Harnwegsinfektionen und Blasenentzündung

17. Juni 2008

Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen betreffen jede zweite Frau mindestens einmal im Leben. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de erklärt, wie es zu dieser schmerzhaften Infektion kommt und wie man sich davor schützen kann.

50 Prozent der Frauen haben mindestens einmal in ihrem Leben mit einer Blasenentzündung, auch Zystitis genannt, zu kämpfen. Jährlich leidet etwa jede vierte Frau darunter. Männer bleiben weitestgehend von dieser Erfahrung verschont. Beim Mann geht eine Blasenentzündung fast immer mit einer Entzündung der Prostata einher, beziehungsweise eine akute oder chronische Prostataentzündung löst die anschließende Blasenentzündung aus. Anatomisch gesehen ist die Harnröhre der Frau viel kürzer ist als die des Mannes. Es kommt also sehr viel schneller zu einem Aufsteigen von Keimen in die Blase. Die Folge ist ständiger Harndrang mit geringen Harnmengen und brennenden Schmerzen beim Wasserlassen. In vielen Fällen ist der Harn sogar blutig. Zieht die Blasenentzündung weiter in die Harnleiter oder in die Niere kommt es in seltenen Fällen zu einer Nierenbeckenentzündung.

Was sind die häufigesten Ursachen einer Harnwegsinfektion?

Die Ursachen der Blasenentzündung sind vielschichtig. Mangelnde Hygiene im Intimbereich können wie auch sexueller Verkehr zu einer Infektion führen. Ebenso kann die Blasenentzündung die Folge einer Scheidenentzündung sein oder ist durch die Störung der Vaginalflora bedingt. Ein weitere Grund kann in einer Harnstauung liegen, diese kann durch einen Blasenkatheter, Nierensteine oder durch einen Schwangerschaft entstehen. Eine geschwächte Immunabwehr kann zu einer chronischen Blaseninfektionen führen.

Der Notfall-Plan bei Harnwegsinfektion

Es gibt einige Tipps, die die Heilung einer Blaseninfektion beschleunigen. Da die Entzündung aber meist sehr schmerzhaft verläuft, muss sie medikamentös behandelt werden. Das wichtigste beim Heilungsprozess einer Infektion ist das Trinken. Die schädlichen Keime vermehren sich im 20-Minuten-Takt und müssen ausgespült werden. Unterstützend helfen Blasen- und Nierentees, die es in allen Apotheken gibt. Kurzfristig helfen auch krampflösende Medikamente, wie beispielsweise Buscopan.

Schmerzlindernd wirken Sitzbäder, warme Lenden – oder Beinwickel oder eine Wärmflasche. Preiselbeersaft hilft den Harnwegsinfekten vorzubeugen. Die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe senken das Risiko, dass sich schädliche Bakterien in den Harnwegen einnisten. Einziges Manko: Der Saft muss in größeren Mengen getrunken werden und der Geschmack ist nicht jedermanns Fall. Alternativ ist er in Tablettenform mit hochdosiertem Cranberry-Extrakt erhätlich.

Den Geschlechtsverkehr sollte Patienten mit Harnwegsinfektionen für die Dauer der Entzündung unterlassen.

Arten der Blasenentzündung

Mediziner unterscheiden zwei Arten der Infektion. die unkomplizierte Zystitis und die komplizierte Zystitis. Bei der unkomplizierten Zystitis besitzt die Patientin keine Risikofaktoren, welche die Infektion begünstigen. Im Gegenteil zur komplizierten Zystitis. Hier liegen genau diese Risikofaktoren vor. Dazu zählen Schwangerschaft, Diabetes mellitus, Immunschwäche bedingt durch die Einnahme von Medikamenten, Blasenfunktionsstörungen bei Nervenerkrankungen und chronische Blasenentzündungen. Bei letzterem spricht man auch von einer Reizblase. Diese ist gekennzeichnet durch häufigen Harndrang bei geringer Urinmenge mit einhergehenden Schmerzen oder Inkontinenz.

Dabei handelt es sich um eine äußerst schmerzhafte chronische Harnblasenentzündung ohne Keimnachweis, deren Ursache noch nicht endgültig geklärt ist. Die verschiedensten Behandlungsansätze sind in Erprobung: In Frage kommt zum Beispiel die Gabe von Schmerzmitteln oder Antidepressiva. Eine anderer Möglichkeit sind Medikamente, die in die Blasen eingefüllt werden, zum Beispiel Dimethylsulfoxyd oder Hyaluronsäure. Auch eine Dehnung der Blase mit Wasser ist in Vollnarkose möglich. Bleibt die Behandlung erfolglos und entwickelt sich durch die chronische Entzündung eine Schrumpfblase, ist eine operative Entfernung der Harnblase die letzte Möglichkeit.

Über die weibliche Intimgesundheit informieren ebenfalls die imedo-Gesundheitsnews.

Diabetes mellitus kann eine Blasenentzündung hervorrufen. Die imedo-Gesundheitsnews informieren ausführlich über Diabetes mellitus. Lesen Sie auch: Zusammenhang zwischen Diabetes und Herpes, Diabetes und PAVK: mehr Amputationen

Bildquelle: Rainer Sturm, pixelio.de

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7 Kommentare für diesen Artikel

  1. anne schreibt:

    danke, war sehr informativ

  2. Martina schreibt:

    Das ist wahr. Beinahe jede Frau hatte doch schon einmal mit einer Blasenentzündung zu kämpfen. Ich gehöre zu denjenigen, die regelmäßig (das heißt mehrmals im Jahr) von einer solchen Entzündung betroffen sind. Und das sind wirklich Schmerzen, die möchte man seinem Feind nicht wünschen. Meine ersten Blasenerkältungen (ich war damals 16 oder 17 Jahre alt) waren sehr akut. Sie dauerten manchmal Wochen (!) und ich musste starke Antibiotika nehmen. Von da an leide ich nun auch regelmäßig (ja beinahe chronisch) an der Infektionskrankheit.

    Ich habe aber tatsächlich einen Weg gefunden, damit umzugehen und damit meine ich nicht den Weg zum Arzt, um mir Tabletten verschreiben zu lassen. Sobald ich nämlich merke, dass sich eine Blasenerkältung bei mir anbahnt, beginne ich zu trinken, zu trinken und nochmal zu trinken. Wasser, Apfelsaft und vor allem: Blasen- und Nierentee. Von dem Tee habe ich übrigens immer eine “Notfallpackung” bei mir im Vorratsregal stehen.

    Und das ist das Geheimnis: Seit ich ein Gefühl für mein Wohl- und auch Unwohlbefinden entwickelt habe, kann ich gut einschätzen, wann ich mit meinem “Trinkmarathon” beginnen muss, um erst gar keine richtige Blasenentzündung zu bekommen. Die ersten Anzeichen sind dann nämlich nach ein paar Stunden wieder vorbei und die Entzündung hat keine Chance auszubrechen. Und es hilft: Seit Jahren habe ich jetzt schon keine akuten Blasenprobleme mehr.

  3. NancyCallahan schreibt:

    Auch ich habe regelmäßig mit Blasenentzündungen zu kämpfen. Mir hilft nur ein starkes Antibotikum. Letztens wurde mir empfohlen mal ein Präparat auf homöopathischer Basis auszuprobieren (Cantharis C200). Hat damit jemand Erfahrung?

  4. bianca schreibt:

    typisch das die Männer wieder verschont bleiben.
    Ein sehr interessanter Beitrag, dass wirklich dieses bei einigen schon chronisch ist , hab ich garnicht gewusst.

  5. julie schreibt:

    ich bin 18 jahre und habe seit ca. 5 jahren immer wieder dieses problem, mal ist es eine blasenentzündung und mal eine harnwegsinfektion, ständig muss ich zum arzt rennen, obwohl ich trinke, trinke und nochmals trinke, manchmal fast drei liter am tag, nur wird und wird es nicht besser! immer wieder - was mir aufgefallen ist - fängt es an, wenn ich sehr viel stress habe…. OFt saß ich nachts bis zu 5 stunden auf der toilette, weil es nicht besser wurde, es sind so starke krämpfe, dass ich auch nicht aufstehen kann! mein arzt verschreibt mir aber jedes mal dasselbe und schickt mich nicht zu einem spezialisten! ich weiß nicht weiter und brauche dringend rat, denn neben der schule (ich steh kurz vor meinem abitur) kann ich das nicht verantworten!
    bitte um schnelle hilfe! (jule.schilde@gmx.net)

  6. Michaela schreibt:

    Hallo, ich hab dasselbe Problem: ich habe auch regelmässig (mehrmals im Jahr) Blasenentzündung. Ich hab dann auch so starke Schmerzen, dass ich richtige Heulkrämpfe bekomme und in einen Dämmerzustand verfalle. Der Arzt verschreibt mir immer das gleiche Antibiotikum und momentan mach ich eine Blasenkur (urovaxum), die aber nichts bringt. Hatte inzwischen schon wieder Blasenentzündung. Schau schon immer, dass ich alle Tipps einhalte: Kaisernatron trinken, viel trinken, keine säurehaltigen und zuckerhaltigen Getränke, immer warm halten usw. Bekomm sie aber auch meistens bei Streß! Wie kann das sein?

  7. Carolin schreibt:

    Hi, hab das selbe Problem.
    Werde jetzt bald 17 Jahre alt und ungefähr als ich 16 geworden bin hat es angefangen mit den dauernden Blasenentzündungen. Hatte seit Anfang diesen Jahres mittlerweile 7 oder 8 Stück, wobei es einmal sogar in eine Nierenentzündung ausartete. Keine schöne Angelegenheit :(
    Weiß einfach nicht was ich machen soll. Oft hab ich auch keine richtigen Blasenentzündungen, sondern alle ein bis zwei Wochen habe ich starke Blasen- und Harnröhrenschmerzen. Hängt oft mit Stress und Geschlechtsverkehr zusammen.
    Kennt irgendjemand vielleicht eine medizinische Ursache dafür?

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