehr Spaß? Diese These kann die Wissenschaft nicht belegen. Der Mythos um die Einzigartigkeit von Blondinen wird immer mehr entzaubert. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet.

Fünf Gene sind für die Augen und Haare zuständig

Eines der Gene, das Haaren ihre Farbe gibt, sitzt auf dem Chromosom 19. Es heißt HCL1. Eine geringfügige Änderung des Gens und anstatt brauner Haare, wachsen blonde Haare. Aufgefallen ist den Wissenschaftlern zunächst die große Vielfalt an Haar- und Augenfarben in Europa. 90 Prozent der Menschheit haben braune Augen.
In Nord- und Mitteleuropa aber blickt die Mehrheit durch graue, blaue oder grüne Augen. Fünf Gene sind normalerweise für die Augen und Haare zuständig. Nur in Europa und überall dort, wo die Ahnen der Europäer leben, gibt es sieben verschiedene Gene.

Wie entstand diese Vielfalt an Haar- und Augenfarben?

Umso weiter nördlich der Homo Sapiens im Laufe der Evolution zog, desto heller wurde seine Haut. Sie absorbiert das Sonnenlicht besser und der Körper kann dadurch das lebenswichtige Vitamin D produzieren. Das ist aber nicht allein der Grund für so viele verschiedene Haar- und Augenfarben. Der Wissenschaftler Sir Walter Bodmer sagt, dass es einen wichtigen, zusätzlichen Faktor gibt: die sexuelle Selektion. Bis vor 10.000 Jahren herrschte bei uns Eiszeit. Unsere weiblichen Vorfahren konnten bei den eisigen Temperaturen kaum Früchte sammeln. Sie waren daher stärker von den jagenden Männern abhängig, als Frauen, die in wärmeren Klimazonen lebten. Viele unerfahrene Männer starben während der Jagdzüge, was zu einem großen Frauenüberschuss führte. Die Konsequenz: Die Männer konnten sich ihre Frauen frei auswählen. Unter solchen Umständen war der sexuelle Selektionsdruck für die Entwicklung verschiedener Haar- und Augenfarben verantwortlich. Blonde Frauen waren einfach auffälliger.

Erfolgsgrundlage des blonden Haares: Seltenes wird bevorzugt

Der Evolutionsbiologe Mark Thomas vom University College London kann belegen, dass in der Natur Seltenes bevorzugt wird. An bestimmten Tierpopulationen kann er beweisen, dass Tiere mit seltenen Fell- oder Federfarben eine zeitlang mehr Nachwuchs erzeugen. So lange, bis sie sich im Genpool etabliert haben. Dann geht es umgekehrt weiter, eine andere Farbe wird selten und somit bevorzugt, der Zyklus beginnt erneut.

Sterben Blondinen aus?

Es ist nicht damit zu rechnen, dass in den nächsten sieben Generationen das „Blond“-Gen aussterben wird. Sein Anteil wird aber drastisch zurückgehen. Forscher schätzen, dass es weltweit nur noch etwa 14 Prozent echte blonde Männer und Frauen gibt. Ursache für den langsamen Rückgang ist der Charakter des verantwortlichen Gens. Das Gen mit dem Merkmal „blond“ ist rezessiv. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass sich ein dominantes Gen, nämlich das mit einer dunkleren Haarfarbe, durchsetzt. Nur, wenn zwei solcher rezessiven Gene zusammenkommen, setzt sich diese Eigenschaft durch.

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Bildquelle: Lea M., pixelio.de; Konstantin Gastmann, pixelio.de

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2 Kommentare für diesen Artikel

  1. Andreas Gruner schreibt:

    Nette Auskunft,
    aber woher ist das mit den 11.000 Jahren? Und wo geschah das zu erst?
    Dann war dos doch wohl, bevor Indogermanen nach Europa kamen.
    Waren die ersten Blonden Verwandte der Cromagnon, und evtl. der heutigen Basken?
    Wür4de ich ja schon gerne wisen?
    Andreas Gruner

  2. Ludwig Köllmann schreibt:

    Nachlesen in der Zeitschrift bild der wissenschaft:
    Thorwald Ewe: Das Schicksal der Blondinen.
    Helle Haarfarben Rot und Blond sind wahrscheinlich eine Anpassung an die Breitengrade, wo die Europäer leben und eine Begleiterscheinung von heller Haut.
    Unter der schwachen Sonne Mittel- und Nordeuropas war es vorteilhaft, weniger Pigment in der Haut zu haben: Das wichtige Vitamin D3 wird bei auffallender UV-Strahlung vom Körper selbst in der Haut gebildet, – ein Problem für dunkel-häutige Menschen in höheren geografischen Breiten. Sie sind zu stark vor Sonnenlicht abgeschirmt und neigen daher zu Vitamin-D3-Mangel. Das macht sich beispielsweise bei farbigen Einwohnern aus dem Commonwealth ins britische Mutterland bemerkbar – als Risiko für Rachitis und den Knocheaufbau u.a.m.

2 Trackbacks für diesen Artikel

  1. Blondinen bevorzugt | Das imedo-Gesundheitsblog schreibt:

    [...] dem Wunsch ganz blond zu werden, vertraute ich mich meinem Friseur an…leider! Aus blond-braun gesträhnt wurde [...]

  2. Lady in red: für Männer besonders attraktiv | imedo Gesundheitsnews schreibt:

    [...] Die imedo-Gesundheitsnews informieren auch über die Gesichtsfarbe als Spiegel der Seele und die Attraktivität blonder Haare. [...]

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