Gesundheitskolumne: Ist Bodybuilding gesund?

06. Juli 2009

Sportmediziner, Allergologen, Schwimmweltmeister, Kabarettisten und Ernährungsmediziner gehören zum großen Expertenteam des Internet-Gesundheitsportals www.imedo.de. Ab sofort berichten die Experten aus Funk und Fernsehen im wöchentlichen Wechsel darüber, was wirklich gesund ist, was Anfänger beim Sport beachten sollten und wie Pollen-Allergiker unbeschadet durch den Frühling und Sommer kommen. In dieser Woche: Professor Ingo Froböse informiert über gesundes Bodybuilding.

Ob auf Werbepostern, in der Fernsehwerbung oder im Internet, überall werben durchtrainierte und muskulöse Männer und Frauen für diverse Produkte. Vor allem sieht man sie häufig neben Produkten, die Gesundheit und Wohlbefinden anpreisen sollen. Aber häufig sieht man auch, gerade als Fitnessstudiogänger, die sogenannten Bodybuilder an den Geräten “pumpen” und wie sie anschließend vor dem Spiegel posieren. Das typische Bild des Bodybuildings ist immer noch das einer Sportart, die als übertrieben, unnatürlich und ungesund gilt. Doch was heißt denn Bodybuilding eigentlich?

Definition: Bodybuilding

Definiert wird das Bodybuilding als eine Sportart, bei der die Modellierung des Körpers durch gezielte Muskelübungen in der Regel unter Verwendung von Fitnessgeräten im Mittelpunkt steht. Ziel ist der Muskelaufbau bei geringem Körperfettanteil und die genaue Herausarbeitung einzelner Muskeln. Da stellt sich die Frage, wie gesund ist überhaupt Muskelaufbau?

Keine Sportart ist ungesund

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass jede Sportart, die etwas mit Bewegung, Kraftanstrengung oder Ausdauer zu tun hat, nicht ungesund sein kann. Ob es sich dabei um Schwimmen, Joggen, Radfahren oder Krafttraining im Fitnessstudio handelt, ist dabei zunächst nebensächlich. Das Wichtigste und damit die Hauptsache ist, dass man sich überhaupt körperlich bewegt. Nichts ist besser als eine gesunde und ausgeglichene Ernährung in Kombination mit sportlicher Betätigung. Der menschliche Körper ist so programmiert, dass sich dieser bei falschen Bewegungen oder Fehlverhalten sowie bei übermäßigem Training, vor allem bei Einsteigern, in Form von Schmerzen meldet. Diese Zeichen sollten erkannt und mit einer Trainingsumstellung vermieden werden. Wenn man jedoch diese Anzeichen übersieht und über einen langen Zeitraum falsch trainiert, können schwerwiegende Probleme und schließlich Langzeitschäden entstehen. Daher empfiehlt es sich immer, gemeinsam mit einem Fitness-Trainer einen persönlichen individuellen Trainingsplan auszuarbeiten.

Problem des Bodybuildings

Das Problem des extremen Bodybuildings ist nicht der übermäßige Muskelaufbau, sondern das, was danach kommt. Wenn das Ende des natürlichen Wachstums der Muskeln erreicht ist, fangen nämlich viele Bodybuilder an, mit illegalen Mitteln nachzuhelfen. Sie beginnen Steroide und Wachstumshormone zu sich zu nehmen, um ihren Body noch perfekter modellieren zu können. Der Körper kann in vielen Fällen jedoch nicht mit der “Überdosis” an Hormonen umgehen. Nebenwirkungen sind unter anderem Hautprobleme, entzündete Wunden, Bildung von Geschwüren, Verringerung der Spermienzahl, Schrumpfung der Hoden, Erhöhung der Blutfette, Wassereinlagerungen im Körper und Schädigung der Leber. Ein weiteres gefährliches Problem besteht im Bereich des Herzmuskels. Dieser wächst natürlich ebenso wie die Skelettmuskulatur automatisch bei Einnahme von muskelaufbauenden Präparaten mit. Dem schnellen Wachstum des Herzmuskels können die Herzkranzgefäße jedoch nicht angemessen folgen. Der gesteigerte Sauerstoffbedarf des Herzens kann somit nicht mehr ausreichend über die unterentwickelten Koronararterien gedeckt werden. Die mögliche Folge kann ein Herzinfarkt sein.

Abschließend lässt sich sagen, dass Sporttreiben nie ungesund sein kann, solange man auf seinen Körper hört. Wer an sich arbeiten möchte, dem steht nichts im Wege. Ob Kraftsport, Muskelaufbautraining, Ausdauertraining oder Fitness. In Maßen ist alles erlaubt. Jedoch aufgepasst! Übertriebenes Bodybuilding kann zum tödlichen Körperkult werden.

Muskelmänner leben länger. Die imedo-Gesundheitsnews verraten, warum und informieren über gesundes Bauchmuskeltraining.

Bildquelle: Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

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1 Kommentare für diesen Artikel

  1. Thomas | Bodybuilding 2.0 schreibt:

    Hallo an Team von imedo.de,

    ein sehr interessanter Artikel, der den Bodybuilding Sport neutral behantelt. Medien, Zeitungen und Zeitschriften verunglimpfen oft die Leistung von Bodybuilder.

    Leider bestätigen Ausnahmen immer die Regel und diese Außnahmen führen dazu, dass Bodybuilding an sich in schlechte Licht gerückt wird.

    Bodybuilding ist mit Sicherheit ein gesunder Sport, der auf neu
    tralem Level betrieben bis ins Hohe Alter für Gesundheit und Wohlbefinden sorgt.
    Leistungssteigernde Substanzen will ich aus dem Bodybuilding nicht herausnehmen oder gar bestreiten, dennoch gilt ganz klar fest zuhalten, dass hier, wie auch überall die Dosis das Gift macht.

    Leider wird immer wieder verkannt, dass Rauchen oder Alkohol ungleich mehr Todesfälle oder Krankheiten hervoruft wie leistungssteigernde Mittel.

    In einer Leistungsgesellschaft ist jeder bestrebt besser zu sein als andere und gäbe es ein Mittel, dass die Leistungsfähigkeit des Gehirns verdreifacht und das Lernen um den Faktor 5 beschleunigt, würde auch hier jeder zurückgreifen.

    Des Weiteren will ich anmerken, dass Anabolika nicht erfunden wurden, um Bodybuilder so aussehen zu lassen, wie sie aussehen, sondern wurden entwickelt, um die Heilung bei Krankheiten zu beschleunigen. Kraftsportler entdeckten dann die Wirkung auf den Körper und nutzen diese für sich. An erster Stelle steht hier synthetisches Testosteron. Ein körpereigener Stoff, der dafür sorgt, dass Regenration und körperinterene Prozesse beschleunigt ablaufen. Ein Stoff, der bedenkenlos eingesetzt werden kann und wird, beispielsweise als Pille für den Mann oder als Hormontherapie für schlappe Nudeln ;-)

    Als Bodybuilding Fan und selbst Bodybuilder sehe och diesen Sport als gesund und in keinster Weise gefährtlich an.

    Gruß

    Thomas

5 Trackbacks für diesen Artikel

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