Arbeit bedingt mehr Krankheiten

02. Oktober 2008

Die Erkrankungen bedingt durch die Arbeit nehmen nach Ansichten der Medizinerin Monika Rieger immer mehr zu. Doch berufsbedingten Krankheiten werden selten als diese behandelt. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de erklärt wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer präventiv dagegen vorgehen können.

Wegen der Zunahme von arbeitsbedingten Erkrankungen hat die IG Metall in Baden-Württemberg bessere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte gefordert. „Arbeit muss nicht krank machen, aber wir finden häufig ungünstige Arbeitsbedingungen die krank machen“, sagte der IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann auf einer Fachtagung der Gewerkschaft in Leinfelden-Echterdingen. Hofmann kritisierte, dass viele Arbeitgeber zu wenig Gesundheitsförderung und -prävention betreiben.

Psychische und physischer Erkrankungen durch Stress am Arbeitsplatz

Nach Ansicht der Tübinger Medizinerin Monika Rieger haben in den vergangenen Jahren arbeitsbedingte Erkrankungen in Deutschland deutlich zugenommen. Bei Befragungen habe sie den Eindruck bekommen, dass vermehrt Menschen psychische oder physische Störungen durch bestimmte Stressfaktoren am Arbeitsplatz haben, sagte die kommissarische Leiterin des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin am Uniklinikum Tübingen.

Rückenschmerzen und Mausarme durch schlechte Arbeitsbedingungen

„Viele psychische Erkrankungen haben ihren Ursprung in der Arbeit“, sagte Rieger. Beweisen ließen sich diese Ursachen allerdings nur sehr schwer. Daneben würden etwa muskulös-skeletttale Erkrankungen wie Rückenschmerzen oder Mausarme auftreten. Nicht alle dieser Krankheiten seien auch in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen. Weil die Unfallversicherungen für Berufskrankheiten aufkommen, müssen Experten diese einwandfrei als durch die Arbeit verursachte Krankheiten nachweisen.

Bereits die Römer hätten schon Zusammenhänge zwischen Erkrankungen und gewissen Arbeiten erkannt, erklärte Rieger. Heutzutage sei das Feld der Arbeitserkrankungen jedoch viel komplexer geworden, da auch die Arbeitswelt vielfältiger geworden sei. Vielfach würden Arbeitgeber inzwischen präventiv Erkrankungen vorbeugen. “Die haben auch keine Lust, dass ihre Angestellten krank sind. Schließlich sind sie ja das Wirtschaftsgut des Unternehmens”, sagte die Medizinerin.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können Erkrankungen vorbeugen

Hofmann kritisierte, dass nur 29 Prozent der Betriebe in Baden-Württemberg die seit 1996 gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung umsetzen. Mit diesem „hilfreichen Instrument“ ließen sich betriebliche Maßnahmen ableiten. „In der Folge können Gesundheitsförderung, Weiterbildung, Arbeitsgestaltung und Personaleinsatz effizient gestaltet werden“, sagte Hofmann.

Im Kern gehe es darum, wie Arbeit verändert werden müsse, um sie über Jahre hinweg ausüben zu können, ohne zu verschleißen und dauerhaft krank zu werden. In diesem Zusammenhang gebe es vor allem Handlungsbedarf durch die Zunahme stressbedingter Erkrankungen. !Hektik, Arbeitsdruck, Leistungsverdichtung und Mobbing machen krank und viele Führungskräfte sehen tatenlos zu“, kritisierte Hofmann.

Laut Rieger können aber auch Angestellte selbst präventiv einer Erkrankung vorbeugen, in dem sie etwa die Ergonomie am Arbeitsplatz optimieren. „Schreibtisch, Maus und Licht sollten ideal eingestellt sein“, sagt die Expertin. Letztlich könnte Arbeit auch positive Auswirkungen haben: „Sie gibt auch Halt. Es gilt also nicht immer der Grundsatz: Arbeit macht krank“, sagte Rieger.

Arbeitgeber sollten bemüht sein, Arbeitsbedingungen zu verbessern. Blaues Licht beispielsweise verhilft zu Konzentration. Informieren Sie sich mit Hilfe der imedo-Gesundheitsnews.

Bildquelle: Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

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