Wartezeit in der Arztpraxis vertreiben

13. November 2009

Leider müssen Patienten in Arztpraxen in Deutschland oft hohe Wartezeiten in Kauf nehmen, insbesondere Kassenpatienten. Das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de hat daher eine Onlineumfrage gestartet um herauszufinden, wie sich die Menschen die Zeit im Wartezimmer vertreiben. Zur Teilnahme an der Umfrage sind nicht nur die 80.000 Mitglieder der imedo-Gesundheitscommunity aufgerufen, sondern alle Internetnutzer und Patienten im deutschsprachigen Raum.

Die Wartezeit in deutschen Arztpraxen variiert von Fall zu Fall deutlich: Sie ist unter anderem abhängig davon, ob ein akutes Leiden vorliegt, eine Vorsorge-Untersuchung ansteht oder eine chronische Krankheit behandelt werden soll. Auch ist die Versorgungssituation in der jeweiligen Region entscheidend und ob es sich um eine fachärztliche oder hausärztliche Praxis handelt. Bei Ärzten mit einer hohen Spezialisierung, einem guten Ruf und auch mit gutem Praxismarketing ist ebenfalls mit höheren Wartezeiten zu rechnen.

Nicht zuletzt ist die Tatsache Ausschlag gebend, ob es sich bei dem Patienten um einen privat oder gesetzlich Versicherten handelt: 45 Prozent der Kassenpatienten ohne akute Beschwerden müssen trotz Termin länger als 15 Minuten warten, bis sie aufgerufen werden. Bei den privat Krankenversicherten sind es dagegen deutlich weniger und oft müssen sie gar nicht warten.

Wie sich die Patienten die Wartezeit in der Arztpraxis vertreiben, möchte imedo.de nun durch die Umfrage herausfinden, so Redaktionsleiter Andreas Köster. Die möglichen Antworten der Umfrage reichen von „Ich muss immer so lange warten, dass ich absichtlich später komme“ bis zu „Ich lese die Lesezirkel Zeitschriften im Wartezimmer.“ und können auf den imedo-Gesundheitsnews bis zum 15. Januar 2010 mit einem Klick abgestimmt werden.

Informationen zu den Wartezeiten bei einzelnen Ärzten können Patienten in der imedo-Arztsuche abgeben, beziehungsweise von den Erfahrungen anderer Nutzer profitieren.

Ein weiterer kostenloser Service von imedo.de ist der Krankenkassen-Vergleichsrechner.

Quellen:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1102/umfrage/wartezeit-in-der-arztpraxis/
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1103/umfrage/wartezeit-in-der-arztpraxis/

Artikel weiterempfehlen
Autor: ()

Autor kontaktieren

6 Kommentare für diesen Artikel

  1. Günther schreibt:

    Wartezeiten in der Praxis müssen in der Regel nicht sein. Bei mir als Zahnarzt wartet kein Patient, Ausnahmen bestätigen die Regel, länger als 15 Min. Das hängt mit der jahrelangen Erfahrung meiner Sprechstundenhilfe und der richtigen Einschätzung der Behandlungszeiten zusammen. Bei jeder Terminplanung wird auch noch eine Pufferzone berücksichtigt, sodass Akutfälle noch dazwischen geschoben werden können.

  2. BirgitKing schreibt:

    Arzttermine werden in der Praxis meiner Hausärztin schon seit langem nicht mehr vergeben. Wer morgens kommt, muss mit 2-3 Stunden Wartezeit rechnen. Dies gilt auch, wenn man sich vorher telefonisch “anmeldet” – also am gleichen Tag, es passiert aber häufig, dass man so (telefonische Anfrage) am selben Tag nicht mehr drankommt. Montags hat es gar keinen Zweck. Das finde ich einen unmöglichen Zustand. Neue Patienten werden übrigens gar nicht mehr aufgenommen. Ich habe mich nun nach tagelangem, vergeblichen Bemühungen für morgen früh “vormerken” können, um endlich nach 6 Wochen den Befund der Darmspiegelung durchzusprechen!!! Wer in der Grippezeit da die Stunden absitzt, hat garantiert hinterher ein paar unterschiedliche Viren eingesammelt…

  3. Speckwuerfel schreibt:

    Ich war bei 3 verschiedenen neurologischen Praxen – überall das selbe.
    Termine erst in einigen Monaten, schon vorab die Info, man solle sich auf längere Wartezeiten einstellen. 4 Stunden seien durchaus normal.
    Als ich in der Praxis war, katastrophale Zustände, Wartezimmer überfüllt. Dran kommt man nach Anwesenheitsliste – wer zwischendrin die Praxis verlässt (um z.B. etwas zu essen beim Bäcker gegenüber zu besorgen) landet wieder unten auf der Liste.
    Unverschämtheit!
    Als ich dann nach nur 3,5h endlich beim Doc drin war, wurde ich nach 5min Gespräch ohne Untersuchung wieder rausgeschmissen – die Untersuchung findet dann am nächsten Termin statt.
    Pha – das ich nicht lache!

  4. Peter schreibt:

    Als Privatversicherte,der bis zum dreifachen Satz des Kassenpatienten zahlt,
    möchte ich auch so behandelt werden.
    In Hannover klappt das auch sehr gut.Nachdem ich beruflich nach Brandenburg
    gegangen bin,wird hier oft kein Unterschiend mehr in der Wartezeit gemacht.
    Also gehe ich nur noch ambulant ins Krankenhaus,dort hat der Chefarzt immer
    Termine ohne Wartezeit frei.

  5. Dietmar schreibt:

    Schon vor Jahren war in einschlägigen Ärztezeitschriften zu lesen: Ein volles Wartezimmer ist kein Zeichen für die Beliebtheit eines Arztes, sondern dafür, daß er die Termine besser organisieren könnte. Wer stundenlang in einem WQartezimmer sitzen muß, gibt seine Lebenszeit dran – das sollte dem Arzt bewußt sein. Auch ohne medizinische Kenntnisse kann man erkennen, was für ein Verhältnis der Arzt zu seinen Patienten hat: Wenn im Wartezimmer nur uralte Lesezirkel-Hefte ausliegen oder ein paar zerfledderte Fremdenverkehrsprospekte, darf man ruhig annehmen, daß der Arzt zu geizig ist, sein Wartezimmer menschenwürdig auszustatten, oder daß er die Patienten für nützliche Idioten hält, denen man alles zumuten darf. Ich erscheine pünktlich zu einem vereinbarten Termin, und wenn ich zweimal, wie mir das bei einem Hautarzt passiert ist, unverrichteter Dinge weggehen muß, weil auf mich die nächste Verpflichtung wartet, und dazu noch mit einer schnippischen Antwort der Praxishilfe (“Wo kriegen Sie sonst so schnell einen Termin?” – Wochen im vorsus), dann ist das zweimal zu oft. Merke: Auch Fachärzte haben kein Monopol. Und mündige Patienten sollten ihnen das sagen.

  6. whitecastle68 schreibt:

    Irgendwie, kommt mir es bekannt vor, der langen Wartezeiten. War mal, bei einer ehem. Hausärztin. Da mußte ich insges., ca. 4 Std. warten. Erst schickte sie mich, bei Eis, Schnee, Wind, Regen u. Kälte, Minusgrade im Jan., für 2 Std. fort, um noch, Besorgungen machen, zu können. Mit der Begründung, sie müsse erst, die anderen Pstienten drannehmen. Dann solle ich, wieder kommen. Wohlgemerkt, nur für ein Rezept, einer Verordnung. Ich kehrte zurück. Dann mußte ich nochmals, knapp 2 Std. im Wartezimmer warten, unter lauter erkälteten u. wohl,grippekranken Patienten u. dann bekam ich endlich, nach langem Hin u. Her u. Trara, das Rezept der Verordnung. Nachdem ich lange genug, mit ihr herum diskutieren konnte, um überhaupt die Verordnung, das Rezept zu erhalten. Dann war ich natürlich, mind. 2 1/2 Std. durchnäßt, bei diesem Wetter im Jan. Es dauerte kaum 2 Tage, da fing ich mir, eine dicke Grippe ein, die wochenlang dauerte, bis ich wieder, auf der Reihe war. Bis ich wieder, richtig fit u. zu Allem in der Lage war, dauerte es ein knappes, halbes Jahr. Ja, da fing ich mir, genügend Viren u. Bazillen, wohl auch, Bakterien ein, bei solch langen Wartezeiten, nur für ein Rezept. Denn, es war nicht nur eine dicke Grippe, sondern auch, ein bakterieller Infekt. Kein Wunder. Wohlgemerkt, ging ich zu ihr, um 9.30 Uhr u. kam erst, um ca. 13.30 Uhr dran. So ist es dann, daß man sich noch, bei langen Wartezeiten, eine dicke Grippe u. bakteriellen Infekt einfängt, weil man sich, bei der langen Wartezeit, durchnäßt noch bei diesem Wetter, im Wartezimmer ansteckt. Mein jetziger Hausarzt hat viele Patienten u. hat einen guten Ruf, weil er sehr kompetent ist u. wirklich, etwas tut. Im Gegensatz, zu dieser Hausärztin, diese dann, ewig lange herumredet, aber so gut wie, nichts macht. Trotzdem, komme ich mit Termin, schon eine 1/4 Std. später dran. Ohne Termin, sind es auch nur, höchstens, eine 3/4 Std. bis Std. Wartezeit. Bei so vielen Patienten er hat. Echt akzeptabel. Aber, bei der ehem. Hausärztin ist es egal, ob man einen Termin hat, oder nicht. Es sind immer, die selben Wartezeiten.

Kommentar setzen